Roland Reif nimmt an Sitzung des Europäischen Jugendparlaments teil
Wie die Großen der Politik

Während des Besuches bei Bürgermeister Michael Göth (links) überreichte Roland Reif an das Stadtoberhaupt eine Resolution, an der er im Jugendparlament mitgearbeitet hat. Bild: Royer
Politik
Sulzbach-Rosenberg
14.12.2015
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Für ein Erinnerungsfoto stellten sich die Teilnehmer der 80. Internationalen Sitzung des Europäischen Jugendparlaments im Außenbereich des Tagungsortes in Leipzig auf. Bilder: hfz (2)

Ein Herzogstädter im Europäischen Jugendparlament. Das hat es noch nicht gegeben. Roland Reif standen Können und Glück zur Seite, dass er den Sprung bis in die Internationale Sitzung schaffte. Dort ging es aber nicht nur um Politik.

"Es ist unglaublich bereichernd, sich mit engagierten Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus verschiedensten Orten Europas zu aktuellen tagespolitischen Fragen oder zum Alltag und privat auszutauschen", fasste Roland Reif seine Eindrücke zusammen.

Bei einem Besuch im Rathaus schilderte der 18-Jährige aus dem Stadtteil Obersdorf, der heuer als einer der besten drei Abiturienten am HCA-Gymnasium ausgezeichnet wurde, seine Eindrücke von der Internationalen Sitzung des Europäischen Jugendparlaments in Leipzig.

Wie er gegenüber Bürgermeister Michael Göth betonte, sei die Teilnahme unter mehr als 300 Delegierten aus allen EU-Staaten und weiteren europäischen Ländern eine herausragende Erfahrung gewesen. Der junge Mann schilderte detailliert die Arbeit in den Komitees - er befasste sich dabei mit Ökonomie und monetäre Angelegenheiten - und die Erörterung der Ansichten.

Mit den anderen Jugendparlamentariern standen Verhandlungen und Debatten an. Akribisch arbeiteten die Nachwuchspolitiker an der Findung von Kompromissen, um schließlich eine Resolution zum jeweiligen Thema auszuarbeiten.

Resolutionen vorgestellt


"In den letzten Tagen der Generalversammlung wurden die vorgelegten Resolution vorgestellt, diskutiert und anschließend angenommen oder fallen gelassen. Zwar scheiterte der Entwurf meines Komitees, doch wurden einige wesentliche Vorschläge mit großen Mehrheiten angenommen. Die angenommenen Resolutionen werden an die EU-Kommission und das Europäische Parlament überreicht", erklärte Reif weiter.

Ein persönlicher Höhepunkt war für den Herzogstädter seine Rede am 9. November in der Nikolaikirche zum Sitzungsthema Grundrechte: "Ausgehend von den rechtlichen Errungenschaften der letzten Jahrzehnte wies ich auf Realisierungsprobleme und die Gefahr durch extremistische Tendenzen hin." Mit Hinblick auf den Mauerfall und die Wiedervereinigung sowie aktuelle Herausforderungen stellte Reif seine Rede unter das Motto "We need Europe. And Europe needs us."

Die Bedeutung des Jugendparlaments unterstrich die Teilnahme von Andreas Voßkuhle, Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Staatsminister Michael Roth und von Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung. (Zum Thema/Hintergrund)

Europäische Einigung begreifen

Sulzbach-Rosenberg. (oy) Wie Roland Reif beim Besuch von Bürgermeister Michael Göth im Rathaus weiter informierte, lernten sich die Jungparlamentarier auf abendlichen Partys oder bei Restaurantbesuchen und interkulturellen Veranstaltungen gegenseitig schnell besser kennen.

"Auch wenn man in einigen Punkten vielleicht auch unterschiedliche Meinungen hat, so hilft es doch ungemein, die Bedeutung der europäischen Einigung zu begreifen und andere Kulturen besser zu verstehen. Nie standen jedoch unterschiedliche Ansichten zwischen uns oder trennten uns, ganz im Gegenteil - gerade diese Diskussionen sind die spannendsten. Und da wir Privates und Politisches ziemlich gut voneinander getrennt betrachteten, hatten wir alle äußerst viel Spaß zusammen." Vor allem bei den Delegierten, die sich ein Zimmer teilten oder im selben Komitee saßen, entstanden echte Freundschaften.

Der Weg zur Internationalen Sitzung führte bei Roland Reif zunächst über das HCA-Gymnasium. Dort wurde er zur Teilnahme an den regionalen Sitzungen des Europäischen Jugendparlaments Deutschland vorgeschlagen. Über regionale und nationale Entscheide kam er schließlich bis zur länderübergreifenden Sitzung nach Leipzig.

Hintergrund

Positiver Einfluss

Sulzbach-Rosenberg. (oy) Das Jugendparlament wird ehrenamtlich von Schülern und Studierenden getragen und hat kein politisches Mandat. Vielmehr will es mit politischer Bildungsarbeit die Zukunft Europas positiv beeinflussen. Die Verantwortlichen machen mit Veranstaltungen Europa für mehrere hundert Jugendliche pro Jahr erlebbar und tragen so zur Völkerverständigung bei. So wird das individuelle Potenzial der Teilnehmer gefördert, indem sie die Chance erhalten, sich in anregender Atmosphäre auszutauschen, herauszufordern und weiterzuentwickeln.
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