Demenzberaterinnen am Krankenhaus
Menschlich, herzlich, ehrenamtlich

Sonnenblumen gab es für die ehrenamtlichen Demenzbegleiter, die im "Sonnenstübchen" des Krankenhauses Patienten betreuen. Links im Bild Krankenhaus-Vorstand Klaus Emmerich, von rechts Pflegedienstleiterin Inge Nösner, Schwester Annerose Danhauser und die Demenzbeauftragte Schwester Anita Mertel. Bild: hka

"Ein nicht bezahlbarer Segen" , "erste Sahne" und "ohne Beispiel im weiten Umkreis": Der Dienst der Demenzbegleiter im St.-Anna-Krankenhaus und der St.-Johannes-Klinik in Auerbach wird geschätzt.

Das sagte die Klinikleitung den Ehrenamtlichen jetzt auch persönlich: "Es ist schön, dass es neben der Medizin und Pflege diese menschliche Wärme gibt."

Demenz-Begleiter


Begonnen hat die Erfolgsgeschichte der Demenzbegleitung mit der Einrichtung des "Sonnenstübchens", dem Betreuungsraum, für den im St.-Anna-Krankenhaus sogar auf zwei Patientenbetten verzichtet wurde.

Es folgte die Idee, ehrenamtliche Demenzbegleiter zu gewinnen und zu schulen. Anita Mertel, die hauptamtliche Beauftragte, und Pflegedienstleiterin Inge Nösner sahen ihre Initiative von Erfolg gekrönt: Es meldeten sich fünf Frauen und zwei Männer. Auch die Schulung dieses Personenkreises nahmen die engagierten Schwestern in die Hand. Der Kurs, auf die beiden Häuser zugeschnitten und vom Krankenhaus-Förderverein finanziell unterstützt, begann im März 2015 mit einem Einführungstag und endete ein Jahr später mit Prüfung und Zertifikat.

Wissen erweitert


Verschiedene theoretische Themen erweiterten das Wissen der Schüler. Dabei ging es um Schweigepflichtunterweisung, Hygieneregeln, Brandschutzbelehrung, Reanimation und Erste-Hilfe-Maßnahmen, Information über das Krankheitsbild, praktische Tipps im Umgang mit dementen Patienten und eine umfassende Anleitung und Hospitation zur praktischen Betreuung im Demenzraum. Seit Monaten nun sind die Ehrenamtlichen im Einsatz. Schwester Annerose Danhauser erstellt die Dienstpläne, wonach von Montag bis Freitag zwei Stunden lang Patienten betreut, beschäftigt oder unterhalten werden. Es sind Frauen und Männer unter den Begleitern, die ihre Berufstätigkeit nach diesem Dienst am Mitmenschen ausrichten. "Wir sind überglücklich, und ich empfinde Sie als einen nicht bezahlbaren Segen", würdigte Oberschwester Inge Nösner diesen Einsatz.

Mit individuellen Fähigkeiten betreuen die Ehrenamtlichen ihre Patienten, sei es mit Singen, Basteln oder einfach herzlicher Zuwendung. Die Pflegedienstleiterin dankte dafür, "dass Sie diesen Patienten etwas Freude und Abwechslung bringen und gleichzeitig unser Personal entlasten". Nicht weniger begeistert über das Projekt zeigte sich Vorstand Klaus Emmerich. Aus einer Idee, deren Erfolg zunächst einmal sehr fraglich war, sei ein beispielloses Modell entstanden, ein Gewinn nicht nur für die Kranken, sondern auch für die Initiatoren. "Sie haben etwas entwickelt, was lebt, den Patienten hilft und für das wir nur bescheiden Danke sagen können, nämlich die Solidarität mit Menschen, denen es nicht mehr so gut geht."

Es ist schön, dass es neben der Medizin und Pflege diese menschliche Wärme gibt.Krankenhaus-Vorstand Klaus Emmerich


Das TeamDie ehrenamtlichen Demenzbegleiter im St.-Anna-Krankenhaus Sulzbach-Rosenberg und der St.-Johannes-Klinik Auerbach sind: Ingeborg Bauer, Ingrid Beer, Gerhard Hölzle, Brigitte Krölloff, Eleonora Meyer, Alfred Pillhöfer und Renate Rupprecht. (hka)
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