Barmherzigkeit heißt Mitgefühl
Prälat Peter Hubbauer hält auf dem Annaberg eine Festpredigt

Bei der Bezirkswallfahrt der Kolpingsfamilien zeigten die Mitglieder auf dem Annaberg Flagge. Bilder: bba (2)

"Die Barmherzigkeit ist immer größer als das menschliche Versagen", meinte Prälat Peter Hubbauer in seiner Festpredigt auf dem Annaberg. "Dort wo Menschen Grenzen haben, in Schuld geraten, greift die Barmherzigkeit Jesu. Wir Menschen erfahren in unserer Not, mit unseren Fehlern und Schwächen, diese Barmherzigkeit", sagte der Festprediger.

Zur Bezirkswallfahrt der Kolpingsfamilien auf den Annaberg zogen neben dem Prediger auch Bezirkspräses Josef Irlbacher, Dekan Walter Hellauer, Kaplan Franz Becher und Gemeindereferentin Maria Witt an den Freialtar. Die Messe gestaltete der Kirchenchor der Pfarrei Heilige Dreifaltigkeit (Amberg) unter der Leitung von Christian Farnbauer.

Nach der Perikope über Seligpreisungen erinnerte Prälat Hubbauer aus Regensburg an die Tradition der Heiligen Jahre, die auf das Alte Testament und den Alten Bund zurückgehe. Alle 50 Jahre wurde dies gefeiert. Schulden wurden erlassen, Gefangene kamen frei und Sünder erfuhren Vergebung. Alle Menschen sollten die Möglichkeit haben, ihr Leben neu auszurichten. Durch diese Barmherzigkeit - Thema des Heiligen Jahres 2016 - können Menschen ihr Leben neu ordnen. "Barmherzigkeit bedeutet, mitzufühlen mit dem Elend in unserer Welt und den Mut, diese Not zu lindern, Frieden zu stiften oder sich um Gerechtigkeit zu bemühen", sagte Hubbauer. Barmherzigkeit sei aber kein Modewort, denn Gegenbegriffe wie Terror, Krieg, Hass oder Mord scheinen auf mehr Interesse zu stoßen. "Kennt Politik Barmherzigkeit?", fragte der Prediger und erinnerte an ein Beispiel eines Senators: Den Bleistift verglich er mit dem Leben, das aus Kampf bestehe, die Barmherzigkeit wäre nur der kleine Radiergummi an seinem Ende. Kampf und Auseinandersetzung bestimmen das Leben, eine erfolgsorientierte Leistungsgesellschaft denke vor allem an Karriere. Das Prinzip "Jeder ist sich selbst der Nächste" fand Hubbauer egoistisch. Diesem Denken setzte er die Seligpreisungen entgegen. Die Barmherzigkeit sei nicht so verstaubt, wie es manchmal den Anschein habe.

Barmherzigkeit bedeutet, mitzufühlen mit dem Elend in unserer Welt.Prälat und Festprediger Peter Hubbauer
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