Abschlussgottesdienst auf dem Annaberg
Mit offenem Herzen weitertragen

Die Haltungen der Gerechtigkeit, des Friedens und der Barmherzigkeit stellte Festprediger Reinhard Pappenberger heraus.

Anneliese und Hildegard sind seit vielen Jahren treue Annabergbesucher: "Wenn die Zeit kommt, muss man einfach auf den Berg". Die Wallfahrtswoche ging nun auch für sie zu Ende: Bei der immer würdigen und festlichen musikalischen Gestaltung konnten alle Hauptgottesdienste am Freialtar gefeiert werden.

Täglich strömten viele Pilger zu den religiösen Feiern und erlebten die Messen in gesammelter Atmosphäre. "Sich Christus als Vorbild zu Herzen zu nehmen und in seinen Spuren zu gehen, macht den Menschen glücklich", stellte Weihbischof Reinhard Pappenberger bei seiner Festpredigt am zweiten Annabergsonntag klar.

Der Chor und die Bläser der Pfarrei St. Marien gestalteten den gestrigen Pontifikalgottesdienst auf dem Annaberg. "Hausherr" Dekan Walter Hellauer erinnerte nach dem Einzug mit den Bannerabordnungen der kirchlichen Vereine an eine Woche, in der sich viele Menschen wie Mutter Anna der Barmherzigkeit Gottes anvertraut hätten. Diese Grundhaltung wurde in diesem Heiligen Jahr den Gläubigen in der Heiligen Pforte an der Wallfahrtskirche sichtbar vor Augen gestellt: "Wir wissen, dass wir uns mit all unserem Versagen und Schuld Gott immer anvertrauen können".

"Wer ist der Narr?"


Weihbischof Pappenberger erläuterte, dass man die biblischen Texte aus diesem Sonntag nicht unbedingt zu einem Schlussgottesdienst erwarten würde, da sie nicht abrunden, sondern deutlich Schwächen anprangern und nichts schön reden. "Wer ist der Narr aus dem Evangelium, der gierig neue Scheunen baut, um noch mehr Vorräte sammeln zu können?", hinterfragte der kirchliche Würdenträger.

Ähnlich formulierte Papst Franziskus auch Gedanken beim derzeitigen Weltjugendtag: Manche Jugendlichen seien schon pensioniert, bevor sie überhaupt mit dem Leben angefangen haben, manche Menschen hätten das Handtuch geworfen, bevor sie überhaupt gekämpft hätten. Nicht selten probiere der Mensch zu viel aus, verkaufe seine besten Jahre, verliere Energie und besitze am Schluss nichts mehr, weil er das Beste nicht mehr habe.

Pappenberger zitierte Johannes Paul II., dass die Heilige Pforte, auch wenn sie geschlossen werde, eine lebendige Pforte bleibe, die Jesus Christus heiße. "Haltet dieses Tor offen", forderte das katholische Oberhaupt damals auch: Es gelte für uns Gläubige heute, die Haltungen der Gerechtigkeit, des Friedens und der Barmherzigkeit durch offene Herzen weiterzutragen und immer wieder erleb- und spürbar zu machen.

Große Festwoche


Eine großes Festwoche des Glaubens, aber auch eine Woche der Kommunikation und der Geselligkeit ging zu Ende: Die Besucher konnten durch das vielfältige religiöse Angebot auch ihre Seele mal baumeln lassen und Kraft für den Alltag schöpfen. Das leibliche Wohl kam bei einer rundum gelungenen Annabergfestwoche nicht zu kurz - die Fieranten waren jedenfalls zufrieden.
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