Dr. Katja Rödiger und Dr. Armin Rüger bei Siedlergemeinschaft Feuerhof
Verfügung und Vollmacht

Aufmerksam lauschte das Publikum bei der Veranstaltung den Ausführungen der Referenten. Bild: ksa

Im vollbesetzten Saal des Gasthauses Zum Bartl lauschten die Zuhörer gespannt den informativen und verständlichen Ausführungen der beiden Vortragenden Dr. Katja Rödiger (Notarin) und Dr. Armin Rüger über die Themen Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Patientenverfügung.

Eigentlich sinnlos


Die Zuhörer erfuhren auf Einladung der Siedlergemeinschaft Feuerhof (SGF), dass man mit einer Patientenverfügung Dinge bis ins letzte Detail bestimmen kann, die mit einem gemacht oder nicht gemacht werden sollen, wenn man selbst nicht mehr in der Lage ist - sei es aus körperlichen oder geistigen Gründen - seinen Willen zu äußern. Gleichzeitig wurde betont, dass solch eine Verfügung ohne Vorsorgevollmacht, in der eindeutig erklärt wird, wer den Willen des Patienten vertritt, eigentlich sinnlos ist. Die Vollmacht könne man beim Notar anfertigen oder gegen eine geringere Gebühr beglaubigen lassen. Im ersten Fall bleibe eine Kopie beim Notar, ansonsten gebe es nur ein Exemplar. Liege keine Vollmacht vor, wenn ein Mensch sich nicht mehr äußern kann, so werde vom Gericht ein Betreuer bestellt.

Wenn man also nicht wolle, dass fremde Menschen, auch wenn sie es gut und nach den Gesetzen meinten, über sein Wohl und sein Vermögen bestimmen, so sollte jeder eine Vorsorgevollmacht haben. Selbstverständlich müsse der Vorsorgebevollmächtigte vorher gefragt werden, ob er denn auch die Verantwortung übernehmen möchte, und ebenso selbstverständlich wissen, wo diese aufbewahrt wird.

Habe man nun niemand, dem man so recht über den Weg traue, was zwar nicht schön sei, aber hin und wieder vorkommen soll, so biete sich die Betreuungsverfügung an. Mit dieser werde automatisch das örtliche Gericht tätig, sobald der Betroffene nicht mehr seinen Willen äußern könne. Selbst nicht mehr handlungsfähige Personen könnten so eine Betreuungsverfügung verfassen lassen.

Langsam rauchte den Anwesenden so ein bisschen der Kopf, denn die Referenten hatten noch viel mehr interessante Informationen zu bieten. Sie sahen die Veranstaltung auch nicht als Anleitung zur Erstellung dieser Dokumente, sondern als dringende Aufforderung sich mit den Themen auseinanderzusetzen, darüber in der Familie und mit Freunden zu reden und dann den Notar oder den Arzt aufzusuchen. Es besteht natürlich auch die Möglichkeit, Vordrucke aus dem Internet oder dem Buchhandel zu nutzen und diese dann beim Notar beglaubigen zu lassen oder einfach nur selbst zu unterschreiben. Dabei sei weder die teuerste oder die billigste Lösung die beste, diese Dinge müsse jeder für sich alleine entscheiden.

Öfter am Feuerhof


Siedler-Vorsitzender Klaus Frieser bedankte sich bei der neu in Sulzbach-Rosenberg tätigen Notarin Dr. Rödiger, die erstmals in der Öffentlichkeit einen Vortrag gehalten hatte, und beim "Hausarzt" der SGF, Dr. Rüger, der schon öfter am Feuerhof zu Gast war. Unter Applaus überreichte er kleine Geschenke.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.