Das Tagebuch der Anne Frank als Theater für Schüler
Mahnung gegen das Vergessen

Oberstudiendirektor Bernhard Kleierl führte die Schüler in die Thematik ein und mahnte: "Was damals passiert ist, darf nie wieder passieren."

Die Geschichte ist alt, und sie ist brandaktuell. Was ein junges Mädchen vor mehr als 70 Jahren erfahren musste - Intoleranz, Unterdrückung und Verfolgung -, das gibt es nach wie vor weltweit.

Sulzbach-Rosenberg. (hka) Anne Frank musste sterben, ihr Tagebuch hat sie unsterblich gemacht. Schüler des Beruflichen Schulzentrums erlebten sie im Theater. "Niemals vergessen", so lautet die Botschaft des Stücks, das nach dem Tagebuch des jüdischen Mädchens.

Bewegende Stunde


Das Forum-Theater Wien, seit 1975 Tourneetheater für Schulen in Deutschland und Österreich, gastierte damit in der Aula. Im Zuge des Deutsch-Unterrichts und anlässlich des 70. Todestages von Anne Frank wurde dem Publikum aus neun Klassen damit eine bewegende Geschichtsstunde erteilt. Schulleiter Oberstudiendirektor Bernhard Kleierl stellte nach einer kurzen Einführung die drei Schauspieler vor: Bernadette Mold als Anne, Lars Christian Heinecke als Vater Otto Frank und Lukas Rabeder als Peter van Daan. Wenig Kulissen, sparsame Requisiten und zeittypische Geräusche wie marschierende Stiefel oder Hitlerreden im Radio waren der Hintergrund, um die Welt der Anne Frank lebendig werden zu lassen. In den Dialogen zeigte sich, dass die 13-jährige Anne, die sich mit ihrer Familie und der befreundeten Familie van Daan in einem Hinterhaus versteckt hielt, ein lebensbejahender Teenager war. Sie konnte die beängstigenden Meldungen, die von außen kamen, zunächst nicht glauben.

In seinem Tagebuch, ein Geschenk zum 13. Geburtstag, schildert das Mädchen vom Sommer 1942 bis zum August 1944 das Leben der Familie in einem Versteck in Amsterdam. Die Routine eines Lebens auf Zehenspitzen, der zermürbende Alltag von insgesamt acht Personen, die sich auf engstem Raum aufhalten, die immer vorherrschende Angst vor dem Entdecktwerden, all das konnten die Schauspieler auf der Bühne in intensivem Spiel wiedergeben. Ihr Publikum war sichtlich bewegt von den Problemen und Nöten einer Gleichaltrigen, die doch in einer anderen Zeit leben musste, von der Befreiung träumte und schließlich Opfer des Holocausts wurde.

Bedrückende Realität


Das Forum-Theater, von Studiendirektorin Maria Raasch eingeladen, tritt mit Stücken von der Klassik bis zur Moderne auf, um jungen Menschen Werke der Literatur nahezubringen. "Das Tagebuch der Anne Frank", so Schulleiter Kleierl, weise auf die bedrückende Realität hin. Kriege, Vertreibung, Flucht, Lager gebe es auch heute. Deshalb sei dieses Theaterstück eine Mahnung gegen das Vergessen. "Was damals passiert ist, darf nie wieder passieren."
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.