Erfahrungsberichte aus der Oberpfalz
Fahrer schwärmen von E-Autos

Auch die OTH Amberg nutzt bei ihrem Rennwagen „Running Snail“ schon zum vierten Mal erfolgreich den Elektroantrieb. (Foto: Harald Mohr)
Vermischtes
Sulzbach-Rosenberg
19.10.2016
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Ladeanschluss statt Tankeinfüllstutzen: Elektroautos nutzen hier gerne originelle Lösungen. (Foto: Harald Mohr)
(Harald Mohr)

Sie sind oft Überzeugungstäter: Besitzer von Elektroautos. Sie opfern sogar ihre Freizeit und präsentieren ihre Autos öffentlich, so beim „Tag der Elektromobilität“, der vor einigen Wochen in Sulzbach-Rosenberg stattfand. Dabei loben sie ihre Autos mit Engelszungen und entwickeln messianischen Optimismus, wenn es um die Zukunft der Elektromobilität geht. Doch es sind bislang nur wenige Autos unterwegs: Gerade einmal 81 Elektroautos und 101 Hybridautos gibt es zurzeit beispielsweise im Landkreis Amberg-Sulzbach.

Mit Tesla unterwegs


Tesla-Eigner Norbert Hammermeister aus Amberg etwa hat keine Berührungsängste und zeigt gerne jedem seinen Tesla Model S. Er beschleunigt in 2,7 Sekunden von Null auf 100. „Vorsichtig auf den Regler, sonst ist zu viel Reifen auf der Straße“, beschreibt Hammermeister eine Grundregel beim Fahren dieses Fahrzeugs. Mit dem Aufladen habe er keine Probleme. In seiner Firma betreibt er eine Photovoltaikanlage, mit der er seinen Tesla tagsüber auflädt. Auf Dienstreisen nutzt er die „Super-Charger“, Schnell-Ladegeräte, die Tesla an Autobahn-Raststätten aufgestellt hat und an denen Kunden kostenlos laden können. „In 20 bis 25 Minuten hat man die nächsten 300 Kilometer geladen“.

Zufriedener Nutzer


Auch Martin Selch aus Herrnried bei Parsberg ist mit seinem BMW i3 zufrieden. Auch er lädt über seine eigene PV-Anlage und schätzt: „Die meisten E-Fahrer laden 80 bis 90 Prozent daheim“. Unterwegs vertraut er auf die immer größer werdende Dichte bei den Ladestationen: „Das Problem hat sich etwas entspannt“. 150 Kilometer weit kommt er mit einer Ladung. Auf den optional erhältlichen „Range Extender“, also einen Ottomotor, der den Akku unterwegs wieder auflädt, hat er bewusst verzichtet. Wie viele Elektrofahrer ist er ein Vertreter der „reinen Lehre“.

Günther Koller, Kreisgeschäftsführer der Caritas, betreibt zwölf Elektroautos im Fuhrpark des mobilen Pflegedienstes. Hier kommt es nicht auf die Reichweite an, weil die Autos nur auf Kurzstrecke unterwegs sind. „Für eine normale Tour ist es optimal“, lobt Koller die Elektroflitzer. Gerne würde er auch auf einen Elektro-Dienstwagen umsteigen, aber dafür sei die Reichweite dann doch zu gering. „300 Kilometer wären ideal“.

Im Gegensatz zu vielen Nutzern sehen manche Verkäufer die Situation nüchterner. Ein Verkaufsberater wundert sich: „Die Fragen sind da“, und „alle kommen mit einem großen Grinsen von der Probefahrt zurück“. Dennoch hat er noch kaum kein Privatperson unter seiner Elektro-Kundschaft. Auch die staatliche Prämie habe nicht viel daran geändert.

Ein Amberger Autohausbesitzer sagte bei der Ausstellung zum Thema E-Auto, dass er immerhin schon 15 Elektroautos verkauft habe. „Die Tendenz ist da“, resümiert er, allerdings gehören auch bei ihm überwiegend Fuhrparks zu den Kunden. Die Zukunft sieht er aber nicht in Elektroautos mit Akkus: „Der Trend geht zur Brennstoffzelle“.

Fazit- Für Fuhrparks sind Elektroautos optimal.
- Die meisten E-Fahrer nutzen eine eigene PV-Anlage zum Aufladen. Optimal ist eine zusätzliche Ladestation am Arbeitsplatz.
- Noch überwiegen Hybridautos, die aber Vertreter der „reinen Lehre“ nicht als echte Elektroautos betrachten.
- Die Brennstoffzelle könnte ein Ausweg aus der Reichweiten-Problematik sein. Erforderlich wäre aber ein Wasserstoff-Tankstellennetz.
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