Fasching
Die Spur der Bettler

Jede Stadt hat die Musiker, die sie verdient. Also war Sulzbach-Rosenberg bisher wohl sehr brav, denn die Bettler-Bigband zeigte bravouröse Leistungen auf all ihren Gebieten. Die Fans in den Gasthäusern erlebten wieder einen furiosen Faschingssamstag.

Ohne sie wäre das Faschingsende schlicht nicht vorstellbar, und deswegen macht sich die Bettler-Bigband seit über drei Jahrzehnten beharrlich auf den Weg durch die Stadt. Heuer wies das GPS-System erstmals die westliche Route aus: Im Café Schmidt am Loderhof bildete ein 95. Geburtstag das erste Opfer der Bettler.

Anschließend arbeitete sich die 14-köpfige Truppe mit Geige, Quetsche, Mandolinen, Ukulele, Harmonika, Gitarren, Trommeln, Klarinetten, Hörnern und Tuben durch Schreiner- und Müller-Anwesen der Blumenau bis zur Sommerspitze vor und transferierte anschließend auf den Marktplatz.

Dort hatten sich (zumindest gefühlte) tausend Fans versammelt, die dann dem vielfältigen Repertoire lauschen durften - darunter erstmals ein schwedisches Stück, allerdings deutsch gespielt. Schließlich mischten sich die Musikanten sogar fast unter die Zuschauer, die fleißig mitsangen und der Truppe zujubelten.

Nach zwei stärkenden Arztterminen fielen die Schwarzgekleideten zunächst im Sperberbräu ein, konnten dort aber mit Schnaps besänftigt werden und ließen schließlich im Bayerischen Hof sogar ein Geburtstagkind hochleben.

Tiefes Durchschnaufen, dann - es ging schon auf acht - vollbrachten die Bettler das Kunststück, in einen absolut proppenvollen Fuchsbeck trotzdem glamourös einzumarschieren. Bis zu den Fensterbänken stapelten sich die Menschen, und beim Pamler in der Landkutsche war es dann sogar noch ein bisserl enger.

Käpt'n Theo Wißmüller gab den Seemann, König Fritz sang den Königsjodler und wurde reich belohnt. Dann verlor sich die Spur der schwarzen Herren allmählich im gnädigen Dunkel der Nacht. Nächstes Jahr soll es noch schöner werden.
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