Drei Fragen an die Jäger-Chefin
Rehbrunft: Den Straßenrand im Blick

Lore Kaiser gibt Tipps zur Verkehrssicherheit während der Rehbrunft. Bild: ge


Drei Fragen an die Jäger-VorsitzendeRehbrunft: Den Straßenrand im Blick

Sulzbach-Rosenberg. (ge) Während die meisten Wildtiere ihre eigenen Strategien entwickelt haben, um die Hitze wohlbehalten zu überstehen, hat das Rehwild im Hochsommer seine Brunft und ist besonders aktiv. Der Bock treibt die Geiß durch Wald und Feld und liefert sich mit Rivalen Kämpfe und Verfolgungsjagden. Die SRZ stellte der BJV-Kreisvorsitzenden Lore Kaiser dazu drei Fragen.

Frau Kaiser, wann ist der Straßenverkehr besonders gefährdet?

Lore Kaiser: In den frühen Morgenstunden und in der Abenddämmerung sind die Rehe besonders aktiv. Fahren Sie auch in Ihrem eigenen Interesse besonders vorsichtig. Speziell bei Fahrten durch Waldstücke, entlang von Hecken oder zwischen hohen Ackerbaukulturen wie Maisfeldern kann unvermittelt Rehwild auf der Straße auftauchen. Behalten Sie daher immer den Fahrbahnrand im Auge und seien Sie stets bremsbereit. Ein Reh kommt zur Zeit der Brunft selten allein. Taucht auf der Fahrbahn ein Reh auf, sollte sofort abgeblendet und kontrolliert gebremst werden. Ist ein Zusammenstoß nicht zu verhindern - keinesfalls unkontrollierte Ausweichmanöver versuchen.

Wie verhält man sich richtig nach einem Wildunfall?

Die goldene Regel lautet: Ruhe bewahren! Schalten Sie die Warnblinkanlage ein, legen Sie Ihre Warnweste an und sichern Sie die Unfallstelle mit dem Warndreieck. Personenschutz geht vor! Verletzte Tiere dürfen nicht angefasst werden. Ist das Wild tot, sollte man es mit Schutzhandschuhen an den Rand ziehen, um weitere Unfälle zu vermeiden. Das getötete Wild darf keinesfalls mitgenommen werden - das wäre Wilderei.

Was ist, wenn das Tier noch lebt?

Auch wenn das Wild nach der Kollision scheinbar unversehrt weiterläuft, ist es meist schwer verletzt und geht jämmerlich zugrunde. Daher muss ein Wildunfall unverzüglich der Polizei gemeldet werden. Diese informiert dann den Jagdpächter, der sich mit seinem Hund auf die Suche macht. Die Versicherungen übernehmen den Schaden nur dann, wenn der Wildunfall von der Polizei bestätigt wird.
Weitere Beiträge zu den Themen: Kaiser (6)Wildunfall (8)Rehbrunft (1)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.