Bericht der Feuerwehr-Kommandanten
Arbeit wächst jedes Jahr

Die Kommandanten Jürgen Schloss (links) und Armin Buchwald berichteten dem Stadtrat über die Arbeit der Feuerwehren und den Anstieg der Einsätze. Bild: Gebhardt

Sie leisten Enormes, und das zu jeder Tages- und Nachtzeit: Die Männer und Frauen der Feuerwehren sorgen für schnelle Hilfe und Sicherheit. Ihre Einsätze sind allerdings frappant angestiegen. Der Stadtrat wollte jetzt wissen: Woher kommt das, und wie geht das weiter?

Die beiden Kommandanten Armin Buchwald (Sulzbach-Rosenberg) und Jürgen Schloss (Rosenberg) hatten ihre Zahlen parat, als Bürgermeister Michael Göth sie bei der Stadtratssitzung um Auskunft bat. Buchwald brachte zunächst die Statistik: 2013 hatte die Wehr 142 Einsätze zu bewältigen, 2014 nur 117, aber 2015 schon 302.

Mehr "Kleinkram"


Die Gründe für einen Anstieg sah er nicht in der Häufung schwerwiegender, sondern eher kleinerer Hilfeleistungen. "Diese können in der Regel mit zwei bis vier Mann abgearbeitete werden." Dabei seien im vergangenen Jahr alleine 22 Insekten-Einsätze angefallen, dazu jede Menge wetterbedingter Vorkommnisse und freiwillige Tätigkeiten. "Durchschnittlich hatten wir immer 147 Einsätze pro Jahr - mit steigender Tendenz", meinte Buchwald. Sechs Personen wurden im Jahr 2015 über die Drehleiter geborgen.

Jürgen Schloss sah in Rosenberg ähnliche Tendenzen und ging besonders auf die steigende Zahl von Türöffnungen ein, ausgelöst oft durch den Hausnotruf bei Senioren. Rosenberg habe fast eine Verdoppelung der Einsatzzahlen von 99 auf 185 in 2015 erlebt. Darunter waren 23 Brände, aber auch 13 Fehlalarme durch Brandmeldeanlagen.

Bei zwei Unwetter-Ereignissen mit Bäumen auf der Fahrbahn habe die Wehr Einsatz-Abschnitte gebildet, also beispielsweise eine ganze Straße mit vielen Hindernissen statistisch nur als einen Einsatz gewertet. "1423 freiwillige Helfer leisteten über 2000 Einsatzstunden, das sind 87 Tage am Stück", erinnerte der Kommandant an 2015. 29 Personen wurden von der Wehr gerettet.

Schlimmes Erinnern


Als besonders schlimm sei den Feuerwehrleuten der 10. März 2015 in Erinnerung geblieben, merkte Schloss an. Frühmorgens ein Wohnhausbrand mit 17 Evakuierungen und zwei Personenrettungen, bei dem schon viele Schaulustige mit den Handys filmten, nachmittags dann der schwere Verkehrsunfall auf der B 85 bei Kropfersricht mit letztendlich drei Toten.

Hier erinnerte Schloss an das verantwortungslose Verhalten vieler Autofahrer an der Unfallstelle, aber auch an die vielen Gaffer, die teilweise alles filmten.

Daraufhin erhob sich im Stadrat die Frage nach der psychischen Belastung der Feuerwehrleute und professioneller Hilfe. "Wir können auf das Kriseninterventionsteam zurückgreifen", antwortete Jürgen Schloss, allerdings kämen die Belastungen oft erst einige Tage später. Armin Buchwald bestätigte das, die Wehrleute würden die Probleme aber oft untereinander diskutieren und versuchen, sie aufzuarbeiten.

Tür auf nur bei Not


Zu den Türöffnungen erklärte Buchwald auf Anfrage, dass es hier natürlich keine Konkurrenz zu Privatunternehmen gebe. "Wir kommen nur im Notfall, bei zeitkritischen Einsätzen, nicht, wenn nur der Wind die Tür zugeweht hat!"

Beide Wehren seien sehr stolz auf ihre erfolgreiche Jugendarbeit, die sich besonders dann bewähre, wenn die Personaldecke dünn sei. Die Mehrzahl der Feuerwehreinsätze spiele sich übrigens statistisch gesehen zwischen 6 und 12 Uhr ab, der meistgenannte Wochentag war der Freitag.

Bürgermeister Michael Göth dankte den beiden Kommandanten und ihren Teams ausdrücklich im Namen der Stadt und des Stadtrates für ihre unschätzbar wertvolle Arbeit zum Wohle aller Bürger.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.