Dipolmierungsfeier in der Polizei-Fachhochschule
"Jetzt ein Polizei-Landkreis"

Die zehn Besten des Jahrgangs mit den Gästen bei der Diplomierungsfeier. Links der Studienortsleiter, Regierungsdirektor Stefan Loos. Bilder: Gebhardt (3)
Vermischtes
Sulzbach-Rosenberg
27.10.2016
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Christian Altaner sprach für die Absolventen den Dank aus.

212 strahlende Gesichter, ein neuer Hochschul-Bürgermeister und ein Staatssekretär, der sich ganz spontan fürs W-LAN stark machen will: Die große Diplomierungsfeier bei der Polizei-Fachhochschule hatte es in sich. Und nebenbei gab es noch gute Nachrichten für den Stellenplan.

"Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege in Bayern, Fachbereich Polizei, Fürstenfeldbruck und Sulzbach-Rosenberg", dieses Wort-Ungetüm bezeichnet die "Schule der Kommissare" im Freistaat. Drei Jahre Studium endeten für alle 212 Absolventen mit dem begehrten silbernen Stern. In der BePo-Unterkunft lauschten die Studenten aus beiden Standorten zuerst dem ökumenischen Gottesdienst. Hier wie auch später gedachte der Saal des im Dienst tödlich verletzten Polizisten von Georgsgmünd.

Bald in Klosterburg


Fachbereichsleiter Ingbert Hoffmann, hieß neben Polizeiprominenz wie Polizeipräsident Johann Rast, Mittelfranken, auch Dr. Wernher Braun, den Präsidenten der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege in Bayern und Leiter des Fachbereichs Finanzwesen, Regierungsdirektor Michael Rieger (stellvertretender Sachgebietsleiter im Innenministerium willkommen. Ebenso begrüßte er Bürgermeister Stefan Braun aus Kastl, einen "künftigen weiteren Hochschul-Bürgermeister, wenn in der Klosterburg die Fachhochschule einzieht".

Lob für Engagement


Gerhard Eck, Staatssekretär im Innenministerium, lobte zunächst Landrat Richard Reisinger und Bürgermeister Michael Göth für deren Engagement ("Ich habe ständig mit ihnen zutun") und Dozenten, Ausbilder und Schüler für ihr Engagement während der langen Studienzeit.

Eck erinnerte an die hohe Arbeitsbelastung der bayerischen Polizei - 2015 habe es allein 17 241 Einsätze in Asylbewerber-Unterkünften gegeben. Auch die Abwehr des Terrorismus, der jetzt Bayern erreicht habe, fordere alle Kräfte. Diese hätten mit 41 370 den höchsten Personalstand aller Zeiten erreicht, da alleine in den letzten fünf Jahren rund 6000 Stellen dazugekommen seien. "Heuer beginnen insgesamt 1160 neue Kollegen ihren Dienst!"

Heuer beginnen insgesamt 1160 neue Kollegen ihren Dienst.Staatssekretär Gerhard Eck

2000 neue Stellen


Und das war noch nicht alles: Der Staatssekretär kündigte an, dass in den nächsten Jahren bis 2020 nochmals 2000 Polizisten eingestellt würden. Investieren werde der Freistaat auch massiv in neue Schutzausrüstung, Waffen und Technologie. Eck sprach sich auch für eine Verschärfung des Strafrechts beim Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte aus.

Der "glücklichste Landrat und der glücklichste Bürgermeister" seien heute zu Gast, erinnerte Richard Reisinger an die neue FH-Außenstelle in Kastl. "Jetzt sind wir ein richtiger Polizei-Landkreis!", danke der Landrat und äußerte aus eigener Erfahrung Verständnis für die Strapazen der teils aus weither stammenden Absolventen, die lange von ihren Familien getrennt waren. Bürgermeister Michael Göth sah wohl die psychische und physische Belastung der Polizisten, aber auch deren Flexibilität und Leidenschaft.

Der Staatssekretär überreichte gemeinsam mit dem Fachbereichsleiter, dem Landrat und den Bürgermeistern an die zehn Besten des Jahrgangs Preise und Urkunden. Die durchschnittliche Punktezahl habe 9,13 betragen - "ein hervorragendes Ergebnis!", lobte Gerhard Eck. Nach Bayern- und Nationalhymne, begleitet vom Band-Ensemble des Polizeiorchesters, ging es mit den Angehörigen zum Büfett.

Einzige Hochschule ohne W-LANChristian Altaner, Sprecher der Absolventen, erinnerte an die Leidenschaft, mit der die Dozenten ihr Wissen in den vielen Fächern vermittelt hätten. "Das gibt uns ein starkes Fundament." Die Belastung durch die räumliche Trennung von Partner und Familie sei schon sehr hoch gewesen.

Dazu sei, neben zahlreichen Funklöchern im Handy-Empfang, auch noch die Tatsache gekommen, dass man sich hier wohl "an der einzigen Hochschule Bayerns ohne W-LAN-Netz" befinde. "Es gibt keinen Zugang!" Das hörte Staatssekretär Eck mit Erstaunen und reagierte sofort: Er ließ sich die Fakten geben und versprach, sich massiv für eine Lösung einzusetzen.


Verbindung herstellenAngemerkt von Joachim Gebhardt

Nichts ist heutzutage selbstverständlicher als die Verbindung zum Internet. Schon fast jedes Café bietet freies W-LAN an, sogar in der Innenstadt soll noch heuer fast flächendeckend der kostenlose Internet-Zugang entstehen. An Bildungsstätten, gar an Hochschulen, dürfte man darüber eigentlich kein Wort verlieren.

So verwunderten die Worte des Studentensprechers bei der Diplomierungsfeier dann schon die Gäste: Kein Internet-Zugang an der Fachhochschule für Studierende, die den Kontakt mit ihren fernen Familien halten wollen oder, man stelle sich nur vor, im Internet recherchieren wollen zu ihren Studien - gibt's doch gar nicht!

Scheinbar schon. Der Staatssekretär nahm denn auch den Ball sofort auf und versprach Abhilfe. Der Studentensprecher ist seiner Aufgabe gerecht geworden - vielleicht haben künftige Generationen dann das, was sonst schon fast alle besitzen: eine kostenlose Internet-Verbindung.
1 Kommentar
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couch potatoe aus Beratzhausen | 27.10.2016 | 23:31  
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