Sozialdemokratinnen mit Veranstaltung zum Internationalen Frauentag
Politisch wie lange nicht mehr

Bettina Moser, Brigitte Bachmann und Kerstin König (von links) freuten sich über den Besuch von Bürgermeisterin Friederike Sonnemann beim Frauentag in Sulzbach-Rosenberg. Bilder: kök (2)
Politik
Sulzbach-Rosenberg
16.03.2016
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Der Heimat- und Kulturverein Ammerthal begeisterte mit seinen Sketchen.

Nicht aufgeben und nicht zerbrechen lassen, laute ihr Grundsatz, bekannte Friederike Sonnemann, Bürgermeisterin von Stadt Waldershof, Landkreis Tirschenreuth, in einem eindrucksvoll vorgetragenen Statement zum Frauentag. Sketche und Musik rundeten den Abend ab.

Bei der Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) im Capitol zum Internationalen Frauentag schilderte die Referentin, welche politische Schwierigkeiten es für sie vor dem Wahlerfolg zu überwinden galt und welche dramatischen persönlichen Auswirkungen danach noch folgten.

Die stellvertretenden Vorsitzenden, Stadträtin Bettina Moser und Kerstin Könign freuten sich über zahlreiche Gäste, an der Spitze Landtagsabgeordneter Reinhold Strobl. In kurzweiligen Episoden zeigte der Heimat- und Kulturverein Ammerthal, wie unterhaltsam ein Gespräch am Frühstückstisch zwischen Eheleuten oder eine Unterredung mit einem Leihvater ablaufen könnte. Den musikalischen Part übernahm die Frauengruppe Herznote der Sing- und Musikschule, geleitet von Sylvia Schulz.

Bei der Besetzung von Arbeitsplätzen für Frauen und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf gehe die Stadt mit gutem Beispiel voran, betonte Bürgermeister Michael Göth. Von den 254 städtischen Stellen seien 120, fast 50 Prozent, mit Frauen besetzt, bei den Auszubildenden sogar über 60 Prozent. Auch bei den kinder- und elternfreundlichen Öffnungszeiten in den Kindergärten sei die Stadt vorne mit dabei.

Gesetzentwurf liegt vor


Der Internationale Frauentag 2016 sei politisch geprägt wie lange nicht mehr, konstatierte die stellvertretende AsF-Vorsitzende Kerstin König. So stehen im Vordergrund arbeitsmarkt- und sozialpolitische Themen wie Lohngerechtigkeit, Frauenquote in Unternehmen und Neuordnung der Pflegeberufe. Auch werde nach den Übergriffen in der Silvesternacht stärker über das Geschlechterverhältnis, über Sexismus und Gewalt diskutiert. Lange vor dieser Silvesternacht habe Bundesjustizminister Heiko Maas einen Gesetzentwurf vorgelegt, in dem das Sexualstrafrecht zum Schutz von Frauen und Mädchen reformiert werden soll.

"Frischen Wind in die Kommunalpolitik einbringen", war das Motto, mit dem sie den Wahlkampf bestritten hatte, leitete Bürgermeisterin Friederike Sonnemann aus Waldershof ein. Dieser Erfolg sei nicht einfach gewesen, da sie in einer konservativen und katholisch geprägten Stadt gleich mit "mehreren Handicaps" antrat: Mitglied der SPD, Frau, evangelisch und aus Schleswig-Holstein zugezogen.

Persönliche Anfeindungen während des Wahlkampfes und nach dem Erfolg, sowohl gegen sich selbst als auch gegen ihren Mann, mussten weggesteckt werden. Lust zum Engagement bekam sie erst, nachdem sie mit einem anderen sozialdemokratischen Stadtrat gegen eine übermächtige Allianz aus CSU und anderen Stadträten ankämpfen musste. Trotz dieser Schwierigkeiten habe sie aber als Stadträtin und später als Bürgermeisterin gelernt, dass man etwas erreichen könne.

Familienhilfe


Im Landkreis Amberg-Sulzbach gäbe es nicht wenige Familien und Alleinerziehende, die finanziell nicht in der Lage seien, den Kindern ausreichende Kleidung, gesunde Ernährung, Freizeitmöglichkeiten und Bildung zu gewährleisten, schilderte der Vorsitzende der Familienhilfe Amberg-Sulzbach, Helmut Blüchel. Hier unterstütze man mit Zuschüssen, sei aber auf Spenden angewiesen. Dies sei kein Ersatz für staatlichen Hilfen.
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