Feuerhof-Siedler machen sich für den Erhalt der 50-Liter-Tonne stark
Bedroht, aber nicht ausgestorben

Der 50-Liter-Restmülleimer schien selbst reif für die Tonne zu sein. Sie sei nirgends mehr zu bekommen, glaubte das Amt für Abfallwirtschaft. Den Gegenbeweis traten jetzt die Feuerhof-Siedler an. Und das gleich in 33-facher Ausfertigung.

Nachdem Karl-Heinz Neidl, ein Bürger des Stadtteils Feuerhof, zusammen mit 3. Bürgermeister Hans-Jürgen Reitzenstein, der Siedlergemeinschaft und der Kreistagsfraktion Freie Wählerschaft/FDP erreicht hatte, dass den Bürgern des Landkreises Amberg-Sulzbach die 50-Liter-Restmülltonne erhalten bleibt, tat sich jetzt eine Bezugsquelle dafür auf.

Ursprünglich sollte sie im Landkreis abgeschafft werden, da sie nach Meinung des Abfallwirtschaftsamtes nirgends mehr zu bekommen sei. Tatsächlich schien die Tonne mit dem nötigen EU-Norm-Stempel derzeit in ganz Deutschland ausverkauft zu sein. Aber ausgerechnet in der Nähe, noch in der Oberpfalz, wurde die Siedlergemeinschaft Feuerhof nach vielen Telefonaten und Internetrecherchen fündig. Und zwar bei der Entsorgungsfirma Meindl in Regensburg (0941/83 02 00).

Jochen Weiß kümmerte sich um eine Sammelbestellung. Ursprünglich für Vereinsmitglieder gedacht, hängten sich durch Mundpropaganda aufmerksam gewordene Landkreisbürger bis aus Freudenberg und Ursensollen an. Die Firma Metallbau Thomas Friese half beim Transport der 33 Tonnen, die ab sofort beim Gasthof Zum Bartl zum Abholen bereitstehen.

Zwar handelt es sich um Restbestände, aber zum Aussterben ist der 50-Liter-Restmülleimer nach EU-Norm noch nicht verdammt. Er zählt zur Produktpalette der Firma ESE in Neuruppin (03391/51 65 05), genauso wie übrigens auch Tonnen mit 40 oder 35 Litern Fassungsvermögen. Allerdings habe die Nachfrage nach der 50-Liter-Tonne wegen der Verordnungen der Abfallwirtschaftsämter sehr nachgelassen. Sie werde nur noch einmal im Jahr produziert; das nächste Mal wahrscheinlich im Frühjahr 2017. Es wäre also, aus der Sicht der Siedler, für die Baumärkte im Landkreis Amberg-Sulzbach oder die Entsorgungsfirma Veolia eine leichte Aufgabe, sich mit diesen Tonnen zu bevorraten und sie an den Endverbraucher zu verkaufen.

Die Feuerhofer Aktion soll ein Anstoß dazu sein, dass die 50-Liter-Tonne vor Ort zu kaufen ist und sparsame Bürger sie nicht auf Dauer in Regensburg besorgen müssen, wo auch jetzt noch welche vorrätig seien. Es hänge von der Nachfrage ab, ob die Firma ESE die Produktion dieser Behälter endgültig einstellt. So weit müsse es aber nicht kommen, zumal der Kreistag derzeit nicht beabsichtige, etwas an der Abfuhrerlaubnis für die 50-Liter-Tonne zu ändern.
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