Sebastian Körber bewertet das ehemalige Kaufhaus Storg
Experte meint: "Es braucht einen Macher"

Die Sulzbach-Rosenberger FDP- und FWS-Politiker zeigten Sebastian Körber (Sechster von rechts) ihre Stadt. Bild: gac
Politik
Sulzbach-Rosenberg
10.02.2016
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"Das ehemalige Kaufhaus Storg ist eine stadtbildprägende Immobilie", stellte der Architekt und stellvertretende FDP-Landeschef Sebastian Körber bei einem Informationsbesuch fest. Als Fachmann rät er zu einem freien Wettbewerb der Ideen - ohne Denkverbote.

Erleichterungen prüfen


3. Bürgermeister Hans-Jürgen Reitzenstein begrüßte den Gast aus Forchheim und stellte ihm die Altstadt vor. 6,5 Prozent der Gesamtbevölkerung leben hier. In den zurückliegenden Jahren seien viele Zuzüge gerade auch von jungen Leuten zu beobachten, so dass es kein Überalterungsproblem gebe. Es seien etliche alte Häuser saniert worden, teilweise mit erheblichem Aufwand. Die Gestaltungssatzung sorge dafür, dass das typische Stadtbild erhalten bleibe. Allerdings müsse geprüft werden, ob nicht Erleichterungen für Investoren notwendig sind. "Neben vielen gelungenen Sanierungen gibt es jedoch einige neuralgische Punkte - und der schwierigste ist das Storg-Gebäude", stellte Reitzenstein fest.

Man zeigte Körber zunächst einen typischen Innenhof in der Altstadt und das von Alfred Pilhöfer vorbildlich sanierte Haus Kunst-Fischer-Gasse 21. "Neuer Wohnraum ist wichtig, um die Innenstädte zu stabilisieren", meinte der Experte. Aber ohne nahe Einkaufsmöglichkeiten und Dienstleistungen wie Ärzte oder Banken wäre eine Stadt unattraktiv.

Es müsse ein Magnet her, beispielsweise ein großer Textil-Filialist, der den Einzelhandels-Standort stärke. "Das Problem dabei ist, dass in der Altstadt großflächige Geschäftsräume dafür fehlen", warf Pro-SuRo-Chef Kurt von Klenck ein. Und damit waren die Politiker schon beim Thema Storg angelangt. Der Architekt Körber empfand den Zustand des Baus als erschreckend. "Zunächst muss die Verkehrssicherungspflicht des Eigentümers erfüllt werden", meinte er mit Blick auf lose Verkleidungen, hinter denen Abgründe lauern, und den Hof, der nur durch Flatterband abgesperrt ist. Aber auch eine Sicherung gegen Vandalismus sei erforderlich, wenn man noch Hoffnung habe, das Gebäude erhalten zu können.

Kompetenz von außen


Für zukünftige Nutzung sei die Zusammenfassung eines möglichst großen Grundstücks anzustreben, also die Einbeziehung des Liliencenters und eventuell weiterer Nachbargrundstücke. "Es ist nie verkehrt, sich Kompetenz von draußen zu holen, zum Beispiel durch einen Architektenwettbewerb", sagte Körber.

Wenn man ohne große Kosten Ideen sammeln wolle, könne man auch mit Universitäten zusammen Studienarbeiten für Studenten ausschreiben: "Es braucht einen Macher."
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