Denkmalmedaille für Ackerbürgerhaus
Großer Wert in alten Mauern

Das Ackerbürgerhaus von Hans Ertel befindet sich genau zwischen den Gaststätten Bayerischer Hof und Fuchsbeck oder anders gesagt am Luitpoldplatz, direkt unterhalb des Sulzbacher Schlosses und von dessen Mauer. Auf historischen Bauplänen ist erkennbar, dass das sogenannte Schall-Haus einst ein Gasthof war. Diese Nutzung wurde im frühen 20. Jahrhundert aufgegeben. Die Wurzeln des Gebäudes reichen bis ins Mittelalter zurück.
Vermischtes
Sulzbach-Rosenberg
01.07.2016
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Aus den Händen von Bayerns Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle (links) nahm Architekt Martin Kunert stellvertretend für Hans Ertel die Denkmalschutzmedaille für die Sanierung des ehemaligen Schall-Anwesens, Luitpoldplatz 16, entgegen. Bild: Hoffmann

Nach Gasthaus, Brauerei und Wildbrethandlung steht jetzt am Luitpoldplatz 16 ein Wohnhaus mit sechs Appartements. Das historische Gebäude mit mittelalterlichen Wurzeln sanierte Besitzer Hans Ertel mit Architekt Martin Kunert. Ein Anwesen mit so bedeutender historischer Vergangenheit rief natürlich auch den Denkmalschutz auf den Plan.

Entstanden ist nach gut zweijähriger Bau-und Sanierungszeit in unmittelbarer Nachbarschaft zur Brauerei Fuchsbeck ein multifunktionales Gebäude, das nach der "Frischzellenkur" allgemein als Schmuckstück in der Altstadt gewertet wird. Die Bemühungen um den Erhalt der alten Bausubstanz, die teilweise Verwendung von Original-Materialien sowie die sorgfältige Ausführung der mühsamen Klein- und Handarbeit war dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege jetzt die Verleihung der Denkmalschutzmedaille wert. Überreicht wurde die Auszeichnung am Donnerstag stellvertretend für den verhinderten Besitzer Hans Ertel an Architekt Martin Kunert.

In der Alten Münze, dem Sitz des Landesamtes für Denkmalpflege, unterstrich Staatsminister Ludwig Spaenle, dass die Preisträger durch ihren Einsatz für die Denkmalpflege wichtige Spuren der Geschichte bewahrt hätten. "Denkmäler sind lebendige Zeugen der bayerischen Geschichte und geben unserer Heimat ein Gesicht."

Gutes Miteinander


Generalkonservator Mathias Pfeil ergänzte, dass die ausgezeichneten Projekte ganz verschiedene Aspekte der Denkmalpflege zeigten: Einerseits, dass Denkmalpflege immer dann gelinge, wenn sie ein gutes Miteinander sei. Andererseits verdeutliche sie die Vielfalt der bayerischen Denkmallandschaft, die regionalen Unterschiede. Und alle Beispiele würden belegen, dass Denkmalpflege, die auf die Menschen zugehe, den Erhalt wertvoller Kulturgüter sichere.

In der Laudatio beim Festakt wurde deutlich gemacht, dass das Ackerbürgerhaus von Hans Ertel bis ins Mittelalter zurückgeht, Teile von Vorgängerbauten haben sich im Keller und Erdgeschoss erhalten. Als der Festungscharakter des Schlosses aufgegeben wurde, nutzte man die Gelegenheit, im Schlossgraben zweigeschossige Kelleranlagen zu errichten. Sie reichen noch heute bis unter den Luitpoldplatz; Teile davon befinden sich unter dem Anwesen von Hans Ertel.

Seit Abschluss der Instandsetzung 2013 werden sie als Gasträume genutzt. Der Wiederaufbau des Hauses nach dem Stadtbrand von 1822 sowie weitere Umbaumaßnahmen im frühen 20. Jahrhundert geben dem Gebäude seine heutige Gestalt. Weiter heißt es, dass Hans Ertel das ehemalige Ackerbürgerhaus mit großem Einfühlungsvermögen und unter Verwendung historischer Materialien und Techniken instand setzte.

So ließ er neuzeitliche Einbauten entfernen, nachträglich vermauerte Türen und Fenster wieder öffnen. Die Fassade wurde wieder nach historischem Vorbild gestaltet, historische Putze erhalten.

Wichtiges Denkmal


Heute befinden sich in dem Gebäude neben der Brauerei Fuchsbeck ein Laden und mehrere Wohnungen. Mit seinem Einsatz hat der Bauherr eines der wichtigsten Denkmäler der Altstadt erhalten. Mit seiner Vergangenheit und stadtbildprägenden Lage ist das Gebäude von großem Wert. Die Maßnahme hat Vorbildwirkung für vergleichbare Projekte sowie für die Belebung des historischen Zentrums entfaltet. (Zum Thema )
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