Lob für die Volkshochschule
Vorbildliche Integrationsarbeit

Zufriedene Runde nach einer fruchtbaren Diskussion: Von links Landrat Richard Reisinger, Bürgermeister Michael Göth, Bildungsmanagerin Julia Wolfsteiner, MdL Kathi Petersen, Integrationsbeauftragte Irma Axt, MdL Reinhold Strobl, SPD-Kreisvorsitzender Uwe Bergmann, VHS-Chef Manfred Lehner sowie die SPD-Kreisräte Dr. Armin Rüger und Richard Gaßner. Bild: Gebhardt
Politik
Sulzbach-Rosenberg
19.01.2016
148
0
 
Zufriedene Runde nach einer fruchtbaren Diskussion: Von links Landrat Richard Reisinger, Bürgermeister Michael Göth, Bildungsmanagerin Julia Wolfsteiner, MdL Kathi Petersen, Integrationsbeauftragte Irma Axt, MdL Reinhold Strobl, SPD-Kreisvorsitzender Uwe Bergmann, VHS-Chef Manfred Lehner sowie die SPD-Kreisräte Dr. Armin Rüger und Richard Gaßner. Bild: Gebhardt

Sie ist die Kreativschmiede des Landkreises und hat wohl Vorbildfunktion in Bayern: Die Volkshochschule engagiert sich beispielhaft in Bildung und Integration. Informationen dazu beeindruckten auch die SPD-Landtagsabgeordnete Kathi Petersen, die sich im Bildungsausschuss jetzt für die Belange des Institutes einsetzen will.

"Wir haben weit mehr als nur das Kursangebot", signalisierte Landrat Richard Reisinger der Diskussionsrunde, und MdL Reinhard Strobl dankte für die Gelegenheit zur Information in der VHS. Ein Grundproblem bei der Integrationsarbeit stellte der Landrat gleich an den Anfang: "Wir brauchen dringend Geld, um die Integrationskurse etc. laufen zu lassen - es fehlt an Kursleitern, wir brauchen dringend Verstärkung!"

Digitales Lernen


Manfred Lehner stellte die Rolle der VHS im Landkreis dar: "Wir bereiten die Themen vor und geben Entscheidungshilfe für den Kreistag", erklärte er, außerdem kümmere man sich um die Praxisumsetzung auch von Themen wie Senioren oder Klimaschutz.

Digitales Lernen nutze besonders den neuen Pflegekräften mit Migrationshintergrund, die sich auch am Wochenende weiterbilden könnten, und das wichtige Thema Inklusion sei mit dem Wundernetz abgedeckt: "Ziel ist eine barrierefreie VHS, nicht nur im technischen Sinne, auch bei der Sprache!"

Zur Zeit liefen alleine sieben Kurse in Stadt und Land zur Integrationsarbeit, nicht nur als Deutsch-Kurse, sondern oft auch erst einmal zur Alphabetisierung der Neuankömmlinge. Hier finanziere das Arbeitsamt mit, das stets auf der Suche nach neuen Fachkräften sei. "Aber wir brauchen dringend mehr Brückenbauer, die dolmetschen und in den Heimatsprachen erklären können. Erste neue Mitarbeiter - etwa aus Syrien - seien schon rekrutiert und bei der Arbeit. Pro Woche kämen rund 25 neue potenzielle Kursbesucher dazu. Integrationsbeauftragte Irma Axt beklagte, dass das bisherige Sprachprogramm "Mama lernt deutsch" ausgelaufen sei und der Freistaat kein Nachfolgemodell geschaffen habe. "Dabei sind es meist die Frauen, die zu Hause sitzen und keine Chance haben, Deutsch zu lernen."

Lehrer einsetzen


Julia Wolfsteiner schilderte die Bemühungen, in der seit 2014 laufenden "Bildungsregion" mehr zu erreichen als nur Marketing-Erfolge: Vernetzung einzelner Stellen, Koordinierung der Kurse im Landkreis, Abschaffung des "Windhund-Prinzips" bei Förderungen, sondern gezielter Einsatz von staatlichen Mitteln. "Ich wundere mich, dass das woanders nicht genauso gemacht wird wie hier", lobte Kathi Petersen. Sie setze sich dafür ein, dass arbeitslose Gymnasial- oder Realschullehrer mit dem Fach Deutsch Einsatz fänden in der Integrationsarbeit. Bürokratie sei hier noch ein Hindernis, das habe sie nach einem Gespräch mit dem Bildungsminister feststellen müssen: "Verwaltung soll aber vereinfachen und die Arbeit erleichtern!" Ein Grundproblem sahen alle Teilnehmer: "Wie sollen wir unsere Integrationsbemühungen glaubhaft vermitteln, wenn wir nicht einmal genügend Deutschkurse, auch für Frauen, anbieten können?"
Es fehlt an Kursleitern, wir brauchen dringend Verstärkung!Landrat Richard Reisinger


KapazitätsgrenzePersonell komme der Landkreis nun langsam an die Kapazitätsgrenzen, stellte der Landrat abschließend fest, und die SPD-Abgeordnete, studierte Theologin, mahnte, den neuen Mitbürgern Zeit zu geben, sich an die neuen Verhältnisse anzupassen, und den Islam nicht pauschal zu verurteilen. Sie werde sich im Bildungsausschuss für die Belange der VHS Amberg-Sulzbach einsetzen. (ge)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.