Exkursion des VHS- Integrationskurses
So lebt’s sich in einer Demokratie

2. Bürgermeister Günter Koller (hinten, Zweiter von rechts) erklärte den Teilnehmern des Eltern-Integrationskurses der VHS Amberg-Sulzbach und ihrer Dozentin Corinna Goth (hinten, Mitte) wie Demokratie in Deutschland gelebt wird. Bild: cog

Wo kann man Informationen zu allen möglichen Themen bekommen? Wie prägt die Geschichte auch heute noch das Leben in Deutschland? Wie funktioniert die deutsche Demokratie auf kommunaler Ebene? Antworten sollte eine Exkursion des Integrationskurses für Eltern liefern.

Seit September lernen 15 Zuwanderer im Integrationskurs der VHS Amberg-Sulzbach Deutsch. Sie kommen aus verschiedenen Ländern der EU, aber auch aus Brasilien, Kasachstan, Mexiko, Thailand, Ukraine und den USA. Zum Abschluss des Kurses erfuhren sie in einem Orientierungskurs an zwölf Tagen viel über das Leben in Deutschland. Da ging es um den Aufbau des Staates, Grundrechte und Pflichten, Verantwortung aus der Geschichte und den Alltag in der neuen Heimat. Damit all dieses Wissen nicht theoretisch blieb, machten die Teilnehmer mit ihrer Dozentin Corinna Groth eine Exkursion durch die Herzogstadt.

In der Stadtbibliothek zeigte ihnen die Leiterin Luise Eckert, dass sie rund 40 000 Medien kostenlos nutzen können. Die Zuwanderer, überwiegend Frauen mit Kindern, interessierten sich sehr für die Kinderbuchabteilung und für die vielen Sachbücher, mit denen sie die Themen des Kurses vertiefen können. Die Romane, stellten sie fest, sind für sie noch zu schwer. Bevor sie die lesen können, müssen sie noch mehr Deutsch lernen.

In der Synagoge erfuhren sie viel über Toleranz und Integration, aber auch über Ausgrenzung und Verfolgung von Juden. Aus diesem Unrecht erwächst eine besondere Verantwortung, so die allgemeine Meinung der Teilnehmer.

Höhepunkt der Exkursion war der Besuch im Rathaus. 2. Bürgermeister Günter Koller begrüßte die Gruppe im gotischen Rathaussaal. Hier setzten sich die Kursteilnehmer auf die Plätze der Stadträte. Koller erklärte ihnen, wie eine Stadtratssitzung abläuft, und wie man zu demokratischen Entscheidungen kommt. "Wir streiten und diskutieren", führte er aus, "aber dann können wir uns meistens einigen und finden eine Lösung, mit der alle leben können." Deshalb seien 90 Prozent der Beschlüsse einstimmig.

Die Besucher hörten aufmerksam zu und stellten viele Fragen, denn die EU-Bürger sind bei der Kommunalwahl wahlberechtigt, so dass die Demokratie vor Ort für sie besonders wichtig ist. Schließlich sagte Koller: "Informieren Sie sich über Politik und gehen Sie zur Wahl! Demokratie kann nur funktionieren, wenn die Bürger mitmachen."
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