Cornelia Aschenbach leitet seit 100 Tagen das Jugendzentrum Hängematte in Sulzbach-Rosenberg
Graffiti trifft Fifa-Turnier

Cornelia Aschenbach leitet seit 100 Tagen die Hängematte. Die 24-Jährige möchte mit frischen Ideen wieder vermehrt Jugendliche vom Angebot des Jugendzentrums überzeugen. Bild: juh
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Sulzbach-Rosenberg
16.03.2016
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Egal, ob ein Kaffee mit Freunden, ein Fifa-Turnier auf der Play-Station oder ein Graffiti-Workshop - die Hängematte in Sulzbach-Rosenberg lässt kaum Wünsche offen, wenn es um die Freizeitgestaltung von Jugendlichen geht. Seit 100 Tagen leitet Cornelia Aschenbach das Jugendzentrum. Es ist ihr Traumjob, doch nicht immer leicht.

Cornelia Aschenbach hält sich vor der großen, silbernen Kaffeemaschine auf, die im neu gestrichenen Café der Hängematte, steht. "Mit dem Zusammenbauen komme ich noch nicht so ganz zurecht", erklärt die 24-Jährige und lächelt. In ihre Aufgaben als Leiterin habe sie sich allerdings in den vergangenen 100 Tagen gut eingearbeitet. Unserer Zeitung erzählt sie von ihren Ideen, Zielen und Wünsche für ihre Zukunft im Jugendzentrum Hängematte.

Sie übernahmen vor 100 Tagen die Leitung des Jugendzentrums Hängematte. Was haben Sie davor gemacht?

Cornelia Aschenbach: Ich kam frisch von meinem Studium aus Würzburg. Dort habe ich vier Jahre Soziale Arbeit studiert. In diesem Bereich gibt es unglaublich viele Verwirklichungsmöglichkeiten. Im 5. Semester habe ich ein Praktikum im Jugendzentrum Klärwerk in Amberg gemacht. Das hat mich so begeistert, und mir war klar, dass ich mit der Jugendarbeit weitermachen will. Im Juni 2015 habe ich gesehen, dass die Hängematte die Stelle ausgeschrieben hat - da war ich schon aktiv auf Jobsuche, da ich im Oktober mit meinem Bachelor fertig wurde. Ich habe mich beworben, und es hat geklappt.

Was fasziniert Sie an der Arbeit mit Jugendlichen?

Aschenbach: Am meisten begeistert mich die Vielfältigkeit. Es ist kein reiner Bürojob, und ich komme in Kontakt mit vielen Jugendlichen und kann meine Persönlichkeit in die Arbeit mit einbringen. Wenn man länger mit Jugendlichen zu tun hat, baut man eine Beziehung zu ihnen auf und schafft eine Vertrauensbasis. Das will ich erreichen.

Wie verliefen für Sie die ersten Wochen als Leiterin der Hängematte?

Aschenbach: Die ersten Wochen haben wir viel umgestaltet - zum Beispiel die Wände im Café neu gestrichen und die Einrichtung umgestellt. Von Anfang an haben mir viele Ehrenamtliche dabei geholfen. Sie unterstützten mich sehr in meiner Arbeit, so dass ich nie alleine dastand. Ich war selbst früher bei Konzerten in der Hängematte - dadurch kannte ich einige der Helfer, was die Eingewöhnung leichter gemacht hat. Auch von der Stadt wurde ich gut aufgenommen. Mir wird da viel Vertrauen entgegengebracht. So kann ich frei arbeiten und meine Ideen auch verwirklichen. Auch Benjamin Gebhardt, der als 450-Euro-Kraft eingestellt ist, ist unbezahlbar für die Hängematte.

Haben Sie sich schon eingelebt in Ihre neue Aufgabe?

Aschenbach: Eingelebt, ja. Die Zeit vergeht so schnell, dass ich ganz überrascht war, schon 100 Arbeitstage hinter mir zu haben. Ich stecke viel Energie hinein und hoffe natürlich, dass das Früchte trägt. Ich habe mir selbst ein Jahr Zeit gegeben, um herauszufinden, welche Angebote funktionieren und welche eher nicht. Ich will sehen, was Jugendliche wollen, um mit ihnen ihre Freizeit zu gestalten. Nach dieser Zeit wird sich zeigen, was ankommt. Aber das dauert eben.

Was sind da Ihre Schwerpunkte?

Aschenbach: Die Konzerte, die einmal im Monat stattfinden, gab es schon früher, das möchte ich unbedingt beibehalten. Allerdings möchte ich die Musikrichtungen breiter fächern - von Hip Hop über Funk bis Rock, so dass für jeden Geschmack etwas dabei ist. Das Herzstück ist das Café. Dort können die Jugendlichen Kicker und Billard spielen oder sich einfach zusammensetzen und reden. Vor Kurzem habe ich eine neue Play-Station gekauft. Wir haben schon ein Fifa-Turnier veranstaltet, bei dem auf einmal 32 Jungs vor der Tür standen. Das war ein schöner Moment, dass die Veranstaltung so zahlreich angenommen wurde.

Sie haben von neuen Ideen gesprochen, die Sie umsetzen möchten. Welche sind das?

Aschenbach: Es gibt unglaublich viele Dinge, die ich umsetzen will, aber das braucht Zeit. Unter anderem möchte ich einen Karaoke-Abend veranstalten. Zudem ist das Projekt "Party-Time" in Zusammenarbeit mit dem Jugendbeirat geplant. Dabei handelt es sich um Motto-Partys, die von den Schülern auf die Beine gestellt werden sollen. Die Erste wird eine Bad-Taste-Party sein und findet am 22. April statt. Im Mai gibt es einen Graffiti-Workshop. Dabei gestalten die Jugendlichen Plakate, die anschließend im Café aufgehängt werden. Neben einem Fashion-Flohmarkt ist auch ein Do-it-yourself-Workshop für alte Möbel geplant.

Welche Jugendlichen soll die Hängematte ansprechen?

Aschenbach: Einfach alle Jugendlichen. Das Café können Menschen bis zu 27 Jahren besuchen, bei Konzerten natürlich auch ältere. Im Moment sind vor allem 17- bis 19-Jährige bei uns. Bis jetzt bin ich nicht zu denen durchgedrungen, die ich eigentlich ansprechen will: die 14- und 16-Jährigen. Aber das soll sich durch die Motto-Partys ändern.

Welches Ziel verfolgen Sie mit dem neuen Angebot in der Hängematte?

Aschenbach: Sie soll jungen Menschen einen Raum bieten, in dem sie sich ohne Erwachsene zusammensetzen und austauschen können. Sie können gemeinsam Zeit verbringen und die Atmosphäre so gestalten, wie sie es möchten. Das ist wichtig, denn in Sulzbach-Rosenberg gibt es nicht viele Orte, wo sie das können.

Was wünschen Sie sich für Ihre Zukunft in der Hängematte?

Aschenbach: Ich wünsche mir, dass ich noch mehr Stammgäste gewinnen kann und noch mehr Leute die Hängematte als Jugendzentrum wahrnehmen. Jugendliche können sich auch gerne selbst einbringen. Wenn sie Ideen haben, habe ich immer ein offenes Ohr für sie. Ich habe sehr viel Spaß an meiner Arbeit, das merkt man sicher auch. Grundsätzlich freuen wir uns, wenn sich Jugendliche oder ältere Bürger bereiterklären, ehrenamtliche Aufgaben bei uns zu übernehmen. Wer Interesse hat, kann sich bei mir melden.

Neue HomepageCornelia Aschenbach legt großen Wert darauf, so viele Jugendliche wie möglich mit ihrem Angebot zu erreichen. "Deshalb arbeiten wir gerade an einer neuen Homepage, die Mitte des Jahres online gehen wird", erklärt die Leiterin der Hängematte. Bis dahin können sich Jugendliche über die Facebook-Seite der Hängematte informieren, ob das Jugendzentrum besetzt ist oder nicht. "Für mich würde es nichts Ärgerlicheres geben, als wenn jemand vor verschlossenen Türen stehen würde." (juh)
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