Landratsamt meldet Vollzug

Die Task Force am Landratsamt bei einer ihrer Sitzungen: An der Stirnseite des Tisches Landrat Richard Reisinger, links Dr. Norbert Vogl, der diesen internen Stab leitet. Bild: hfz
Politik
Sulzbach-Rosenberg
28.10.2014
39
0

Die von München aufgebrummten Hausaufgaben sind erledigt. Der Landkreis verfügt über einen Krisenplan der Flüchtlingshilfe. Er ist damit schneller als angeordnet.

Angesichts des noch erwarteten Zustroms von Flüchtlingen und Asylbewerbern, so die Order aus München, muss jeder Landkreis für die kurzfristige Aufnahme von 200 bis 300 Menschen gerüstet sein. Seit dieser Ankündigung von Staatskanzleichef Marcel Huber und der entsprechenden Anweisung der Regierung der Oberpfalz arbeitete das Landratsamt an einer Lösung. Am Dienstag wurde geliefert. Das geht aus einer Pressemitteilung der Behörde hervor. Demnach hatte Landrat Richard Reisinger (CSU) zusammen mit seinem zuständigen Abteilungsleiter Dr. Norbert Vogl nach Bekanntwerden der Münchner Vorgaben unverzüglich eine Task Force in seinem Haus eingerichtet, um Lösungen zu erarbeiten.

Michael Göth zeigt Verständnis

Demnach sieht der Notfallplan, der erst in ein paar Tagen hätte stehen müssen, mehrere Stufen vor. Als vordringlich gilt, kurzfristig winterfeste Einrichtungen zu benennen, die bei einer Zuteilung mindestens 200 Flüchtlinge für fünf bis sechs Wochen aufnehmen können. Dafür sieht das Landratsamt die landkreiseigene Turnhalle der Walter-Höllerer-Realschule in Sulzbach-Rosenberg vor. Bürgermeister Michael Göth (SPD) und Schulleiter Wolfgang Pfeifer, so die Pressemitteilung, seien informiert worden. Reisinger betonte, bei beiden "aufgrund der gesellschaftlichen Notlage auf größtes Verständnis gestoßen" zu sein. Das Landratsamt wird diese Entscheidung nun der Regierung melden, dazu hat es bis Montag, 3. November, Zeit.

48 Stunden geht es

"Allerdings ist längst nicht sicher, ob im Landkreis auch tatsächlich mit einer so großen Anzahl von Asylbewerbern zu rechnen ist", schränkt die Presseerklärung ein und zitiert den Landrat: "Wir wollen aber optimal vorbereitet sein, um jedem Szenario standhalten zu können." Reisinger verweist in diesem Zusammenhang auf die unverzichtbare Einbindung der Rettungsdienste in diese Überlegungen. Sie seien besonders bei der Erstversorgung der Betroffenen gefragt. Das BRK könne das für eine Dauer von bis zu 48 Stunden nach deren Ankunft sicherstellen. Dazu zählt beispielsweise auch die Beschaffung nötiger Betten.

Landrat ist gerüstet

"Sollte der Fall X eintreten, sind wir gerüstet", ist der Landrat überzeugt und verweist auch auf die medizinische Erstuntersuchung durch das Gesundheitsamt. Bei der Verpflegung der Flüchtlinge plant der Landkreis unter anderem eine Zusammenarbeit mit seinen beiden Kreiskrankenhäusern. Der zweite Schritt des Notfallplans sieht vor, Grundstücke als Containerstandorte vorzubereiten. Entsprechende Verhandlungen, so Landratsamts-Sprecherin Christine Hollederer, laufen bereits. Als dritte Stufe sind schließlich längerfristig nutzbare sogenannte Temporärbauten als Unterkünfte vorgesehen, die wieder zurückgebaut werden können. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Asylbewerber
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.