Marihuana-Züchter auf Bewährung
Mit viel Liebe Cannabis gezüchtet

Früchte jahrelanger Arbeit, die dann meist von der Kripo geerntet werden: Cannabis-Anbau zu Hause ist streng verboten! Bild: dpa
Politik
Sulzbach-Rosenberg
27.12.2014
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Die Ernte fiel schon seit Jahren sehr zufriedenstellend aus. Das musste sie aber auch angesichts perfekter Pflege. Sehr getrübt wurde die Freude des strebsamen Erzeugers, als plötzlich Rauschgiftfahnder eintraten und die Zuchtpflanzen seiner Cannabis-Plantage abschnitten.

Markus Sand, Vorsitzender des Amberger Schöffengerichts, brachte seine gewonnenen Erkenntnisse auf den Punkt: "Diese Aufzucht war sein Lebensinhalt." Die 40 Cannabis-Pflanzen, angebaut mit viel Sorgfalt und unter Einsatz von teuerem technischen Gerät, waren offenbar das Ergebnis einer Pflege, die etliche Jahre in Anspruch nahm. Silvester war eben erst vorbei, als heuer völlig unerwartet Fahnder der Kripo zur Wohnung des "Züchters" in einem Ort bei Sulzbach-Rosenberg kamen. Dort, so wurde nun beim Prozess angedeutet, wurden sie überrascht von grünender Cannabis-Pracht, stellten zudem etliche getrocknete Pfanzen sicher.

Unter dem Strich wogen die frischen Grünpflanzen 176 Gramm. Das Gewicht der getrockneten Cannabisstängel summierte sich auf 1246 Gramm. Außerdem wurden 39 Gramm Samen sichergestellt. "Nur für den Eigenverbrauch", wie der 40-jährige Angeklagte sagte. Das klang glaubhaft. Denn in den Handel mit Marihuana und Haschisch stieg er nie ein. "Wirklich eine große Vorratshaltung", bescheinigte Richter Sand. Er hatte erfahren, dass der Angeklagte die letzten zehn Jahre über nichts arbeitete, sich vorrangig um seine Cannabis-Plantage kümmerte und die selbst hergestellten Erzeugnisse in den eigenen vier Wänden konsumierte. Damit soll nun Schluss sein. Er habe wieder eine Anstellung gefunden, ließ der 40-Jährige wissen und versicherte, nicht mehr auf den täglichen Drogenkonsum angewiesen zu sein.

Auf Bewährung

Was tun mit ihm? Staatsanwältin Manuela Zeller verlangte 21 Monate Haft mit Bewährung. Das erschien Verteidiger Gerd Riege (Hersbruck) überzogen. "Eine Strafe unter einem Jahr reicht aus", sagte er in seinem Plädoyer. Das Schöffengericht verhängte 18 Monate mit Bewährung, es erließ zudem eine Reihe von Auflagen. Der 40-Jährige muss 1000 Euro an die Caritas zahlen, er bekommt einen Bewährungshelfer und muss sich mehrfach im Jahr Drogenkontrollen gefallen lassen.

In seiner Begründung sagte der Richter: "Ich bin den Begriff ,Weiche Drogen' leid." Denn auch der längerfristige Konsum von Marihuana oder Haschisch sei hoch gefährlich.
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Wolfgang Ewert aus Weiden in der Oberpfalz | 14.02.2016 | 15:01  
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