Denkmalschutz für ehemalige Maxhütte
Chance fürs Minimalziel

Nur dieser Bereich des Eisenwerks mit Hochofen, Plaza und engerem Umgriff soll erhalten werden. Bild: Royer
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Sulzbach-Rosenberg
21.11.2016
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Mit dem Denkmalschutz auf dem Maxhüttengelände beschäftigte sich der Stadtrat schon des Öfteren. Heute geht es in der Sitzung erneut um diese Thematik. Ansinnen der Kommune ist, nur einzelne Anlagenteile als Denkmal zu erhalten.

Ein Schreiben an das Finanzministerium sollte dieser Vorstellung Nachdruck verleihen. In der Oktobersitzung war der Stadtrat nach längerer Diskussion übereingekommen, die Antwort der Maxhütten-Verwertungs- und -Verwaltungs-GmbH (MHVV) abzuwarten und dann nochmals einen Vorstoß im bayerischen Landtag zu wagen. Außerdem wird die Weiterbehandlung in der heutigen Sitzung beantragt, und dass der Weg in München festgelegt wird, wie man das ganze Verfahren weiterbringt.

Mittlerweilen ist das Schreiben an verschiedene Stellen abgeschickt worden, darunter die Präsidentin des Landtags und die Fraktionsvorsitzenden. In diesem Brief von Bürgermeister Michael Göth wurden auch die verschiedenen Vorschläge der Fraktionen eingearbeitet.

Das Stadtoberhaupt schreibt darin, dass das Areal der MH mit seinen Anlagen, welches derzeit noch überwiegend als Denkmal eingetragen ist, nach Einschätzung der Stadt zumindest wohl nicht in diesem Umfang als Denkmal geschützt bleiben solle. Es werde aber trotzdem sehr großer Wert darauf gelegt, das Einzelteile geschützt bleiben, insbesondere der Hochofen mit Umgriff. Als Beispiel verweist der Bürgermeister auf den Hochofen im spanischen Sagunto.

Freistaat soll helfen


Auch die finanziellen Aspekte kommen in dem Brief zur Sprache. Sinngemäß heißt es dort, dass die Bewahrung und Sicherung mit verschiedenen Kosten verbunden sei. "Die Stadt Sulzbach-Rosenberg wird sicherlich nicht umhinkommen, zum Erhalt dieser baulichen Anlage auch einen gewissen finanziellen Beitrag zu leisten, ein nicht unerheblicher Teil der erforderlichen Mittel müsste jedoch vom Freistaat Bayern getragen werden." Wie Rechtsdirektor Harald Mizler und der Rathauschef beim Pressegespräch erklärten, mache es keinen Sinn, die Augen vor der Realität zu verschließen. Seit zehn Jahren würden die Anlagen zunehmend verfallen. Außerdem hätte bis dato niemand in Aussicht gestellt, zum Erhalt der denkmalgeschützten Anlagen auf dem Gelände, ohne tragfähige wirtschaftliche Nutzungsmöglichkeit, Geld in die Hand zu nehmen.

Maßnahmen zur Verbesserung der Umwelt im Westteil wurden dagegen zurückgestellt. Es sollte daher überlegt werden, sich auf ein leichter finanziell zu bewältigendes Minimalziel zu fokussieren. Dadurch würden Umweltmaßnahmen und der Erhalt des Hochofens samt Umgriff (Plaza) möglich. Nach Auffassung der Verwaltung biete das spanische Sagunto ein ähnliches Beispiel, wo ebenfalls ein entsprechendes Zeugnis der geschichtlichen und kulturellen Identität als Einzeldenkmal erhalten wurde. In der heutigen Stadtratssitzung soll über erste Reaktionen auf das Schreiben vonseiten der landespolitischen Ebene, des Eigentümers und des Landesamtes für Denkmalpflege informiert werden.

Anfang ist gemacht


"Wir sehen jetzt für die Stadt Sulzbach-Rosenberg den ersten Schritt für Folgenutzung und Förderung gemacht. Es bleibt zu hoffen, dass die anderen Stellen nun mitziehen", resümiert Göth.
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