FDP/FWS besichtigt Neubau
Feuerwehr teils unter Wasser

Für Behördenfahrzeuge gibt es kein H-Kennzeichen. Das Erkundungsfahrzeug der Feuerwehr Sulzbach müsste sonst eines bekommen: Der VW-Bus ist Baujahr 1981 und als Oldtimer sicher ein wertvolles Sammlerstück - aber als Einsatzwagen der Feuerwehr nicht tragbar. Die Politiker von FDP und FWS waren entsetzt.

"Im Winter können wir mit dem Erkundungsfahrzeug nicht mehr ausrücken", erläuterte Kommandant Armin Buchwald, "denn die Heizung ist kaputt, so dass die Scheiben sofort beschlagen. Das ist im Verkehr viel zu gefährlich." Die Kommunalpolitiker der FDP und FWS besuchten die Sulzbach-Rosenberger Feuerwehr, um sich über die aktuelle Lage zu informieren und den Wehrleuten für ihre lebensrettende Arbeit zu danken.

Und genau für diesen Einsatz ist das Fahrzeug bestimmt, denn, wie der Kommandant klarstellte: "Die Feuerwehr braucht den Wagen nicht, sondern der Bürger, der in Not gerät." Ein Feuerwehrmann ergänzte: "Wir wollen nur das, was wir brauchen, um Bürgern zu helfen."

Oldtimer als Einsatz-Auto


Das historische Schätzchen bietet Platz für acht Mann, aber die teuren Messgeräte, die auch darin transportiert werden müssen, können nicht sicher verstaut werden, so dass zu befürchten ist, dass sie irgendwann beschädigt werden. Und noch dazu verbraucht das Sorgenkind der Sulzbacher Wehr mindestens 15 Liter Sprit auf 100 Kilometer.

Aufmerksam hörten das die Liberalen und stimmten Buchwald zu, dass der VW-Bus sobald wie möglich ersetzt werden müsse, zumal es dafür Zuschüsse vom Freistaat und vom Landkreis gibt.

Dann besichtigten sie den im Herbst eingeweihten Neubau. Sehr gut gefiel ihnen die neue Fahrzeughalle, die genug Platz für Einsatzmaterial bietet. Allerdings ist die Gebäudeleittechnik im Neubau nicht mit der im Altbau zusammengeschlossen. Das führt dazu, dass das Notstromaggregat im Keller den Computerserver im Altbau nicht versorgen kann. Wenn der Strom ausfällt, steht die Feuerwehr ohne Computer da. Bei der Altbau-Sanierung soll entsprechend nachgerüstet werden.

Aber auch im neuen Haus ist nicht alles so, wie es sein sollte. So gibt es vor der Schlauchpflegeanlage eine Rinne im Boden, durch die das Wasser ablaufen soll. Aber diese Rinne liegt höher als der umgebende Fußboden. Das Wasser läuft also in die Nachbarräume und im schlimmsten Fall bis in den Keller. Ein ähnliches Problem besteht bei der Stiefelwaschanlage. Hier stimmt zwar das Gefälle, aber das Wasser läuft über den gefliesten Boden. Die Feuerwehrleute haben einen Rost dorthin gelegt, damit auf dem nassen Boden niemand ausrutscht. Dieser Rost steht aber einige Zentimeter hoch, so dass er eine gefährliche Stolperfalle ist. Der Boden muss deshalb an dieser Stelle weggeschlagen und der Rost bündig eingelassen werden. Neben diesen gravierenden Mängeln fallen Kleinigkeiten wie die nicht vorhandene Garderobe im Aufenthaltsraum nicht ins Gewicht.

Leute finden


2015 musste die Feuerwehr 302-mal ausrücken, heuer gab es schon 64 Einsätze. Zu manchen Tageszeiten, berichtete Buchwald, sei es schwierig, genug Leute für die notwendige Einsatzstärke aufzubringen. Er regte deshalb an, dass die Stadt bei Stellenausschreibungen Feuerwehrleute bevorzugt einstellen solle.

In Vertretung von 3. Bürgermeister Hans-Jürgen Reitzenstein dankte Stadtrat Karl-Heinz Kreiner Buchwald und seinen Leuten für das informative Gespräch und die Führung durch das neue Gebäude. Bei den Baumängeln, versprach er, werde die FDP/FWS-Fraktion nachhaken: "Die Mängel müssen abgestellt werden. Aber wer übernimmt die Kosten?"
Weitere Beiträge zu den Themen: Feuerwehr (1115)Gerätehaus (18)FDP/FWS (3)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.