Echte Solidarität gelebt

 
Vorsitzender Armin Kraus (rechts), Bürgermeister Michael Göth (Dritter von rechts) und MdL Dr. Harald Schwartz (Fünfter von rechts) mit den Funktionären und Vereinsjubilaren bei der Barbarafeier. Bilder: Hartl (2)

Wegen vieler altersbedingter Sterbefälle sinkt beim Bergknappenverein der Herzogstadt, wie bei anderen Traditionsvereinen auch, die Mitgliederzahl. Bewundernswert ist aber dennoch, dass die Aktivitäten zur Bewahrung der bergmännischen Tradition fortgesetzt werden.

Sulzbach-Rosenberg. (bt) Persönliches und Geschichtliches zum Bergbau im Amberg-Sulzbacher Land bot 2. Bürgermeister Günter Koller in seinem Festvortrag bei der Barbarafeier im Wagnersaal. Dazu freute sich Vorsitzender Armin Kraus über das Interesse von Kommunalpolitikern, Vertretern befreundeter Vereine, den Ehrenmitgliedern Hans Steiner und Georg Sperber sowie der Jubilare, die für jahrzehntelange Treue zum Bergknappenverein geehrt wurden. Zuvor fand ein Gottesdienst in der Christuskirche statt, den Pfarrer Dr. Roland Kurz feierlich gestaltete.

In Grußworten lobten Bürgermeister Michael Göth, 2. Bürgermeister Günter Koller, der Landrat Richard Reisinger vertrat, MdL Dr. Harald Schwartz und Siegfried Bauer vom Landesverband Bayerischer Bergmanns-, Knappen- und Hüttenmännischen Vereine das Engagement des Bergknappenvereins. Dieses gehe über die Pflege der Tradition und das Erinnern an die Montanindustrie hinaus. Dies sei um so wichtiger, da die Anzahl derjenigen, die noch im Bergwerk arbeiteten, in den letzten Jahren stark zurückgegangen sei. Kein übliches Fachthema prägte die Festrede, sondern welche persönliche Schnittmenge es zwischen dem 2. Bürgermeister und der Bergbautradition im Amberg-Sulzbacher Land gebe. So schilderte Koller, an welchen Stellen er während der Berufsausbildung, des Studiums und der Berufstätigkeit mit dem Bergbau in Berührung kam.

Vom Büchsenpfennig

Auch als das Studium der Sozialpädagogik begann, sei er bei seinem Referat "Geschichte der sozialen Absicherung der Arbeitnehmer in Deutschland" auf die "Büchsenkasse" gestoßen, die wohl erste bergmännische Sozialkasse. Der sogenannte Büchsenpfennig als Vorläufer der heutigen Knappschaftskasse garantierte finanzielle Hilfe für Kranke, Unfallopfer oder Witwen und Waisen tödlich verunglückter Bergleute. Der älteste schriftliche Nachweis darüber, dass Bergleute Geld "in de bussen" einzahlten, stammt aus dem Jahr 1409, wobei das damals wahrscheinlich eine freiwillige Gabe war. Im Laufe der Zeit verfestigte sich das System, bei dem es sich vielleicht um die erste paritätische Solidargemeinschaft handelte, beginnend im 13. Jahrhundert.

Kollers Verbindung zum Bergbau setzte sich beim Caritasverband fort. Dort hatte und habe er viel mit ausgesiedelten Bergmannsfamilien aus Polen, Rumänien, aus Sibirien, aber auch mit einheimischen Bergmännern zu tun. Als Kommunalpolitiker werde er das ganze Jahr mit der Tradition des Bergbaues und der Geschichte der Maxhütte konfrontiert. Doch davon verstünden die Experten, von denen sich viele im Saal befänden, wohl einiges mehr.

Viele Auftritte gewünscht

Es sei zu hoffen, dass der Bergknappenverein und die Bergknappenkapelle viele auswärtige Auftritte haben, denn nur wenige Vereine und Organisationen würden die Stadt traditionell und so hervorragend repräsentieren, wünschte sich der 2. Bürgermeister. "Hätte die Stadt ein Außenministerium, wären der Bergknappenverein und die Bergknappenkapelle prädestiniert dafür." Wenn man in sogenannte Suchmaschinen die Begriffe Bibel und Erz eingebe, erhalte man in der Regel sechzig Treffer.

Das Zitat aus dem Buch Daniel, Kapitel 10.6. treffe auf Vorsitzenden Armin Kraus zu: "Sein Leib war wie Türkis, sein Antlitz wie ein Blitz, seine Augen wie feurige Fackeln und seine Arme und Füße wie helles, glattes Erz", bekundete der Festredner zum Abschluss. (Zum Thema)

Hätte die Stadt ein Außenministerium, wären der Bergknappenverein und die Bergknappenkapelle prädestiniert dafür. Günter Koller


Ehrungen25 Jahre gehören Thomas Friese (Ehrennadel in Bronze) und 50 Jahre Georg Heindl (Ehrennadel in Gold) dem Bergknappenverein an. Auf 60-jährige Mitgliedsschaft können Georg Höfler, Johann Mutzbauer, Leonhard Schmidt, Werner Lösch, Walter Schmid, Alfons Schmalzl, das Ehrenmitglied Georg Sperber, Benno Bernt, Johann Engelhardt, Otto Moser, Georg Zagel, Friedrich Hafner und Hans Rubenbauer zurückblicken. Dafür gab es als Zeichen jeweils die Ehrennadel in Gold mit der Zahl 60. (bt)
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