Chance für Biotop nach dem Öl-Skandal
Nur der Teichrand muss weg

Das Wasser ist deutlich gesenkt, der Zulauf frei und gespült Bald kann sich der Regenüberlaufteich wieder füllen. Für die Tierwelt besteht noch eine Chance. Bilder: Gebhardt (3)
Vermischtes
Sulzbach-Rosenberg
11.04.2016
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Die Fische schwimmen oben - aber nicht mit dem Bauch: Es herrscht vorsichtiger Optimismus in Gallmünz am Regenüberlaufteich. Nachdem der Wasserspiegel abgesenkt, der Zulauf abgekoppelt und gespült ist, bestehen noch Chancen für die Bewohner. Nicht der gesamte Teichgrund, wohl nur der Rand muss abgetragen werden.

Fast zwei Wochen ist es jetzt her, dass der verheerende Umweltskandal entdeckt wurde: Über die Regenwasser-Kanalisation gelangten viele hundert Liter Heizöl in den Teich am nordöstlichen Rand des Neubaugebietes (wir berichteten). Nach der sofortigen Ölbinder-Streuaktion der Feuerwehr und ersten Absaugungen durch eine Spezialfirma gehen die Sanierungsarbeiten nun in die Endphase.

Eine echte Chance


Der städtische Umweltschutzbeauftragte Peter Zahn machte sich vor Ort ein Bild der Lage, gemeinsam mit Walter Pirner von der beauftragten Protect-Umwelt-GmbH. Pirner schilderte die Vorgehensweise in den nächsten Tagen: Heute plant die Spezialfirma noch einmal eine Absaugung der Weiheroberfläche.

Dann soll der Rand des Gewässers etwa 20 Zentimeter weit abgebaggert werden. Die Erde wird in Containern zu einer Aufbereitungsanlage transportiert. Ein Ausbaggern des Teichgrundes sei nicht nötig, weil sich hier kaum etwas abgesetzt habe. Den Rest erledige die Natur selber durch Abbau. Die Fische und verbliebenen Amphibien haben also eine Chance.

Bald wieder alte Tiefe


Ist alles erledigt, dann kommt die "Blase" raus: Das ist eine Sperre, die bisher den Zulauf von Regenwasser durch die Kanalisation weitgehend verhindert hat. Es wird den Teich wieder speisen, bald soll er wieder die alte Tiefe haben.

Wie stellt sich die Situation für die Teichbewohner dar? Walter Pirner gibt Entwarnung: "Die Fische werden es gut überstehen, weil sich das Öl nicht im Wasser gelöst hat." Unterhalb der Oberfläche finde sich nichts. Nach der Absaugung und mit viel neuem Frischwasser sollten die Goldfische die Katastrophe leidlich überstanden haben.

Etwa 40 Frösche und Kröten holte Peter Zahn vom Bund Naturschutz, den die SRZ am Montag vor einer Woche alarmiert hatte, aus der Oberflächenbrühe und setzte sie, gemeinsam mit einigen Eimern Laich, in einem anderen Weiher wieder ein. Auch Zahn meinte beim gestrigen Ortstermin, dass sich der Weiher bald wieder erholen würde. Walter Pirner beruhigte die besorgten Anwohner: Ein Ölfilm werde sich noch wochenlang immer wieder irgendwo zeigen, aber das sei kein Grund zur Beunruhigung. Ohnehin sei kaum belastetes Wasser in den Wald-Ablauf gelangt. "In wenigen Wochen sieht es hier genauso aus wie vorher" -natürlich abgesehen vom abgebaggerten Rand, der sich erst wieder begrünen muss.

Ermittlungen laufen


Der Sachschaden nähert sich allmählich der 100 000-Euro-Marke. Die Ermittlungen der Polizei laufen immer noch, nach wie vor bittet sie um Hinweise (09661-8744-0). Und die Anwohner sind weiterhin aufgebracht darüber, wie mit dem Umwelt-Skandal umgegangen wurde und teilweise noch wird. Öl glättet hier keine Wogen, im Gegenteil.
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