27. Ausbildungsseminar der Bereitschaftspolizei auf Nachtübung in der Maxhütte
Adrenalinschub im Aktenkeller

Mit der Festnahme des Straftäters haben die angehenden Polizeibeamten die Übungsaufgabe gelöst. Bild: hfz

"Legen Sie das Messer weg!", hallt es durch die Maxhütte. Haben die Dreharbeiten für den Oberpfalz-Tatort etwa schon begonnen? Das nicht, aber geübtes Personal stünde dafür bereit.

"Einsatzzentrale an Mars 32/11: Auf dem Gelände der ehemaligen Maxhütte haben Mitteiler eine verdächtige Person wahrgenommen. Laut den Mitteilern ist die Person bewaffnet. Das Gelände erfordert höchste Eigensicherung. Mit Schusswaffengebrauch ist zu rechnen. Warten Sie vor Ort auf weitere Einsatzkräfte!"

Mit diesem Funkspruch begann ein polizeiliches Einsatztraining, das auf dem Lehrplan des Fachs "Kriminalitätsbekämpfung - Besondere Einsatzlagen" steht. Für die vier Klassen des 27. Ausbildungsseminars der VII. Bereitschaftspolizeiabteilung in Sulzbach-Rosenberg hieß das, um 18 Uhr zur Nachtübung anzutreten.

Die stillgelegten, rostbraunen Hochöfen der Maxhütte bieten nicht nur für den Weihnachtsmarkt und andere Veranstaltungen viel Atmosphäre. Auch bei den jungen Polizisten in Ausbildung erzeugte dieser Ort bei Dunkelheit eine ganz besondere Stimmung. Nur hatte dieses Gefühl weniger mit Feststimmung, aber mehr mit leichtem Unbehagen zu tun - gerade als es in die alten, scheinbar überstürzt verlassenen Verwaltungsgebäude ging.

Doch bevor sich die Beamten in Ausbildung an Bergen von Akten und verstaubten, steinzeitlich wirkenden Computern vorbei tasteten, teilte sich jede Klasse zu Trainingsbeginn in drei Gruppen auf. Jede davon bekam ein Mannschaftsfahrzeug zugewiesen, das sie entsprechend den Anweisungen ihrer Ausbilder aufrüsteten. Drei Stationen auf dem Maxhüttengelände fuhren sie dann im Lauf der Nacht an.

Vor Ort erwarteten sie unterschiedliche Szenarios. Ein Schwerpunkt lag dabei auf dem Asylverfahrensgesetz. So sollten die angehenden Ordnungshüter Verstöße gegen eine räumliche Beschränkung und das Verbot der Erwerbstätigkeit erkennen.

Andernorts ging es um das koordinierte Vorgehen in Räumen. Die Aufgabe lautete, einen Straftäter zu stellen, der sich, mit einem Messer bewaffnet, in einem verlassenen Bürogebäude versteckt hält. Nicht nur die schlechten Lichtverhältnisse in den Abendstunden erschwerten die Suche. Das vollständig unterkellerte, zweistöckige Bürogebäude bot dem "Täter" nahezu unbegrenzte Möglichkeiten, erst einmal unsichtbar zu bleiben und dann die agierenden Beamten in einem günstigen Moment zu überraschen.

Trotz des einen oder anderen Adrenalinschubs zogen die Übungsteilnehmer für sich eine wichtige Erfahrung aus dem Training: In manchen Situationen ist es besser, auf Verstärkung zu warten.
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