5. Sulzbach-Rosenberger Schmerzforum im St.-Anna-Krankenhaus
Was Kranke lehren können

Maria Boßle, die Leiterin der Selbsthilfegruppe, erzählte von ihren Erfahrungen. Bild: bba
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Sulzbach-Rosenberg
09.07.2016
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Ein informatives Programm: Die medizinische Geschichte des Fibromyalgie-Syndroms mit effektiven Therapien, der ganzheitliche Ansatz bei der Schmerztagesklinik in Amberg sowie eine Podiumsdiskussion mit erlesenen Teilnehmern waren Schwerpunkte des 5. Sulzbach-Rosenberger Schmerzforums im St.-Anna-Krankenhaus.

Vorstand Klaus Emmerich begrüßte die zahlreichen Gäste. Maria Boßle, Leiterin der Selbsthilfegruppe der Herzogstadt, erinnerte an das Buch von Elisabeth Lukas "Der Schlüssel zum selbst erfüllten Leben", in dem die Autorin das Konzept Viktor Frankls beschrieb, eines Wiener Psychologen und Neurologen. Chronisch Kranke würden beweisen, zu was der Mensch unter schwierigsten Bedingungen fähig sei. Durch ihr Ja zum Leben könnten sie Gesunde, die am Leben zu verzweifeln drohen, mitreißen.

Ohne Murren


Chronisch Kranke und ihre Angehörigen würden mit ihren Errungenschaften wie Alltagsbewältigung ohne Murren, Dankbarkeit für die kleinen Freuden und geduldige Rücksichtnahme aufeinander zu Lehrmeistern, so Boßle, die anschließend einen eigenen Krankheitstag beschrieb.

Engagiert warb die Betroffene für die Selbsthilfegruppe Chronischer Schmerz Sulzbach-Rosenberg, die der Deutschen Schmerzliga angehört. Mit der richtigen Therapie finde der Patient zu mehr Lebensqualität, seelische und soziale Folgen gemindert, lebensbedrohliche Krisen gemeistert oder auch Depressionen und Ängste minimiert werden.

Dr. Roman Koshedup, Leitender Oberarzt der Rheumatologie am Krankenhaus Hohe Warte in Bayreuth, gab einen Einblick in das Fibromyalgie-Syndrom. Diese weit verbreitete Schmerzerkrankung treffe zwei bis fünf Prozent der Menschen im Alter zwischen 25 und 50 Jahren, trete gehäuft familiär auf und trage deutliche Zeichen der Veränderung der kleinen Nervenfasern. Die Hohe Warte biete für Patienten eine spezielle multimodale Schmerztherapie.

Mit sozialen Aspekten


Eine gute Adresse für Betroffene sei ebenso die Schmerztagesklinik in Amberg, die Dr. Ursula Kleine vorstellte, die leitende Oberärztin der Schmerzambulanz und -tagesklinik in Amberg. Der chronische Schmerz habe ein vielschichtiges Krankheitsbild und neben der physischen Behandlung erfordere die Behandlung einen ganzheitlichen Ansatz, der alle psychischen und sozialen Aspekte mit einbeziehe. Ärzte, Physiotherapeuten und Psychologen arbeiteten Hand in Hand, die Tagesklinik ist unter 09621/38 15 97 oder unter schmerztherapie@klinikum-amberg.de erreichbar.
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