Bürgermedaille an Armin Binder und Paul Royer
Beste Botschafter der Heimat

Nach der Verleihung: Von links Laudator Dr. Markus Lommer, Armin Binder, Bürgermeister Michael Göth, Paul Royer und Laudator Andreas Royer. Bilder: Gebhardt (3)
 
Die "Bürgermedaille für besondere Verdienste" hat vier Zentimeter Durchmesser und ist aus vergoldetem Feinsilber.

Der eine erforscht akribisch die Heimat, der andere hält sie seit 64 Jahren im Bild fest - beide haben sich um ihre Stadt verdient gemacht: Armin Binder und Paul Royer besitzen nun etwas, was außer ihnen nur wenige ihr Eigen nennen dürfen: die Bürgermedaille der Stadt.

Sie sind die 30. Preisträger in der Geschichte, diesmal wieder im Doppelpack, geschnürt in einstimmiger Entscheidung des Stadtrates. Bürgermeister Michael Göth eröffnete im Rathaussaal die Festsitzung mit vielen Gästen und bisherigen Preisträgern. Zwei ausgezeichnete Laudatoren stellten die Hauptpersonen vor.

Armin Binder: "Er war sich nie zu schade, heikle Aufgaben anzupacken und zu lösen - was ihm stets gelang, mit System und Energie": Stadtheimatpfleger Dr. Markus Lommer porträtierte gekonnt den "Sulzbach-Rosenberger, Heimatfreund, Sparkasserer, Gemeinnützigen und Historiker Armin Binder", einen überzeugten Brückenbauer zwischen gestern, heute und morgen. Geboren 1935 als Sohn des berühmten Binder-Hanns, musste er seinen ersten Berufswunsch Kapitän zugunsten einer Sparkassen-Lehre aufgeben. Schon sein Vater hatte ihn und seine Geschwister eingespannt, um das damalige Heimatmuseum im Schloss mit einzurichten. 1959 heiratete Armin Binder seine Lisbeth, sie bekamen zwei Töchter.

Er gründete den Verein Literaturarchiv mit, wirkt im Heimatkundlichen Kreis, 1980 bis '82 als Stadtheimatpfleger, 1998 bis 2008 als Kreisheimatpfleger dann bis 2014 als engagierter Kreisarchivpfleger.

Von Bayreuth kam der Sparkassen-Mann 1967 als Vize-Chef zur Hauptgeschäftsstelle Sulzbach-Rosenberg und zog 1983 nach Amberg, wo er als Vorstandsvorsitzender kompetent und korrekt die Fusion der drei Sparkassen leitete. Nebenbei engagierte er sich auch noch in Vereinen und Verbänden wie den BDP-Pfadfindern für eine lebenswerte Zivilgesellschaft. Im Mittelpunkt seines Interesses, so bescheinigte Dr. Lommer dem Preisträger, stehe aber die Historie. Er half mit bei der Inventarisierung des Seidel-Nachlasses, forschte über viele Heimatkunde-Themen und auch Bertha von Sulzbach und hielt zahlreiche wegweisende Vorträge (Kirchengeschichte, Judenfriedhof, Bachviertel, Burgruine Lichtenegg).

Verdienter Applaus


Lommer blickte auf die umfangreichen Veröffentlichungen des versierten Historikers Armin Binder bis hin zur Schriftenreihe "Eisengau" und dem Heimatbuch der Gemeinde Edelsfeld und charakterisierte den neuen Medaillenträger: "Ausgezeichneter Mensch, edler Freund der Heimat, akribischer Erforscher und geschickter Vermittler der Kultur."

Bürgermeister Michael Göth überreichte beiden Preisträgern feierlich unter dem Applaus des vollen Saales Bürgermedaille und Urkunden. Den Dankesworten der Geehrten schloss sich ein Empfang im Foyer an.

Paul RoyerPaul Royer, geboren 1932 als Zwilling mit Bruder Peter, ist Fotograf seit 1952 bis heute: In diesen 64 Jahren, so rechnete Laudator Andreas Royer vor, habe er sage und schreibe rund 500 000 Bilder angefertigt.

Er stehe also für eine halbe Million Fotos, Bilder und Dias, für Hunderte Diavorträge, abendfüllende Bilderschauen, unzählige Einsätze und Engagement zur Bewahrung und Erforschung der Heimat. Paul Royer lebe aber auch die intensive Beschäftigung mit der MH-Historie, ebenfalls belegt durch tausende Foto-, Bild- und Filmdokumente.

Das probate Mittel für seine Berufung fand er nach Kriegsende in der Fotografie. Mit einer Kodak-Box-Kamera und einem Rollfilm, später einer Retina, ging er ans bis heute andauernde Werk und nutzt inzwischen auch digitale Fotografie.

Seine Wurzeln liegen im berühmten Sauforst bei Teublitz. Die Nähe zum Maxhüttenstandort Haidhof brachte Arbeit, die Industrialisierung forderte Kräfte in Rosenberg, wo die Familie hinzog und in der Maxhütte arbeitete. Der gebürtige Windschnurer verkörpere eine innige Beziehung zum Stadtteil Rosenberg, "seinem Dorf". Der MGV Rosenberg wurde für Paul Royer zweite Heimat in der Heimat - immer dabei, der Paul mit seiner Kamera. Viele private Schätze und Fotodokumente wurden ihm überlassen, viele Reisen erweiterten seinen Horizont, doch fand er stets in der Umgebung lohnende Ziele.

Aber Paul Royer ging noch einen Schritt weiter: So wurde Paula aus der Taufe gehoben - die Wäscherin an der altehrwürdigen Flei. Seit 2014 schmückt die von ihm gestiftete Bronzeskulptur die Quelle, bei der letzten Rosenberger Kirwa abgerundet durch die Büste des "Wasser-Doktors" Pfarrer Sebastian Kneipp - alle aus der Etzelwanger Kunstwerkstatt von Peter Kuschel.

Somit habe sich das Gesamt-Mosaik "Paul Royer - ein Leben für die Heimat!" stimmig zusammengefügt. "Paul Royer, stets bescheiden, hätte trotz seiner vielen Verdienste so eine Auszeichnung wie die Bürgermedaille nie angestrebt - und genau deshalb hat er sie umso mehr verdient!" (ge)
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