Außenrenovierung der Pfarrkirche St. Marien beginnt
Von nationaler Bedeutung

Ziemlich marode sieht die Kirche außen an einigen Stellen aus. Bei der Sanierung der Treppen hofft die Kirche übrigens auf die Stadt, denn sie liegen auf kommunalem Grund. Bilder: Gebhardt (3)
 
"Wir greifen Rücklagen an, hoffen aber auch auf Spenden und Zuwendungen." Zitat: Dekan Walter Hellauer

Renoviert wird immer irgendwas. Die Pfarrkirche St. Marien zum Beispiel. Seit 1360 erfuhr sie zahllose Reparaturen, Anbauten, Veränderungen. Aber jetzt steht ein mächtiger Brocken vor der Kirchentür: Die Außensanierung wird rund 1,8 Millionen Euro kosten. Bei der Finanzierung hilft jetzt das Denkmalamt - mit einer wichtigen Bestätigung.

Seit 2000 hat die katholische Kirchengemeinde St. Marien ganz schön investiert in Kindergärten und Kirchen. Jetzt ist die Außenrenovierung der Pfarrkirche an der Reihe, und Dekan Walter Hellauer als Vorsitzender der Kirchenverwaltung gab im Gespräch mit unserer Zeitung Auskunft über die Pläne, assistiert von Monika Frieser und Werner Hedrich vom gleichnamigen Architekturbüro, die für Planung und Baubetreuung verantwortlich sind. Zunächst handelt es sich um zwei Bauabschnitte: Der erste umfasst die Fundamentsanierung und soll im März starten, es folgt der zweite mit der Fassade.

Ohne Förderung geht nichts


Die letzte Gesamt-Außenrenovierung datiert von 1984, und die Architekten untersuchten nun das Gebäude. Sie fanden einiges: Risse in den Außenwänden, schadhaften Putz, reparaturbedürftige Fassaden und Sandstein-Skulpturen, Verunreinigungen durch Tauben, Schäden an der Verglasung, an der Kupferabdeckung, den Eingangsstufen und vieles mehr. Das alles summiert sich auf rund 1,8 Millionen Euro, die von der Kirchenverwaltung aufzubringen sind. Wie soll das gehen? Dekan Hellauer signalisierte, dass es einen Zuschuss der Diözese geben wird von rund 40 Prozent, ansonsten aber kein Kredit oder ähnliches zum Tragen komme. Die Förderung vom Staat über den sogenannten Entschädigungsfonds hängt aber von der Einstufung des Bauwerks ab.

Und hier half das Landesdenkmalamt: Es bestätigte jetzt die nationale Bedeutung der Pfarrkirche: "Die innerhalb Bayerns und Deutschlands historisch herausgehobene Stellung der Pfarrkirche "Unserer Lieben Frau" begründet sich vorrangig damit, dass sie die Mutterkirche des ersten Simultaneums der europäischen Kirchengeschichte ist." Diese Einstufung werde die Förderung positiv beeinflussen, sind sich die Verantwortlichen sicher. Trotzdem bleiben für die Pfarrgemeinde noch hohe sechsstellige Kosten übrig. "Wir greifen Rücklagen an, hoffen aber auch auf Spenden und Zuwendungen", signalisierte der Dekan. Wenn alles klappt, könnte es im März losgehen.

Wir greifen Rücklagen an, hoffen aber auch auf Spenden und Zuwendungen.Dekan Walter Hellauer


Bauabschnitt IAus- und späterer Wiedereinbau der angrenzenden Granitpflasterbeläge

Freilegung des Außenmauerwerks (unterschiedliche Bodenarten und Gründungstiefen)

Sanierung des Außenmauerwerks, Fundamentsanierung, Stabilisierungsring, Unterfangung

Entfeuchtungsgraben und Blitzschutz-Ringleitung mit Anschluss an den Bestand

Geländeabsenkung und Schlosserarbeiten an der Rampe und der Stufenanlage

Barrierefreier Zugang an der Nordseite

Erneuerung der zweiflügeligen Kirchentür an der Nordseite, weil eine größere Höhe erforderlich ist

Neue Fundamente für spätere Einbauten

Archäologie: Neben der Beaufsichtigung der Arbeiten ist auch mit zusätzlichen Grabungen zu rechnen. (ge)
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