Biber zum wiederholten Mal im Waldbad
Waldbad-Alarm: Biber im Becken!

Er hatte keine Dauerkarte, obwohl er schon zum wiederholten Mal das Waldbad besuchte: Ein kapitaler Biber zog Donnerstagabend seine Runden im Schwimmerbecken. Aber die Feuerwehr vermasselte ihm den Abendsport - der Nager zappelte um 22.10 Uhr im Netz.

Ein Tag wie jeder andere für die Belegschaft im Waldbad: Die letzten Gäste verabschiedeten sich gegen 19 Uhr, der Reinigungstrupp schwärmte aus, und Schwimmmeister Rudi Titze begann seine Kontrollrunde. Plötzlich, kurz nach 20 Uhr, laute Rufe von den Putz-Damen: "Da schwimmt was!" Und tatsächlich: Ein dunkler "Brocken" von einem guten Meter Länge pflügte durchs 50-Meter-Becken.

Schaden angerichtet

Rudi Titze kannte den Kerl: Er hatte schon Probleme mit ihm gehabt. Das offensichtlich auf Reviersuche befindliche Nagetier war bereits mehrfach ins Waldbad eingedrungen. Auch akustische Wildscheuchen, die das Landratsamt aufstellen ließ, hatten den Biber nicht davon abgehalten, hier am Gesträuch zu fressen und auch einiges anzurichten: Er ist verantwortlich für einen Schaden am Beckenabsauger, der einen vierstelligen Betrag kosten könnte. Ein wichtiges Kabel ist angenagt, der Haupt-Roboter zur Zeit außer Betrieb.

Feuerwehr rückt an

Der Schwimmmeister telefonierte nach einem Biberbeauftragten, doch die konnten auch nicht helfen: Sämtliche Fallen sind zur Zeit in der Kläranlage Kastl im Einsatz, wo ebenfalls ein Biber sein Unwesen treibt. Also blieb nur noch der Anruf bei der Feuerwehr und der Polizei. Kommandant Jürgen Schloss und sein Trupp rückten auch prompt an. Mit einer Art Wasser-Spritz-Strategie versuchten die improvisationsfreudigen Tierfänger, den Schwimmer in eine Ecke zu treiben. Doch der Biber entzog sich stes durch Abtauchen seinen Häschern und nutzte die gesamte Wasserfläche aus.

Fangversuche schlugen fehl

Erst als zwei mutige Wasserwachtler gegen 21.45 Uhr kurzerhand ins Becken sprangen und den Biber zusätzlich in die Enge trieben, entschied er sich zum Landgang: In der südöstlichen Ecke krabbelte der rund 25 Kilo schwere Eindringling mehrfach aus dem Becken. Doch die Fangversuche mit einem Netz schlugen zunächst erst einmal fehl. Denn dreimal entkam der massige Nager den auch im Rosenbeet mit vollem Körpereinsatz agierenden Feuerwehrleuten.

Aber die Rosenberger gaben nicht auf: Ein Scheinwerfer wurde aufgebaut, Rudi Titze schaltete sich mit einem Spritzschlauch ins Geschehen ein, und schließlich kauerte sich der Biber unter der Brücke an der Wärmehalle neben dem Becken zusammen, um sich zu putzen. Das genügte einem mutigen Feuerwehrmann, um sich anzuschleichen und mit einem langen Kescher beherzt zuzuschlagen: Der Biber zappelte im Netz!

In Freiheit ausgesetzt

Geschickt manövrierten ihn die Fänger in ein blaues Plastikfass mit Deckel. Dort bestätigte sich der Anfangsverdacht: Der Biber hatte keine Dauerkarte und erhielt deswegen einen sofortigen dauerhaften Platzverweis vom Schwimmmeister.

Die Feuerwehr transportierte ihn ab und entließ ihn an einem geheim gehaltenen Gewässer wieder in die Freiheit. Einsatz beendet, Feuerwehr, Polizei und Wasserwacht rückten wieder ab. Sie werden sich noch lange an ihren ersten Biber-Einsatz im Waldbad erinnern. (Angemerkt)
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