Fahrbahnsanierung bedingt eine Vollsperrung
Nichts geht mehr auf der B 14

Mit dem Verkehr ist es jetzt für knapp drei Wochen vorbei auf der B 14: Die arg strapazierte Asphaltdecke wird auf knapp vier Kilometern erneuert. Bilder: Gebhardt (2)
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Sulzbach-Rosenberg
18.10.2016
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"Wir arbeiten uns sanierungstechnisch immer weiter Richtung Weigendorf vor." Zitat: Bauoberrat Stefan Noll

Fünf Fußballfelder voll Asphalt. 4200 Kubikmeter werden gebraucht, 800 Lastwagenladungen rollen: Die Bundesstraße 14 wird zur Großbaustelle. Auf knapp vier Kilometern erhält sie ab Kauerhof eine neue Fahrbahndecke. Und wer von Weigendorf nach Sulzbach will, der lernt das Birgland kennen.

Die Ampel geht der Mammut-Aktion voraus: Zwischen Haid und Fichtelbrunn wird zunächst wechselweise halbseitig auf 500 Metern Länge gearbeitet, der Verkehr auf eine Spur und dann in die Umleitungsstrecke geleitet. Die Vollsperrung ab Fichtelbrunn tritt ebenfalls ab heute in Kraft, da die Großfräsen der Straße zu Leibe rücken: Dann geht zwischen Kauerhof und Fichtelbrunn gar nichts mehr. Bauoberrat Stefan Noll hat mit seinem Team die Maßnahme akribisch vorbereitet: "Wir arbeiten uns sanierungstechnisch immer weiter Richtung Weigendorf vor", benennt er die Zukunftspläne des Staatlichen Bauamtes. Der Asphaltaufbau der Bundesstraße sei dringend sanierungsbedürftig, bevor größere Schäden entstünden in tieferen Schichten. "Flickarbeiten bringen uns da gar nichts."

Jetzt werden zwölf Zentimeter Asphalt abgefräst - die Fahrbahndecke und die marode Binder-Schicht darunter. Das gibt mit den beiden Parkplätzen auf der Strecke rund 35 000 Quadratmeter und 4200 Kubikmeter Material, das natürlich recycelt wird. Dann kommt wieder die selbe Menge drauf. Das übernimmt ein respektabler sogenannter Fertiger - ein 8,5 Meter breites Ungetüm, das in einem Arbeitsgang die ganze Fahrbahn neu anlegt. Ein "Beschicker" begleitet ihn, nimmt die angelieferten Lkw-Ladungen auf und mischt sie bedarfsgerecht, bevor er sie per Förderband an den Fertiger weiterleitet. Die Lastwagen haben übrigens thermisch isolierte Mulden, so dass der Asphalt warm bleibt beim Transport und sich besser verarbeiten lässt.

Bis 4. November


Acht bis zehn Zentimeter Trag- und drei bis vier Zentimeter Deckschicht entstehen so und machen die Bundesstraße wieder fit für die nächsten Jahrzehnte. Das geht, wenn es nicht regnet oder friert, relativ schnell, weiß der Straßenplaner und gibt den 4. November als voraussichtlichen Abschlusstag der Maßnahme an. Zeitraubend sind allerdings die Nebenarbeiten an den Entwässerungseinrichtungen, den Banketten, Leitplanken, Markierungen und Parkplätzen. Erst dann wird die Vollsperrung wieder aufgehoben. Doch Noll ist zuversichtlich, den Termin halten zu können.

Was kostet der ganze Spaß? "Wir haben rund 800 000 Euro eingeplant", erklärt der Bauoberrat. Ausführende Firma ist das Unternehmen Schulz aus Pfreimd. Die Umleitung muss großräumig sein, weil engere Verbindungen fehlen. So ist ab heute die Strecke über den Autobahnzubringer, Einsricht, Bachetsfeld und Fichtelbrunn ausgeschildert. Sie gilt in beiden Richtungen bis voraussichtlich Freitag, 4. November. Dann herrscht hoffentlich wieder freie Fahrt zwischen Mittelfranken und der Oberpfalz.

Wir arbeiten uns sanierungstechnisch immer weiter Richtung Weigendorf vor.Bauoberrat Stefan Noll


Rücksicht dringend nötigEine Sache, die dem Bauoberrat immer wieder zu schaffen macht, ist das Verhalten von Autofahrern, die Baustellen passieren. "Sie nehmen sehr oft keine Rücksicht auf die dort arbeitenden Straßenbauer, fahren zu schnell und zeigen ihnen manchmal sogar den Vogel", erzählt Stefan Noll. Teils würden sogar Absperrungen ignoriert. Dabei tue man doch alles, um die Einschränkungen so gering und den Baufortschritt so schnell wie möglich zu gestalten. Hier bittet er dringend um mehr Fairness und Rücksichtnahme. "Auch der Straßenarbeiter will abends wieder gesund nach Hause kommen!" (ge)
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