Landkreislauf Sulzbach-Rosenberg 2015
"Wir haben den Titel verteidigt"

La-Ola-Welle für die Schlussläuferin der letzten Mannschaft: Simone Eckert vom TV Sulzbach, Teamname "Rainers Ladies and Gentlemen", erreicht um 14.43 Uhr und 36 Sekunden das Ziel in Illschwang. Ihre Mannschaft mit Marianne Hartmann, Margit Waldmann, Angela Scheibeck, Birgitta Hirschmann, Hannelore Troidl, Ingrid Hufnagel, Gerald Schneider, Maria Samberger, Karin Schleicher und Hannelore Eichenseer hat damit genau 6:43:36 Stunden für die 58,8 Kilometer gebraucht. Spalier stehen die "10 Nieten & Ich", das vo
Sport
Sulzbach-Rosenberg
10.05.2015
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Der Zielbereich leert sich. Wo gegen Mittag Hunderte Zuschauer Spalier stehen, harrt wenig später nur noch eine Handvoll aus, um die Letzten des Landkreislaufes 2015 auf den letzten Metern auf dem Schulsportgelände in Illschwang anzufeuern.

So langsam wird's 14 Uhr, das Festzelt in Illschwang ist inzwischen fast komplett gefüllt - rund 3000 Begleiter, Bekannte und Verwandte feiern die Läufer, die schon längst angekommen sind. Wenig später die gute Nachricht per Funk für die Helfer im Ziel: "Der Besenwagen ist in Pesensricht." Das heißt, die Nachhut der Läufer befindet sich auf der Schlussetappe. "Eine Dreiviertelstunde wird's noch dauern", mutmaßt ein Freiwilliger des SV Illschwang, der die Staffelstäbe der Schlussläufer einsammelt und fein säuberlich in die passenden Kartons stapelt - sie werden im kommenden Jahr wieder verwendet.

"Jeder ist Ich"

Kurz nach halb drei, der Vorletzte ist im Anmarsch: Der Schlussläufer der Truppe "10 Nieten & Ich" überquert die Linie, flankiert von drei seiner Mädchen und einem weiteren Läufer seiner Mannschaft. Fast philosophisch ist die Antwort auf die Frage, wer denn "Ich" sei - "Jeder von uns ist Ich", lautet sie. Der Vorletzte ist angekommen, das Warten geht weiter. Bis der Letzte der 2728 Teilnehmer des 31. Landkreislaufes im Ziel ist.

Lauf spaltet

"Der Landkreislauf ist für Breitensportler gleichermaßen geeignet wie für Leistungssportler", erklärt Landrat Richard Reisinger. In diesem Jahr spaltet der Lauf die Läufer. Seit 1984 ist Astrid Fuchs vom Team "Fox on the run" bei fast jedem Landkreislauf dabei. Sie betreut drei Mannschaften und weiß von vielen ihrer Teammitglieder, dass sie sich in diesem Jahr über die Gegebenheiten ärgerten. Fuchs regt sich richtig auf: "Ein Läufer sucht so eine Strecke nicht aus. Man muss die Leute nicht über Wurzeln drüberjagen. Das war auf vielen Etappen so, das war gesundheitsgefährdend. Das mache ich nicht mehr mit, das war für uns der letzte Landkreislauf."

"Wenn das Ziel im Birgland ist, dann geht's rauf und runter. Hier sind halt mal Berge," erklärt Robert Graf, Mit-Organisator des Laufes. Er habe "unwahrscheinlich viele positive Stimmen gehört", sagt Graf und führt als Beispiel einen Läufer des SV Kemnath an, der ihm im Ziel gesagt habe, dass dies der "beste Landkreislauf aller Zeiten" gewesen sei. "Der Lauf war knackig, das stimmt. Aber wir haben die Etappen auch verkürzt, so dass wir im Schnitt rund zehn Kilometer weniger hatten als sonst", erläutert Graf.

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Konzert-Nachwirkung

Martina Späth vom VFTN Kirchenreinbach, die den neunten Abschnitt von Fürnried nach Frechetsfeld gelaufen ist, war angetan: "Die Strecke war anspruchsvoll, aber es macht einfach viel Spaß." Ähnlich äußert sich Petra Graf-Kaiser (DJK Ursensollen): "Die Strecke hat mir gut gefallen, die war kein Problem. Nur meine Tagesform war nicht so toll. Der Landkreislauf ist klasse, aber das AC/DC-Konzert am Freitag war besser. Da spüre ich noch ein paar Nachwirkungen." Philipp Lebe (DLRG Schnelle Flossen) hat am Samstag eine der schwersten Etappen hinter sich gebracht: Von Weigendorf nach Fürnried über Lichtenegg mit insgesamt 194 Höhenmetern. Sein Eindruck: "Das war brutal. Das Problem war dieser steile Anstieg aus dem Tal heraus. Ich habe überhaupt nicht mehr nachgedacht, das war nur noch Durchkommen."

Die Uhr der Zeitmessfirma im Ziel zeigt inzwischen über sechs Stunden und 43 Minuten Laufzeit an, als auf der abgesperrten Wiese noch einmal Bewegung aufkommt: "Rainers Ladies and Gentleman", eine Mannschaft des Lauftreffs Sulzbach-Rosenberg mit Läuferin Simone Eckert biegt um die Ecke und ist auf der Zielgeraden. Die "10 Nieten & Ich" stehen Spalier, machen die La-Ola-Welle - kleine Feier für das Schlusslicht.

Locker über 500 Jahre

"Wir haben den Titel verteidigt", sagt Rainer Koch und schmunzelt. Seit 25 Jahren gibt's den TV Sulzbach Lauftreff, seit 2005 ist Koch der Leiter - und stolz auf seine Truppe, die mit zwei Mannschaften dabei war: "Im vergangenen Jahr waren wir auch schon Letzter." Die gemischte Truppe "Rainers Ladies and Gentleman" (Koch: "Die bessere Mannschaft heißt Rainers Moila") ist bunt gemischt: Drei Damen sind über 60 Jahre alt, 63 die Älteste. Simone Eckert ist eine der jüngeren im Team, das zusammen "locker auf über 500 Jahre kommt" (Koch). "Meine Strecke war die beste, da ging's meist bergab. Das war super", sagt sie.

Ihr Teamchef hingegen hat Zweifel an der diesjährigen Streckenführung: "Meine Läufer waren an der Grenze. Man hat ja in der Damenklasse gemerkt, dass nur 32 Mannschaften angetreten sind. Sonst waren es immer über 40. Das liegt daran, dass viele kalte Füße bekommen haben, als sie das Streckenprofil im Internet gesehen haben. Da ist etlichen die Lust vergangen."

SV Amberg und CIS

Schnellste Mannschaft des Landkreislaufes war die Skivereinigung Amberg. Christian Mayer überholte auf der letzten Etappe den letzten Mann des SCMK Hirschau. Der SCMK hatte vom Start weg in Auerbach bis kurz vor dem Ziel noch geführt. Bei den Damen gewann Seriensieger CIS Amberg, Zweiter wurde die LSG Edelsfeld.
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