"Das Gesetz schränkt Teilhabe ein"
Festakt beim Jubiläum des Hauses Rabenholz

Landrat Richard Reisinger (Mitte) gratulierte den Leiterinnen Susanne Bauer (link) und Kerstin Fink (rechts) zum doppelten Rabenholz-Geburtstag. Bilder: ads (2)

Seit 20 Jahren gibt es das Haus Rabenholz, seit fünf Jahren betreutes Gruppenwohnen - die Einrichtungen des Sozialteams für Menschen mit psychischen Erkrankungen (STZ) feierte das mit Vorträgen. Die Referenten lobten jedoch nicht nur.

"Wir fühlen uns im Haus Rabenholz rundum wohl und von der Bevölkerung in Sulzbach-Rosenberg und Amberg bestens angenommen", betonte Holger-Patrick Junghans vom Heimbeirat. Er gab einen Einblick in den Alltag der Einrichtung, berichtete von der Arbeit des Betreuungsteams, das die Nutzer im Alltag fördert.

Im Anschluss folgte die Festrede von STZ-Geschäftsführer Peter Weiß. Er stellte fest, dass sich seit der Gründung der Einrichtung und der Wohngruppe sehr viel entwickelt habe. Er sprach über das jüngst vom Bundestag befürwortete Bundesteilhabegesetz, das die Arbeit mit und für Behinderte radikal verändere. Es wäre schon lange ein Wunsch der Betroffenenorganisationen und Spitzenverbände gewesen, die Eingliederungshilfen aus dem Fürsorgesystem herauszuführen, sagte Weiß. Dadurch würden behinderte Menschen nicht zu Sozialhilfeempfängern werden. "Leider ist das erklärte Ziel durch das Gesetz zur Verbesserung der Teilhabe behinderter Menschen aus unserer Sicht zu großen Teilen gescheitert. Ja im Gegenteil schränkt das Gesetz Teilhabemöglichkeiten deutlich ein", meinte Weiß. Er ging auf relevante Punkte des 400 Seiten umfassenden Gesetzesentwurfs ein und erläuterte diese.

Landrat Richard Reisinger gratulierte zu den Jubiläen. Auf die vergangenen Jahre könnten die Mitarbeiter und Bewohner mit Stolz und Dankbarkeit zurückblicken. Die Arbeit in der weitestgehend autonomen Wohngruppe, die von motivierenden kreativen Impulsen und dem Sachverstand des Mitarbeiterteams geprägt sei, sollte nicht außer Acht gelassen werden. Grußworte folgten auch von Pfarrer Uwe Markert.

34 Mitarbeiterinnen


Die STZ-Leiterinnen Kerstin Fink und Susanne Bauer blickten auf die vergangenen Jahre zurück. Das Projekt des betreuten Wohnens hätte sich schon kurze Zeit nach dessen Einführung für die Nutzer als sehr wichtig erwiesen. In all den Jahren hätten sich sehr viele Entwicklungen und Veränderungen fachlicher, sozialer, räumlicher, technischer und interner Art ergeben. Fink und Bauer erläuterten, dass 34 Mitarbeiterinnen mit unterschiedlichen Berufen in der Einrichtung beschäftigt sind. Auf ständige Weiterbildung legen sie großen Wert.

Als Meilenstein in der Geschichte des Hauses werteten die Leiterinnen die Entwicklung des Leitbildes. Außerdem etablierten sie ein Beschwerdemanagement und gründeten den Förderverein Fipps. Die STZ-Leiterinnen gingen dann auf ihre Arbeit mit den 33 Nutzern der Einrichtung ein und gaben auch einen Einblick in den Alltag im betreuten Gruppenwohnen. Fink und Bauer kündigten an, dass sie die Kooperationen zur Anti-Stigma-Arbeit weiterentwickeln wollen.

Wir fühlen uns im Haus Rabenholz rundum wohl und von der Bevölkerung in Sulzbach-Rosenberg und Amberg bestens angenommen.Holger-Patrick Junghans vom Heimbeirat
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