Staatssekretär Albert Füracker beim CSU-Forum der Begegnung
Heimat gemeinsam gestalten

Die Prominenz aus CSU, Lokalpolitik, Vereinen, Verbänden, Behörden und Kirchen lauschte im Kettelerhaus den launigen Ausführungen des Staatssekretärs. Bilder: Gebhardt (2)
Politik
Sulzbach-Rosenberg
06.03.2016
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Als Oberpfälzer sieht er sich auch als Ansprechpartner der Region im Finanz- und Heimatministerium: Staatssekretär Albert Füracker beim Forum der Begegnung.

"Wir haben ein großes Herz und helfen gerne, aber man muss den Menschen auch ehrlich sagen: Irgendwann ist die Kapazitätsgrenze erreicht!" Staatssekretär Albert Füracker forderte eine europäische Lösung für das Flüchtlingsproblem. Und ganz nebenbei bekamen einige Länder-Finanzminister noch eine Watschen mit.

Gespräche, Kontakte, Meinungsaustausch: Das Forum der Begegnung der CSU ist seit Jahren der Auftakt zum Politischen März, und Ortsverbands-Chef Dr. Patrick Fröhlich hieß denn auch zum Empfang im renovierten Kettelerhaus die Parteiprominenz, Vereine, Verbände, Behörden, Kirchen, Unternehmer und sonstige Vertreter des gesellschaftlichen Lebens willkommen. Er erinnerte an die Erfolge auf kommunaler Ebene, die kommende Photovoltaik-Anlage am Schlackenberg, ebenso von 2. Bürgermeister Günter Koller beantragt wie momentan die Neuordnung der Straßenausbau-Beitragssatzung der Stadt. "Sulzbach-Rosenberg hat in den letzten 25 Jahren 300 Millionen Euro vom Freistaat bekommen", dankte Fröhlich dem Staatssekretär im Finanz- und Heimatministerium, und MdL Dr. Harald Schwartz würdigte den Gast als den "besten Verbündeten im Finanzministerium".

Gemeinschaftsleistung


Albert Füracker, der für den verhinderten Staatsminister Marcel Huber eingesprungen war, nahm den Ball gerne auf: "Sulzbach-Rosenberg ist dem Freistaat nicht nur lieb, sondern auch teuer", meinte er und bezeichnete die CSU als "große Gemeinschaftsleistung".

Zu den Problemstaaten Griechenland, Spanien oder Italien und der entsprechenden Kritik an deren Finanzgebaren meinte Füracker, der Stellvertreter von Markus Söder: "Ich bin kürzlich bei der Finanzministerrunde der 15 Länder gewesen. Was glauben Sie, wer da alles nicht mit Geld umgehen kann!" Das in Bayern erwirtschaftete Geld solle auch hier eingesetzt werden und nicht jährlich mit über fünf Milliarden in andere Länder fließen.

Handwerk stirbt aus


Der Politiker aus dem Landkreis Neumarkt beklagte auch den Rückgang der Handwerksberufe: "Irgendwann werden nicht mehr genügend Handwerker vorhanden sein, damit die vielen Juristen sie verklagen können", meinte er schmunzelnd. Der Mensch beginne eben nicht erst mit dem Akademiker.

Das Thema Flüchtlinge stellt er an den Schluss: Die CSU stehe dem Zustrom natürlich nicht ablehnend gegenüber, die Menschen würden in Bayern ordentlich behandelt und untergebracht - hier dankte er auch Landrat Richard Reisinger für dessen vorbildlichen Einsatz.

Handeln angesagt


"Aber das Problem von weltweit 60 Millionen Flüchtlingen können wir in Deutschland nicht alleine lösen", mahnte Füracker. Ziel müsse sein, in den Herkunftsländern den Krieg zu beenden und den Menschen schon dort zu helfen: Das möge viel Geld kosten, sei aber immer noch besser als die jetzige Situation.

"Wir unterstützen Angela Merkel, aber wir müssen jetzt handeln", appellierte er an den EU-Sondergipfel, eine schnelle Lösung zu finden. Er sprach sich für Ehrlichkeit bei der Aufnahmekapazität aus, erteilte aber allen rechtspopulistischen Strömungen eine klare Absage. "Wir müssen jetzt eben alle zusammenhalten, um unsere Heimat zu gestalten!"

Zitate des StaatssekretärsWir helfen den Schwachen, aber ohne die Starken zu schwächen.

Von den 7,5 Milliarden Menschen auf der Welt beneiden uns sieben.

Bayern zahlt momentan 5,5 Milliarden Euro in den Länderfinanzausgleich - das ist mehr pro Jahr, als wir jemals früher insgesamt daraus bekommen haben.

Die Staatsoper in München ist nicht die Kultur, die wir hier auf dem Land brauchen.

Schauen Sie mal nach Berlin, und dann sagen Sie mir: Wo wären Sie lieber Flüchtling, dort oder bei uns in Bayern?

Seehofer sagt immer: Die Hundehütte ist für den Hund, und der Stellvertreter für die Katz. Ich bin schon lange auf solchen Posten, und ein Kirchenmann sagte mir mal: Auch der Papst ist ja ein Stellvertreter.

Wer sich bei uns integriert, muss sich auch nach unseren Regeln richten: Frauen und Männer sind gleichberechtigt, Israel hat ein Existenzrecht, und hier gilt das Grundgesetz. (ge)
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