Faschingskostüme in allen Farben und Formen
Plüsch-Huhn trifft Teilzeit-Nerd

Karin Hofmann erscheint jeden Tag in einem anderen Kostüm bei ihrer Arbeit. Denn nur, wer selbst Spaß am Fasching und Verkleiden hat, könne Kunden in Outfit-Fragen bestmöglich beraten. Bild: juh
Vermischtes
Sulzbach-Rosenberg
02.02.2016
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Feder-Perücken, grüner Lippenstift und viel Glitzer. An Fasching kennt die Fantasie keine Grenzen. In der närrischen Zeit ist es nicht ungewöhnlich, auf der Straße einer Meute Piraten zu begegnen oder schauerlichen Monstern gegenüberzustehen. Bei einigen Kostümen ist die Nachfrage besonders groß.

In der Glasvitrine reihen sich auffällige, glitzernde Ringe in allen Größen und Formen aneinander. Finstere Grusel-Masken grinsen von den Regalen, daneben sind kunstvoll gestaltete Barock-Perücken auf schwarzen Kopf-Büsten drapiert. Ein kleiner Löwe flitzt durch den Laden auf der Suche nach den passenden Schmink-Utensilien. Im Bekleidungsgeschäft Wyrobisch in der Neustadt gibt es kaum ein Kostüm, das es nicht gibt. Seit 2000 bieten die Inhaber Faschingsartikel jeglicher Art an. "Von Prinzessinnen und Cowboys bis hin zu traditionellen indischen Outfits und Wikinger-Kostümen, bei uns findet jeder etwas passendes", erklärt Ingrid Wyrobisch, Tochter der Inhaber.

Kinder als Monster


Mehrere Tausend bunte, ausgefallene, märchenhafte Kostüme und Accessoires gibt es im Laden. "Wir haben zudem über 150 verschiedene Perücken-Modelle." Dabei gebe es bestimmte Verkleidungen, die bei Kunden besonders gefragt sind. "Kinder wollen sich ganz klassisch als Prinzessin, Monster oder Ninja verkleiden", erklärt Wyrobisch. Bei jungen Erwachsenen liegen Tier-Overalls aus Plüsch im Trend. "Wir hatten über 20 verschiedene Modelle, unter anderem Affen, Kühe und Hühner. Die halten bei Faschingszügen warm und sind leicht anzuziehen." Ein Renner seien zudem ausgestopfte Muskel-Shirts, die aus einem Bierbauch schnell einen Six-Pack werden lassen. "Viele junge Männer kaufen sich enge, kurze Krankenschwesteruniformen aus Latex. Dazu passende Wimpern, künstliche Fingernägel - schon sind sie für den Weiberfasching gerüstet", lacht die Expertin.

Pailletten-Sakkos gefragt


Überraschend hoch sei die Nachfrage an sogenannten "Nerd-Outfits" - ein weißes Hemd, an dem in Bauchnabelhöhe die karierte Hose genäht ist. "Dazu kaufen sie sich große, schwarze Brillen und kämmen sich die Haare mit Mittelscheitel auf die Seite. Das sieht herrlich aus." Die etwas ältere Generation greife überwiegend zu schicken Kostümen - schwarze Pailletten-Sakkos mit dazu passenden Fliegen und Zylindern. Die Nachfrage an Faschingsartikel nehme seit einigen Jahren wieder zu. "Die Leute feiern wieder mehr, das ist auch gut so." Ingrid Wyrobisch verkleidet sich selbst gerne - auch ihrer Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt. "Einmal war ich ein Clown, dann Koch, Pirat und Hippie."

Viele junge Männer kaufen sich enge, kurze Krankenschwesteruniformen aus Latex. Dazu die passenden Wimpern, künstliche Fingernägel, und schon sind sie für den Weiberfasching gerüstet.Ingrid Wyrobisch, Bekleidungsgeschäft Wyrobisch

Auch Margit Rathei, Verantwortliche des Kostümverleihs der Knappnesia, hat an Fasching alle Hände voll zu tun. Rund 700 Kostüme und Perücken stellt die Faschingsgesellschaft Feiernden zur Verfügung. "Unsere Hofschneiderin Johanna Herold näht alle Kostüme selbst. Eigentlich werden sie für die Showtänze gefertigt, aber wenn diese vorbei sind, verleihen wir sie", erklärt Rathei. Für acht bis 30 Euro seien die handgemachten Kleidungsstücke von Donnerstag bis Sonntag zu erstehen. "In diesem Jahr ist die Nachfrage an Prinzen- und Prinzessinnen-Kostümen sehr groß." Aber auch Kleider im Stil der 60er und 70er seien schon etliche verliehen worden.

Gute Erfahrungen


"Vergangene Saison lagen Dirty-Dancing-Kostüme voll im Trend. Viele gingen als Vampire, Köche und Hexen - diese Kostüme sind immer gefragt." Grundsätzlich habe Rathei gute Erfahrungen mit dem Konzept "Kostümausleihe" gemacht. "Die Menschen gehen verantwortungsvoll mit unseren Kleidern um."


Schlager weiterhin altbewährte Stimmungs-GarantenFaschings-Trends einer etwas anderen Art spielen für Marco Lang eine Rolle. Er ist Frontmann und Animateur der Band "Sakrisch". "Es gibt fast jede Saison ein Lied, das der Renner wird und das bei jeder Feier gespielt werden muss. Letztes Jahr war das Atemlos von Helene Fischer. Aber dieser Hype verblasst langsam", erklärt Lang.

Die Band, die sich vor drei Jahren gründete, spielt heuer ihre erste Faschings-Saison. Ein Rezept für gute Stimmung haben sie aber bereits: "Die Leute müssen merken, dass man sie persönlich anspricht, dass man einen Bezug zu ihnen hat und selbst mit Spaß bei der Sache ist - dann kann nichts schief gehen."

Und natürlich dürfe ein ganz besonderes Lied bei "keiner vernünftigen Faschings-Feier" fehlen - die Polonaise. "Man merkt, dass die Besucher richtig darauf warten. Alle springen auf und tanzen. Und die, die das nicht tun, bringe ich schon dazu", lacht Lang. Grundsätzlich habe sich in Sachen Faschingsmusik in den vergangenen Jahren nicht viel verändert. "Die Leute wollen tanzen, feiern und eine gute Stimmung genießen. Am besten funktionieren da altbewährte Schlager, aber das ist auch gut so."

Am Rosenmontag wird "Sakrisch" am Luitpoldplatz beim Faschings-Open-Air einheizen - natürlich kostümiert, "so, wie es sich an Fasching gehört". (juh)
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