Besucher schlägt mit Beil auf Wohnungsinhaber ein und verletzt diesen schwer
Erst fließt Alkohol, dann Blut

In den heute leerstehenden Geschäftsräumen des Anwesens in der Fröschau gingen früher Kfz-Teile über die Ladentheke. Die Bluttat ereignete sich im dahinter gelegenen Anbau des Komplexes.
Vermischtes
Sulzbach-Rosenberg
06.04.2016
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Auch in einem Nachbarsgarten suchten Polizeibeamte am Mittwoch nach der verschwundenen Tatwaffe. Bilder: Gebhardt (3)

Lustig war's am Mittwoch gleich nach Mitternacht nicht mehr in der feuchtfröhlichen Runde in einem Anwesen in der Fröschau. Im Gegenteil: Es wurde bluternst. Über das Motiv ließ sich noch nichts sagen. Fest aber steht, dass ein Besucher (30) zu einem Beil griff und auf den Wohnungsinhaber (45) einschlug. Dieser wurde schwer verletzt, der Täter festgenommen.

Ort des Geschehens war in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch ein mehrgeschossiges Haus inmitten des dortigen Wohngebietes, in dessen Erdgeschoss einst Kfz-Teile in einem jetzt leerstehenden Laden verkauft wurden. Warum der 45-Jährige den jüngeren Mann zu sich eingeladen hatte, war am Mittwoch noch unklar. "Fest steht aber, dass man sich kannte. Das war sicher kein überfallartiges Geschehen", formulierte Albert Brück, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz in Regensburg am Mittag.

Zahl der Teilnehmer offen


Zu diesem Zeitpunkt suchten Ordnungshüter in der Fröschau nach der bis dahin noch nicht entdeckten Tatwaffe. Es soll sich um ein Beil oder eine Art Tomahawk gehandelt haben. Ob es weitere Teilnehmer an dem alkoholschwangeren Treffen gab, war, laut Brück, nicht bekannt.

Wie dem auch sei: Irgendwann um Mitternacht ging es dann plötzlich rund. Der jüngere der beiden Männer griff gegen 0.10 Uhr zum genannten Werkzeug. Ob er dies mitgebracht oder kurzfristig vor Ort gefunden hatte, ist unklar. Auf jeden Fall traf die Klinge den Älteren am rechten Unterarm und verletzte diesen erheblich. Ob es einen oder mehrere Hiebe waren, müssen die Ermittlungen noch ergeben. Nach unseren Informationen soll eine sehr tiefe und etliche Zentimeter lange Fleischwunde geklafft haben. Das Opfer befand sich nicht in Lebensgefahr, wurde aber zur ärztlichen Versorgung ins St.-Anna-Krankenhaus in Sulzbach-Rosenberg gebracht.

Inmitten der Altstadt


Nach der tätlichen Auseinandersetzung erfuhr die Polizei über den Rettungsdienst von dem blutigen Vorfall, eilte unverzüglich in die Fröschau und gleich danach in die Wohnung des mutmaßlichen Täters inmitten der Sulzbacher Altstadt. Er wurde dort von mehreren Beamten angetroffen und festgenommen. In den ersten Morgenstunden übernahm die Amberger Kriminalpolizei den Fall von der Sulzbacher Inspektion für die weiteren Nachforschungen.

Zunächst, so hieß es seitens der Polizei-Pressestelle in Regensburg, habe "der Anfangsverdacht eines versuchten Tötungsdeliktes" bestanden. Im weiteren Verlauf des Mittwochs war dies amtlicherseits auf gefährliche Körperverletzung herabgestuft worden. Heute soll ein Amtsrichter in Amberg darüber befinden, ob Haftbefehl erlassen wird.

Eine Bitte der Polizei zur noch fehlenden Tatwaffe: „Sollten Anwohner oder Passanten im Bereich Fröschau oder vom Tatort ausgehend in Richtung Innenstadt einen derartigen Gegenstand auffinden, wird um umgehende Verständigung der Polizei in Sulzbach-Rosenberg (09661/87 44-10) oder der Kripo Amberg (09621/89 00) oder per Notruf 110 gebeten.“

Erster Bericht vom Mittwochmorgen:
Kriminalpolizei geht von versuchtem Tötungsdelikt aus: Mann bei Trinkgelage erheblich verletzt
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