60plus-Stammtisch mit Peter Zahn – „Natur interessiert nicht nur junge Leute“
Umweltschutz fängt morgens an

Peter Zahn klärte bei 60plus über Möglichkeiten zum Natur- und Umweltschutz auf. Bild: Gebhardt

"Wie kann ich im Alltag die Natur schützen?" Antworten auf diese Frage gab beim monatlichen Stammtisch der SPD-Arbeitsgemeinschaft 60plus im Altstadtcafé der städtische Umweltschutzbeauftragte und Kreisvorsitzende des Bundes Naturschutz, Peter Zahn. Nicht nur die großen Energiefresser seien verantwortlich für den Erhalt oder die Schädigung der natürlichen Lebensverhältnisse, sondern jeder Einzelne, betonte er.

Senioren wollen mitmachen


"Der Schutz der Umwelt ist nicht nur für junge Menschen von Interesse. Auch Senioren und Seniorinnen können und wollen etwas dazu beitragen", sagte die stellvertretende Vorsitzende Helma Dirrigl bei der Begrüßung.

Große Sorgen bereiteten die zunehmende Klimaerwärmung und der Flächenverbrauch für Gewerbe- und Baugebiete sowie Straßen. Zwar gebe es Beschlüsse auf höchster politischer Ebene, dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten und die Erderwärmung zurückzufahren. Größere Erfolge seien aber bis heute noch nicht festzustellen, kritisierte Peter Zahn.

Viele Städte und Gemeinden griffen mit der steten Ausweitung von Industriegebieten in die Natur ein. Kommunalpolitiker begründeten das mit der Notwendigkeit, Arbeitsplätze zu sichern oder zu schaffen. "Leider gerät dabei in vielen Fällen der Gedanke des Naturschutzes in den Hintergrund", stellte Zahn fest. "Und das, obwohl der Naturschutz in Bayern Verfassungsauftrag hat."

Artikel 141 der Bayerischen Verfassung, die Grundlage für alle Gesetze sei, verpflichte jedermann, mit der Natur und der Landschaft pfleglich umzugehen. Dieser Grundsatz gelte somit für alle staatlichen Stellen und politische Verantwortlichen auf allen Ebenen und für jeden Bürger.

Alternative Regenwasser


Die Möglichkeit, sich für den Umweltschutz einzusetzen, beginne bereits frühmorgens und ziehe sich über den ganzen Tag hinweg. Sparsamer Umgang mit Trinkwasser bei der Morgentoilette und die Verwendung von Regenwasser, zumindest teilweise, schone wertvolle Ressourcen.

Für die Produktion von Papier würden allein in Deutschland jährlich 50 Millionen Kubikmeter Holz benötigt. Da in der Bundesrepublik aber nur rund 40 Millionen Kubikmeter geschlagen würden, müsse der Rest aus anderen Ländern importiert werden, die aber in diesen Regionen selbst dringend benötigt würden.

Die größten Energiefresser


Beim Umgang mit Strom, Licht und Heizung sollte der eine oder andere Verzicht oder die Verwendung anderer Techniken wie Energiesparlampen überlegt werden. Zu den größten Energiefressern im Haus gehörten aber der Kühlschrank, die Waschmaschine, die Wäscheschleuder und der Elektroherd.

Einsparpotenziale bei der Energie biete auch die häufigere Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs. Um Anreize zu schaffen, vom Individualverkehr auf Busse und Bahnen umzusteigen, wäre eine andere Preisgestaltung sinnvoll, führte der Referent aus. Für kurze Strecken legte er seinen Zuhörern nahe, zu Fuß zu gehen oder mit dem Rad zu fahren.

Schließlich sollte man beim Einkauf Lebensmittel und andere Waren aus der Region bevorzugen: "Das vermeidet so manchen Transport auf der Straße."
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