Dekanatsfrauentag zum Thema Lieder
Gotteslob aus weiblicher Sicht

Kenntnisreich stellte Referentin Heidi Sprügel beim Dekanatsfrauentag Texterinnen und Komponistinnen im Gesangbuch vor.
 
Die Gläubigen aus fast allen Gemeinden des Dekanats sangen Frauenlieder aus Afrika und machten dazu rhythmische Bewegungen. Bilder: cog (2)

Auf der ganzen Welt loben Frauen Gott. Als Komponistinnen und Texterinnen verfassen sie Lieder, die eine ganz eigene Spiritualität zum Klingen bringen. Im evangelisch-lutherischen Dekanatsbezirk Sulzbach-Rosenberg zum Thema "Ich lobe meinen Gott - Frauen im Gesangbuch" standen diese Lieder im Mittelpunkt.

"Frauen sind die Mehrheit in der Kirche, aber die meisten Lieder im Gesangbuch sind von Männern", stellte Dekan Karlhermann Schötz fest und stimmte so die Gläubigen aus fast allen Gemeinden des Dekanats im voll besetzten Gemeindesaal der Christuskirche auf das Thema ein.

Diakonin Irene Elsner hatte für den Dekanatsfrauentag als Referentin Heidi Sprügel gewinnen können. Sie ist pädagogische Mitarbeiterin im Bereich Eine-Welt, Kirchenmusik und Umwelt am Evangelischen Bildungs- und Tagungszentrum Bad Alexandersbad. Kenntnisreich und lebendig stellte sie Dichterinnen und Komponistinnen vor, deren Lieder im Gesang- und im neuen Liederbuch "Kommt, atmet auf" vertreten sind. Von den 669 Titeln stammen 30 aus weiblicher Feder.

Name des Mannes


Allerdings könnte die Zahl durchaus höher sein, denn in den ersten evangelischen Gesangbüchern wurden die Lieder einer Frau unter dem Namen ihres Mannes aufgeführt. So wurde Elisabeth Cruciger (1504 bis 1535) von ihrem Ehemann für das Lied "Herr Christ, der einig Gotts Sohn" mit den Worten gelobt: "So, als hätte es ein Mann geschrieben." Cruciger war die erste Dichterin, deren Lieder in Martin Luthers Gesangbuch aufgenommen wurden. Zu den produktivsten Damen gehört Ämilie Juliane Gräfin von Schwarzburg-Rudolstadt (1637 bis 1706), die 587 Lieder dichtete, von denen zwei bis heute im Gesangbuch stehen: "Bis hierher hat mich Gott gebracht" (EG 329) und "Wer weiß, wie nahe mir mein Ende" (EG 530). In der neueren Zeit sind Frauen auch als Komponistinnen hervorgetreten. Doreen Potter (1925 bis 1974) brachte mit "Kommt mit Gaben und Lobgesang" (EG 229) karibische Klänge in die deutschen Kirchen.

Im neuen Liederbuch sind Frauen noch präsenter: 27 von 176 Liedern schufen sie. Sehr schön ist "Gott segne dich" (KAA 0109) von Jutta Hager, das von Freude und heiterem Gottvertrauen geprägt ist. Sprügel stellte die Lieder und ihre Autorinnen nicht nur vor, sie spielte sie auch am Klavier und sang sie gemeinsam mit den Zuhörerinnen.

In anderen Ländern finden Frauen andere Worte und andere Melodien für das Lob Gottes, aber ihre Sorgen und Freuden sind ähnlich. Sprügel stellte Songs aus Kamerun vor. Die Bewohnerinnen dort feiern in ihrem Gesängen das Leben als das größte Geschenk Gottes. "Mit ihren Liedern singen sie den Glauben wieder herbei, wenn es ihnen schlecht geht", erklärte Sprügel. Den Oberpfälzerinnen brachte sie das mitreißende "Ach, wie könnt' ich dich nicht loben?" bei. Bewegungen ergänzten das Lied, als Begleitung spielten die Frauen mit Rasseln und Klangstäben. Da erfüllte afrikanische Kraft und Sonne den Gemeindesaal.

Schön gedeckte Tische


Aber nicht nur die Besucherinnen sangen. Auch der Chor der evangelischen Frauen trug mit zwei Liedern klangvoll zum Programm bei. Pfarrerin Heidi Gentzwein hielt die Andacht über biblische Frauengestalten, die den Weg zum Reich Gottes weisen.

In bewährter Weise kümmerte sich das Team des Frauenkreises um die Bewirtung und sorgte nicht nur für schön gedeckte Tische, sondern räumte hinterher auch den Saal auf. So trugen die vielen fleißigen Hände im Hintergrund zum rundum gelungenen Dekanatsfrauentag bei.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.