Erinnerung an die Bergbau-Geschichte.
Herzogstadt will Förderturm am Annaschacht sanieren

Auch das Landesamt für Denkmalpflege befürwortet den Sanierungsvorschlag des TÜV Rheinland. Der Förderturm sei ein Industriebau und ein bedeutendes Zeugnis der Industriekultur, das für die weitere Zukunft konserviert werden sollte. Bild: Royer

Es geht um unsere Vergangenheit und unsere Identität. Erz, Eisen und Stahl prägten für Jahrhunderte die Region. Das Erbe der Montanzeit bedarf deshalb besonderer Pflege. Ein Teil davon ist der Förderturm der Schachtanlage St. Anna. Jetzt soll er saniert werden. Der Bauausschuss will ihn außerdem ins rechte Licht rücken.

Die Erinnerungen an die Zeiten, in denen fleißige Hände das Erz aus den Gruben des Sulzbacher Landes holten, werden weniger. Betrachtet man beispielsweise die Altersstruktur des Bergknappenvereins, ist absehbar, wie lange noch ehemals aktive Bergmänner von ihrer Zeit untertage erzählen können.

Deshalb war es - auch aus Sicht der organisierten "Orzgrowa" - ein langgehegter Wunsch, über den Erhalt und die Sanierung des Förderturms dauerhaft an die Montangeschichte der Herzogstadt zu erinnern. Der Kommune und den Stadträten ist die Bewahrung der letzten Hinweise auf den Bergbau gewisse finanzielle Anstrengungen wert.

Der Bauausschuss verständigte sich in seiner jüngsten Sitzung auf ein Sanierungskonzept, das Gregor Stolarski vom TÜV Rheinland vorstellte. Haushaltsmittel in Höhe von rund 160 000 Euro sollen 2016 eingestellt werden.

Nach Ansicht des Experten handelt es sich bei der Ausführung des Förderturms der Schachtanlage St. Anna um den damaligen Höchststand der Stahlbautechnik. Podest, Schrägpylonen, Förderräder, Kraneinrichtung, Pylonenlager und alle übrigen Teile wurden bei der Untersuchung genau unter die Lupe genommen.

Gefahr erkannt


Grundsätzlich stellten die Fachleute die Standsicherheit des Bauwerks fest. Eine unmittelbare Gefahr sei mit Abnahme des Kranhakens durch die Feuerwehr bereits beseitigt worden. Neben Korrosionsschutz für sämtliche Teile sollten die vormals wasserundurchlässigen Zwischenböden durch Gitter ersetzt werden, um der Eisbildung vorzubeugen und das Herunterfallen von Metallteilen zu verhindern. Auch das Dach und die Bodenplatte sollen im Zuge der Sanierung instandgesetzt werden.

Wie von den Räten im Bauausschuss diskutiert, wird ein Antrag auf Prüfung der Denkmaleigenschaft gestellt. Nach Aufnahme in die Denkmalliste sollen entsprechende Förderanträge für die Sanierung gestellt werden. Zukünftig wird der Turm nachts beleuchtet werden. Für Begehungen des Bergbaurelikts fand sich aber keine Mehrheit. (Zum Thema)
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