Ehemaliges ATZ in Sulzbach-Rosenberg wird nun Vollmitglied der Fraunhofer Gesellschaft
Neue Hochburg für die Wissenschaft

Zur Feier des Tages begleiteten den Leiter von Fraunhofer Umsicht in Sulzbach-Rosenberg, Professor Andreas Hornung, seine Ehefrau Ursel Hornung und die Töchter. Bilder: cf (2)
Vermischtes
Sulzbach-Rosenberg
08.08.2016
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Endlich offiziell bei der Fraunhofer Gesellschaft angekommen: Das bisher als "Institutsteil" von Fraunhofer Umsicht in Oberhausen geführte ehemalige ATZ in Sulzbach-Rosenberg wird nun Vollmitglied der Fraunhofer-Gesellschaft. Diese Frohbotschaft prägte das Sommer-Symposion.

Nach vier Jahren wissenschaftlicher Arbeit erfolgte die Evaluierung (fachgerechte Prüfung) der inzwischen 120 Mitarbeiter zählenden Einrichtung. Der Institutsleiter von Fraunhofer Umsicht in Oberhausen, Professor Dr. Eckhard Weidner, sprach von einer "tollen Bilanz" und einer "extrem überzeugenden Vision". Sulzbach-Rosenberg besitze Alleinstellungsmerkmale und sei unverzichtbar. "Das Geld des Freistaats war sehr gut angelegt. Die Saat ist ausgebracht, jetzt geht es um die Ernte - und damit erst richtig los", sagte Weidner.

Der anwesende Landrat Richard Reisinger freute sich über diese "sehr wohltuende" Nachricht für die Region. Gegenüber NT/AZ lobte er die "Verstetigung und Nachhaltigkeit" des Standorts. Ambergs Oberbürgermeister Michael Cerny setzt große Hoffnungen auf die zu erwartenden Spin-Offs (Unternehmens-Gründungen) und die Forschungsarbeit.

"Wir sind nun offiziell Teil der Fraunhofer-Gesellschaft", strahlte allen voran der Leiter von Fraunhofer Umsicht Sulzbach-Rosenberg, Professor Dr. Andreas Hornung, höchste Genugtuung über die "erfolgreiche Evaluation" aus. "Uns wird bestätigt, dass wir marktrelevante Produkte und Technologien haben, uns gesund und stabil entwickelten." Sulzbach-Rosenberg finanziere sich zu 75 Prozent durch eigene Erträge, von denen mehr als die Hälfte direkt aus der Industrie kommen. "Damit wurden die Kriterien eines Fraunhofer-Instituts erfüllt und wir werden in die Fraunhofer-Gesellschaft aufgenommen." Professor Hornung, der seit 1. Januar 2013 den Institutsteil führt, nannte die Schwerpunkte: Nachhaltiges Wirtschaften und Entwicklung umweltschonender Technologien, um die Lebensqualität zu verbessern und die Innovationsfähigkeit der Wirtschaft zu fördern.

Neue Speichertechnologien


"Wir verstehen uns als Wegbereiter einer nachhaltigen Energie- und Rohstoffwirtschaft", betonte Hornung. Im Fokus liege dabei das Biobatterie-Konzept (wir berichteten). "Unsere Forschung wird gebraucht, denn die Energie- und Rohstoffwende kommt neu in Fahrt." Spannend und interessant: Das Centrum für Energiespeicherung - mit den Standorten Sulzbach-Rosenberg und Straubing (Fraunhofer-Projektgruppe "BioCat") - soll systematisch, mittel- bis langfristig die notwendigen Speichertechnologien erarbeiten. Der Freistaat Bayern unterstützt das neue Centrum mit insgesamt rund 20 Millionen Euro.

Die Sulzbach-Rosenberger Wissenschafts-Hochburg bietet den Kunden eine Art "Allround-Service": Angefangen von der Idee bis zur Verfahrensumsetzung und der Entwicklung des Produkts. Dazu gehören Prototypen ebenso wie der Test im realistischen Pilotbetrieb. Fraunhofer SuRo beschäftigt sich u. a. mit biologischer Verfahrenstechnik, Kreislaufwirtschaft, neuen Materialien, Energietechnik. Der international auf wissenschaftlicher Bühne aktive Professor Hornung (Professuren in Bologna und Birmingham) will in Sulzbach-Rosenberg von der "reinen Vertragsforschung für einen Kunden" hin zum modernen Forschungs- und Entwicklungspartner für Kunden in aller Welt kommen.

Wir sind nun offiziell Teil der Fraunhofer Gesellschaft.Professor Dr. Andreas Hornung
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