Aus den Predigten zum Jahreswechsel
Nöte, von denen keiner weiß

Vom Schloss aus gerade noch zu sehen war der Luitpoldplatz. Das Feuerwerk verschwand größtenteils im Dunst. Bild: bmr
 
Das war absehbar: Am Annaberg hinterließen feiernde Gruppen wieder ein Chaos. Scherben, Böllerreste, Feuerwerks-Überbleibsel und ein paar Päckchen Donnerschläge zierten gestern die Aussichtsplattform. Bilder: ge (2)

Viele Menschen daheim vor dem Fernseher, die Feierwütigen in der Innenstadt unterwegs, und dichter Nebel über allem: Das Wetter an Silvester meinte es nicht gut mit den Feuerwerkern, die wieder mächtig schossen. In den Kirchen zogen die Pfarrer die Bilanz eines durchwachsenen Jahres.

Pfarrer Wolfgang Bruder predigte am letzten Abend des Jahres in der Christuskirche: "Welche Erfahrungen haben wir gemacht in diesem Jahr, und können wir mit Paulus sagen: Christus hat mich hindurch getragen?"

Das letzte Jahr war ein bewegtes Jahr. Oft wurde es dominiert von den Katastrophen, die via Medien zu uns ins Wohnzimmer kamen. "Ich habe viele Nöte hier bei uns erlebt, von denen nichts in der Zeitung steht."

Pfarrer Dr. Roland Kurz predigte in St. Barbara und Hahnbach. "Warum fängt das neue Jahr nicht mit der Geburt Christi an?", fragte er in seiner Predigt am Altjahresabend. Doch wichtiger als eine kleine historische Aufklärung sei die Frage, die das Johannesevangelium aufwerfe: "Brauchen wir eine Erlösung?" Diese sei aber nur im Blick auf den menschgewordenen Gott möglich - unabhängig vom Termin des Jahreswechsels.

Trösten wie eine Mutter


Über den Trost sprach Pfarrer Wolfgang Bruder zu Neujahr mit der Jahreslosung: "Ich will euch trösten, wie eine Mutter tröstet." Bei uns verstehe man Trost oft als Beistand angesichts eines unabwendbaren Geschehens. In der Bibel sei Trost mehr, nämlich ermahnen, aufrufen, aufrütteln. "Also gerade das scheinbar Unabwendbare nicht akzeptieren, sondern die Situation veränden oder auch, weil sich von Gott her etwas verändert hat." Die Hilfe Gottes, der tröstet wie eine Mutter, gehe weit darüber hinaus.

Gut durch 2016 kommen


"Nichts kann uns von der Liebe Gottes trennen", stellte Pfarrer Uwe Markert in St. Johannis Rosenberg voraus. "Dass Gott bei uns ist, das ist wie die feste Zusage der Eltern, wenn man eine Nachtwanderung macht und die Kinder Angst haben. Aber an der Hand der Eltern fühlen sie sich dann sicher und geborgen. In diesem Vertrauen auf Gott werden wir auch gut durch das neue Jahr 2016 kommen!"

"Man muss sich wirklich Mühe machen, um eine positive Bilanz des Jahres zu ziehen, weil die negativen Prägungen des Jahres sehr akut und überwältigend waren", bilanzierte Pfarrer Saju Thomas in der Herz-Jesu-Kirche in Rosenberg zum Jahreswechsel.

Die Familien und ihre Probleme im pastoralen Beruf habe Papst Franziskus durch eine Sondersynode in den Mittelpunkt gerückt, ebenso Richtlinien für finanzielle Transparenz. Die "Kirche für die Armen" sei vom Papst auf vielen Wellen des neuen Umdenkens in der ganzen Welt propagiert worden.

Ehrenamt sei Dank


Große Ehre gebühre natürlich allen ehrenamtlich engagierten Menschen für die Obdachlosen und Hoffnungslosen in einer Zeit der großen Bürokratie ohne Papier, Diplomatie und Protokoll. "Es ist eine wahre Demokratie der Freiheit und der Selbstbestimmung des Volkes für das Gute durch die Nächstenliebe!"

Kirchen-StatistikDie Kirchen geben an Silvester traditionell ihre statistischen Zahlen bekannt. Wir haben sie für die vier Pfarrgemeinden gesammelt.

Pfarrgemeinde St. Marien

27 Taufen, 12 Trauungen, 73 Sterbefälle, 33 Erstkommunionen, 2 Kircheneintritte, 18 Kirchenaustritte.

Herz Jesu Rosenberg

30 Taufen (28 Kinder, 2 Erwachsene), 4 Trauungen, 41 Sterbefälle, 14 Erstkommunionen, 46 Firmungen, 1 Kircheneintritt, 13 Austritte.

Christuskirche

47 Taufen, 4 Trauungen, 95 Beerdigungen, 65 Konfirmanden, 2 Eintritte, 29 Austritte.

Johanniskirche

18 Taufen, 9 Trauungen, 28 Beerdigungen, 22 Konfirmanden, 1 Kircheneintritt, 14 Kirchenaustritte.

Poppenricht: 6 Taufen, 3 Trauungen, 2 Beerdigungen, 14 Konfirmanden, 1 Kircheneintritt, 5 Kirchenaustritte. (ge)
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