Bilanz der Stadtwerke
Heißer Sommer bringt Gewinn

Erneuerung, Wartung oder Reparatur der 327 Kilometer städtischer Wasserleitungen beschäftigen die Stadtwerke das ganze Jahr über. Bilder: Gebhardt (2)
 
Werkleiter Roland Kraus (links) und sein Stellvertreter Armin Wolf freuen sich über den unerwarteten Jahresgewinn der Stadtwerke.

Der Gewinn im 2015er Jahresabschluss kam doch überraschend: Gut 50 000 Euro Überschuss bei den Stadtwerken, die sonst eigentlich ja nur kostendeckend arbeiten. Aber bei näherer Betrachtung kommt der "Schuldige" ans Tageslicht: Es war der Sommer. Die Chefs der Stadtwerke wissen auch genau, warum.

Es sind drei Säulen, auf denen sich die Geschäftsfelder der Stadtwerke mit ihren 1,81 Millionen Euro Umsatz gründen: die Wasserversorgung (93 Prozent Anteil), drei stadteigene Photovoltaik-Anlagen (1,5 Prozent) und die Schlossgarage (5,5). Während die Wasserversorgung ohne ausdrückliches Gewinnstreben arbeiten soll und das auch jedes Jahr klappt, kann die Schlossgarage aber nicht kostendeckend betrieben werden.

Angesichts der vergleichsweise geringen Parkgebühren (erste Stunde frei, jede weitere ein Euro) verwundert das nicht, meinen Werkleiter Roland Kraus und sein Stellvertreter Armin Wolf im Gespräch mit der SRZ. Gerade haben Werkausschuss und Stadtrat den durch einen externen Prüfer für einwandfrei erachteten Jahresabschluss 2015 einstimmig genehmigt und die Werkleitung damit entlastet.

6,2 Millionen Euro betrug die Bilanzsumme; das sind rund eine Viertelmillion weniger als 2014. Und trotzdem lag der Jahresgewinn bei überraschenden 50 000 Euro. Ein Blick in die Wasser-Statistik gibt Aufschluss: "Wir haben 2015 rund 40 000 Kubikmeter Wasser mehr verkauft als sonst", erinnert sich Armin Wolf, und Roland Kraus setzt das ins Finanzielle um: "Das Ganze mal 1,25 Euro, und schon sind wir bei 50 000!"

Das ist des Rätsels Lösung: Die Wasserförderung stieg von 940 000 auf 980 000 Kubikmeter. Denn den Verlust von rund 88 000 Euro, den die Garage jedes Jahr einfährt, kompensieren die Stadtwerke mit anderen Einnahmequellen. Daran ist die Photovoltaik auf dem eigenen und den Dächern der Pestalozzi-Schule beteiligt - sie brachte 2015 rund 25 000 Euro in die Kasse. Der Rest stammt aus den sogenannten "Nebengeschäften" der Stadtwerke - nichts Anrüchiges, sondern im Gegenteil wertvolle Dienstleistungen: Buchhaltung für Stadtbau, Gründerzentrum, Gründerpark sowie Umwelt- und Service-Gesellschaft. Und vor allem die Wartung der Fernwärme-Trasse, die jetzt im Besitz des Biomasse-Heizkraftwerk-Betreibers Danpower ist. "Hier erledigen wir auch Reparaturen und legen neue Hausanschlüsse", erklärt Roland Kraus die Leistungen, die natürlich bezahlt werden.

Altlasten aufgeführt


In der Bilanz der Stadtwerke finden sich nämlich auch noch Altlasten; sprich Kredite, die abbezahlt werden müssen. Zur Zeit sind es rund 3,15 Millionen Euro. Auf die Tiefgarage entfallen davon noch gut 700 000 Euro, der Rest auf Neuinvestitionen in die Wasserversorgung. Rund 230 000 Euro, so erklärt der stellvertretende Werkleiter Armin Wolf, werden aber per anno getilgt.

Eine halbe Million Euro stecken die Werke jedes Jahr ins Rohrnetz, das 327 Kilometer umfasst. Mit dem Wasserverkauf werden die Kosten gedeckt, damit die Gebühren (die übrigens demnächst neu kalkuliert werden) sich im Rahmen halten. Und wenn der Sommer 2017 wieder so heiß wird, dann blüht das Geschäft am Annabergweg weiter. Gut für die Bilanz, gut für die Kunden.
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