Dr. Armin Rüger spricht bei 60plus über Ernährung im Alter
Körper reagiert anders

"Vergessen sollte man dabei nicht, dass Alter keine Krankheit ist und jeder froh sein sollte, alt zu werden und auch dann noch menschenwürdig leben zu können." Zitat: Armin Rüger

Jeder Mensch will alt werden, aber keiner will alt sein. Um dabei gesund zu bleiben, gilt es aus der Sicht von Dr. Armin Rüger vor allem eines zu beachten: "Der ältere Mensch braucht keine besondere Kost, sondern sollte die Ernährung seinem niedrigeren Energiebedarf anpassen."

Eine spezielle Diät für alle älteren Menschen gäbe es nicht, erläuterte der Mediziner beim monatlichen Stammtisch von 60plus im Altstadtcafé. Entscheidend sei, dass Essen und Trinken die Lebensqualität erhalte und sie nicht mindere. Dabei empfahl er, das Grundprinzip der Vollwertigkeit zu beachten.

Die Ernährungspyramide sehe einen wöchentlichen Genuss von Fleisch, Fisch und Eiern vor. Täglich sollten Milchprodukte, mehrfach Getreideprodukte und fünf Portionen Obst und Gemüse verzehrt werden. Zudem spiele ausreichendes Trinken eine große Rolle für ein gesundes Leben. Pro Tag sollten es mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit sein, vorwiegend Mineralwasser. Ein generelles Alkoholverbot für ältere Menschen wollte der Arzt aber nicht verhängen.

Körperliche Betätigung trage, wenn sie regelmäßig ausgeübt werde, zum Erhalt der Gesundheit bei. Überanstrengung sollte aber vermieden werden. Ältere Menschen müssten grundsätzlich bedenken, dass ihr Körper anders reagiere als in jüngeren Jahren. So bestehe das Risiko, durch Mangelernährung an Gewicht zu verlieren und bei zu wenigem Trinken "auszutrocknen". Alleinstehende essen ein Gericht aus Sparsamkeitsgründen oder aus Gewohnheit mitunter mehrmals. Vitaminmangel könne die Folge sein.

Belastend für Senioren könnten körperliche und geistige Beeinträchtigungen, Alleinsein, eine unbefriedigende Wohnsituation in der eigenen Wohnung oder im Altersheim sowie ein geringes Einkommen sein. Menschliche Zuwendung von Verwandten, Bekannten oder Helfern aus sozialen Einrichtungen könne diese Probleme zwar nicht vollkommen ausräumen, aber doch mildern. "Vergessen sollte man dabei nicht, dass Alter keine Krankheit ist", sagte Rüger, "und jeder froh sein sollte, alt zu werden und auch dann noch menschenwürdig leben zu können."

Vergessen sollte man dabei nicht, dass Alter keine Krankheit ist und jeder froh sein sollte, alt zu werden und auch dann noch menschenwürdig leben zu können.Armin Rüger
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