Fehler beim Baumfällen vermeiden – Praxistag zum Thema Holzernte und fachgerechte Pflanzung
Sicherheit hat absoluten Vorrang

Fachgerechte Fällung ist Maßarbeit. Forstwirtschaftsmeister Ernst Müller erklärt das Schnittbild am Baumstock, die Visitenkarte der Fällarbeit. Bild: hfz

Amberg-Sulzbach. Sichere Baumfällung bei der Holzernte, gute Pflanzenqualität, fachgerechte Pflanzung, Schutz vor Wildbverbiss, Pflege im Jungbestand zur Förderung von Stabilität und Qualität waren die Schwerpunkte beim Praxistag, bei dem das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Amberg (AELF) im Wald bei Stephansricht das Wissen der Teilnehmer am Bildungsprogramm Wald vertiefte.

Auch gefahrenträchtig


Zuvor bekamen diese an sieben Seminarabenden ein kompaktes Wissen über Wald und Waldbewirtschaftung vermittelt. Bevor es an die Arbeit im Wald geht, muss als Erstes die Aufmerksamkeit der Sicherheit gelten, erläuterte Revierleiter Volker Binner. Da Holzernte nicht nur eine schwere, sondern auch gefahrenträchtige Arbeit sei, sollte diese nur in Zwei-Mann-Arbeit geschehen. Das Tragen der Schutzausrüstung - vom Helm bis zum Schuh - müsse ebenfalls Standard sein. Wichtig sei auch, die Verbindung über ein Mobiltelefon zu einer Kontaktperson zu Hause zu prüfen, um im Ernstfall einen Notruf absetzen zu können. Dann ging es an die Baumfällung. Forstwirtschaftsmeister Ernst Müller demonstrierte anschaulich den Sicherheitsbereich um den Fällort. Er fällte eine starke Buche, die beim Fallen eine Kiefer umdrückte. Diese hätte einen Menschen in 60 Meter Entfernung noch getroffen. Deshalb dürfe sich bei der Fällung im doppelten Baumfallbereich keine Fremdperson aufhalten. Müller erklärte anhand von Stöcken umgeschnittener Bäume, wie Fehler bei der Schnittführung auch nach der Fällung am Stockbild noch zu erkennen sind.

Prüfen des Pflanzgutes


An der nächsten Station ging es um die Pflanzung. Zuerst muss der Pflanzstandort analysiert werden. Dies führt Binner mit Bohrstock, Bodenprobe und Standortkarte vor. Nach der richtigen Baumartenwahl führte Forstanwärter Klaus Schreiber das Prüfen des Pflanzgutes auf Frische, Gesundheit, Qualität und ausreichendes Wurzelvolumen vor.

Schließlich stellte Müller das geeignete Pflanzverfahren mit dem Hohl-spaten vor. Nur wenn alle Kriterien passen, könne ein wertvoller, stabiler Mischwald heranwachsen. Der brauche aber regelmäßige Pflege. Wie man dabei vorgeht, durften die Teilnehmer nach kurzer Einweisung selbst üben. Sie mussten entscheiden, welcher Baum als Zukunftskandidat gefördert wird, welche Konkurrenten weichen müssen und in welchen Abständen die Kandidaten voneinander stehen sollen.

Am Ende übergab Forstdirektor Richard Schecklmann allen die Teilnehmerurkunde mit der Hoffnung, dass alle mit Freude und unfallfrei den eigenen Wald bewirtschaften.

Schon für 2017Anmeldungen für das nächste Bildungsprogramm im Januar 2017 können schon jetzt am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Amberg (09621/96 08-0) vorgenommen werden.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.