Entlastungskanal ist fertig
1,5 Millionen Euro im Untergrund vergraben

Mit Hochdruck arbeiteten die Firmen noch im November an der Fertigstellung der Trasse, damit die lange Straßensperrung wieder aufgehoben werden konnte. Nun fließt der Verkehr wieder rund um die Oberschwaigstraße. Bild: Hartl
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Sulzbach-Rosenberg
20.01.2016
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Vom Waldbad-Parkplatz zieht sich der neue Strang durch das Stadion (unten rechts) und noch bis zum Regenüberlaufbecken Eisenhämmerstraße.

Wenn der Druck zu groß wird, muss Entlastung her: Das gilt auch für das städtische Abwassersystem. Die Anwohner in Rosenberg können ein Lied davon singen, wenn zum Beispiel bei Starkregen der Kanal die Mengen nicht mehr fassen kann. Die Stadt nahm 2015 gut 1,5 Millionen Euro in die Hand und legte einen Bypass. Der hat teils sogar einen Meter Durchmesser.

Sulzbach-Roseberg. Zwischen Waldbad und Rohrwerk, grob gesagt, hakte es die letzten Jahre immer mehr. Gestiegenes Abwasseraufkommen überlastete die vorhandenen alten Kanäle, die nur einen Durchschnitt von 25 bis maximal 50 Zentimeter aufweisen.

Das gesamte Gebiet zwischen Lobenhofstraße, Henneberg und Jahnschule versorgte den Kanal in der Kettelerstraße mit so viel Mischwasser, dass dieser manchmal über die Grenzen seines Fassungsvermögens ging. Schon 2002 erstmals angestoßen, entstand dann 2014 im Stadtbauamt der Plan, einen Entlastungskanal zu bauen, der die Situation entschärft.

2015 fiel dann im April der Startschuss. Die Baufirmen Feickert (oberer Teil) und Mickan (unterer Abschnitt) machten sich an die Arbeit, die insgesamt rund 1,2 Kilometer neue Trasse zu verlegen. Jetzt sind sie fertig, und unsere Zeitung ließ sich vom Bauleiter Dipl.-Ing. Gerd Maluche im Stadtbauamt die Streckenführung erklären.

Alter Kanal bleibt drin


Start des neuen Bypasses ist am Waldbad-Parkplatz. Von dort geht es hinunter zur Oberschwaigstraße, dann nach rechts bis zur Einmündung Jahnstraße, diese ebenfalls hinunter bis zum TuS-Stadion. Hier endete der obere Teilabschnitt, es begann der untere: Hinein ins Aicher-Stadion, an der Nordtribüne entlang, am östlichen Spielfeld-Ende hinaus zur Straße Am Stadion bis zur Eisenhämmer-Straße und zum Regenüberlaufbecken vor dem Rohrwerk. Im oberen Teil lagen alte Kanäle von 25 bis 50 Zentimeter Durchmesser im Boden. Sie ersetzt nun ein Strang, der sich von 25 kontinuierlich bis auf 70 Zentimeter aufweitet. Der untere Abschnitt, bisher eine 50-Zentimeter-Trasse, ist nun "aufgebohrt" bis auf 90 und 100 Zentimeter Richtung Becken. Die Kosten beziffert das Stadtbauamt auf insgesamt 1,47 Millionen Euro. Getroffen haben sich die beiden Stränge übrigens dort, wo früher die Jahnturnhalle stand - am Nordtor des Stadions.

Mit Fließbeton


Wie im Stadtrat angesprochen, gab es auch Probleme mit dem Kanal an der Jahnschule. Auch diese hat der Umschluss nun beseitigt. Während der Bauarbeiten war übrigens der alte Kanal weiter in Betrieb. Er bleibt im Boden und wird heuer komplett mit Fließbeton verfüllt, damit die Straße später nicht einbricht.

Gute Investition


Das Fazit: In Rosenberg hat sich die Situation deutlich entspannt, trotz des steigenden Aufkommens wird das Mischwasser ungehindert das Regenüberlaufbecken erreichen und dann wohldosiert zur Kläranlage oder als Regenwasser in den Rosenbach laufen.

UmleitungBis auf einige Hausanschlüsse ist die neue Trasse schon vollkommen funktionsbereit. Der letzte Streich allerdings folgt erst in diesem Jahr: Im Bereich der Lobenhofstraße/August-Bebel-Straße will man den Kanalstrang "abfangen" und durch Änderung der Fließrichtung durchs Neubaugebiet an der Sophie-Dürr-Straße in die Oberschwaigstraße umleiten. Von beiden Maßnahmen, der großen wie dieser kleinen, versprechen sich die Planer Erfolg, nämlich eine deutliche Entlastung der Hugo-Geiger-, Jahn-, Ketteler- und Meierfeldstraße. (ge)
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