Unterschriftenlisten an Bürgermeister Michael Göth übergeben
Breiter Konsens für Klimaschutzmanager

Durch übermäßigen Ausstoß von Kohlendioxid wird der Klimawandel angefacht. Die Schlote werden zwar - wie unser Blick über Rosenberg zeigt - sicher weiterrauchen, aber durch effizienteren Einsatz von Heizanlagen und -material kann hier schon gegengesteuert werden. Hier würde auch die Arbeit des Klimaschutzmanagers ansetzen, der sicher auch der Strahlkraft der Sonne großen Wert beimisst. Bild: Hartl
Politik
Sulzbach-Rosenberg
21.02.2016
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Ein Umdenken im Stadtrat in Sachen Klimaschutzmanager wäre der größte Wunsch von (von links) Walter Spies, Bürgermeister Michael Göth und Peter Zahn. Unterschriften sollen diesen Prozess in Gang setzen. Bild: Royer

Maßnahmen zum Schutz des Klimas sind unverzichtbar. Spätestens seit der Konferenz von Paris wissen wir dies. Das muss - und auch das wissen wir - jeder Einzelne als Aufgabe sehen. Klimaschutzmanager sollen die Bevölkerung auf diesem wichtigen Weg, bei dem es um unser aller Lebensgrundlage geht, begleiten und beraten. In der Herzogstadt sah ein Teil des Stadtrates diese Notwendigkeit nicht ein. Unterschriften sollen jetzt ein Umdenken auslösen.

"Der Klimawandel ist eine nicht wegzudiskutierende Tatsache. Verantwortlich dafür ist der kontinuierliche Anstieg der Treibhausgase. Deshalb sind Klimaschutzmaßnahmen unverzichtbar. Der entscheidende Schritt bei diesen Schutzmaßnahmen ist die Energiewende."

Listen überreicht


Diese Ansicht vertrat Peter Zahn als Vorsitzender der Kreisgruppe des Bundes Naturschutz bei der Übergabe von Unterschriftenlisten für den Erhalt der Stelle eines Klimaschutzmanagers (KSM) in Sulzbach-Rosenberg an Bürgermeister Michael Göth.

Gemeinsam mit dem Kopf der Umweltschutzinitiative Walter Spies war er dazu ins Rathaus gekommen, um diesem Ansinnen Nachdruck zu verleihen. Unterstützt und bekräftigt sollten dadurch auch die Positionen des Stadtoberhaupts und der Verwaltung werden. Gleichzeitig seien die Unterschriften auch als Appell an den Stadtrat zu verstehen, das Abstimmungsverhalten zu überdenken und nach Möglichkeiten zu suchen, um die KSM-Stelle zu erhalten oder neu zu besetzen.

Wie Spies und Zahn beim Gespräch mit dem Rathauschef ausführten, komme aus der Bevölkerung dazu eine große Zustimmung und Unterstützung. Die vom Bund Naturschutz initiierte Aktion brachte nun rund 330 Unterschriften zusammen. Hierzu musste niemand überredet werden, vielmehr stünden hinter dieser Zahl nicht ausschließlich Einzelpersonen, sondern zahlreiche Mitglieder von Vereinen und verschiedenen Organisationen.

Keine Straßensammlung


Bei dieser Initiative verzichteten die Akteure auf eine Unterschriftensammlung in den Straßen. Dafür wurden gezielt Einzelpersönlichkeiten und Multiplikatoren auf allen gesellschaftlichen Ebenen angesprochen (siehe Kasten). So konnte ein breiter Konsens-Bogen von den Kirchen über Umweltschutzverbände und Vereinswelt bis hin zu den Gewerkschaften erreicht werden.

Sie alle bezeugten, wie wichtig die Stelle eines KSM für eine Kommune in der Größenordnung von Sulzbach-Rosenberg ist. Eine Folge davon sei außerdem gewesen, dass es bei der gezielt geführten Unterschriftenaktion keine Absagen gegeben habe.

Mittlerweile ist die erneute Einstellung eines KSM beantragt und steht in der morgigen Stadtratssitzung auf der Tagesordnung. Dabei gehen Zahn und Spies von schwierigen Beratungen aus, da zum Beispiel die Belastung des Haushalts, Fördermöglichkeiten, Stellenausschreibung und Einarbeitungszeit berücksichtigt werden müssen. Aber ein Argument ließen die Umweltschützer bei ihrem Besuch im Rathaus nicht gelten: "Die Stadt muss sparen, daher kann sie sich dieses Amt nicht leisten!" Spies und Zahn waren gemeinsam mit dem Stadtoberhaupt der Auffassung, dass ohne die Einleitung von wirksamen Sofortmaßnahmen zum Schutz des Klimas auf Gesellschaft und Stadt Klimafolgekosten zukommen, die im Vergleich zum Aufwand für einen KSM wirklich nur Peanuts sind.

Genau abwägen


Mit Unverständnis reagierten die Besucher auch darauf, dass bei einer so entscheidenden Aufgabe zum Schutz des Klimas unbedingt ans Sparen gedacht werden müsse. Für völlig überflüssige Straßenneubauten, die gleichzeitig gefordert werden, würden solche Sparüberlegungen aber nicht gelten.

Bürgermeister Michael Göth versicherte beim Austausch, dass er sich für das Anliegen der Unterschriftensammler im Stadtrat einsetzen werde. Der so erkennbare breite Konsens in der Gesellschaft würde dem Ansinnen auch im Stadtrat weiteren Nachdruck verleihen. (Angemerkt)

UnterstützerDekane und Pfarrer der katholischen und evangelischen Kirchen in Sulzbach und Rosenberg.

Stadtheimatpfleger und Umweltschutzbeauftragter.

Vereine und Organisationen: Alpenverein, Arbeiterwohlfahrt, Imker-Kreisverband und Bienenzuchtverein, Fischereiverein Amberg, Sulzbach-Rosenberger Umweltschutzinitiative, Bund Naturschutz, Arbeiterkameradschaftsverein, Tischgesellschaft Edelweiß, Siedlergemeinschaft Rosenberg, Gemeinnütziger Bauverein, Solarenergie-Förderverein.

Gewerkschaften: IG Metall, Verdi und DGB.

Handel und Gewerbebetriebe.

Einzelunterzeichner auf den angefügten Listen. (oy)
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