Freistaat soll jetzt helfen
Einstimmig für den Hochofen

Das letzte bedeutende Wahrzeichen der die Region maßgeblich prägenden Montanindustrie steht mit dem Hochofen im Westen des ehemaligen Hüttenwerks. Bevor es zu spät ist, soll jetzt endgültig die höchste politische Ebene eingeschaltet werden. Bild: Royer
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Sulzbach-Rosenberg
24.11.2016
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Es ging um Einzelheiten bei Formulierungen. Die Stadträte wollten sich mit einer Kernaussage zum Erhalt der Hochofen-Plaza und zur Umweltsanierung im Westteil nichts verbauen. Schließlich forderten sie einstimmig die Bewahrung des Hochofens mit Umgriff. Jetzt kommt Unterstützung aus dem Stadtteil Rosenberg mit einer breit angelegten Aktion.

Es hatte mehr die Art einer grundlegenden Diskussion über unser Montan-Erbe. Niemand im Stadtrat hatte dazu eine Patentlösung anzubieten. Klar war aber dem Gremium am Dienstag in der Sitzung, dass schnellstens etwas geschehen muss. Dabei soll nun ein Schreiben (siehe Kasten) an das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege mithelfen.

Freistaat in der Pflicht


Obwohl sich die Meinungen in den Fraktionen beim alleinigen Erhalt der Hochofen-Plaza mit Umgriff weitestgehend deckten, entwickelte sich ein fast einstündiges Hin und Her, wie denn die entsprechenden Formulierungen ans Denkmalamt auszusehen hätten. Hintergrund dessen war maßgeblich, sich die Möglichkeit der Geländesanierung, die Art der Zuschüsse oder die künftigen Nutzungsformen des Areals nicht zu verbauen. Unstrittig war dagegen die Wichtigkeit des Hochofens als sichtbares Wahrzeichen einer traditionsreichen Montanhistorie. Als hilfreich erachteten die Stadträte die Vorlage eines Konzepts für die künftige Nutzung sowie die Inpflichtnahme des Freistaates als verantwortungsvollen Unterstützer. Verwiesen wurde auch auf frühere klar formulierte Absichtserklärungen des Eigentümers.

Stadtheimatpfleger Dr. Markus Lommer gab zu bedenken, dass es ohne Denkmal-Charakter keine Zuschüsse gebe. Er regte weitergehend mit dem Erhalt des Industriedenkmals eine Vernetzung Sulzbach-Rosenbergs als Museumsstadt mit Regensburg (Museum der Bayerischen Geschichte) und Nürnberg (Germanisches Nationalmuseum) an.

Dieser gegenwärtig heiß diskutierten Thematik hat sich nun auch die Interessengemeinschaft "Freunde Rosenbergs" angenommen. Sie startet ab nächster Woche eine großangelegte Unterschriftenaktion für den Erhalt des Hochofens mit seinem Umgriff. Dadurch soll dem Wunsch Nachdruck verliehen werden, das Problem auf höchster politischer Ebene anzugehen. "Querschüsse, die den Abriss der Hütte fordern, sind hier wenig hilfreich und zeugen von mangelndem Verständnis für unsere Montangeschichte", merkt Sprecher Sepp Lösch zur Aktion an.

Die Interessengemeinschaft ist der Auffassung, dass es auch nicht allein um den Erhalt als Industriedenkmal geht, vielmehr seien auch die Veranstaltungen auf der Plaza zu nennen, die eine enorme Anziehungskraft ausübten. Damit verbunden ist deshalb eine Menge wirtschaftliches Potenzial für die Region, der Freistaat deshalb gefordert.

BeschlussDer einstimmige Beschluss zur Ergänzung des Schreibens: "Unter Berücksichtigung aller vorgetragenen Argumente bitten wir die vorliegenden Anträge nochmals zu prüfen und die Austragung der Maxhütte aus der Denkmalliste vorzunehmen mit Ausnahme des Hochofens samt Umgriff (Hochofen-Plaza). Der Hochofen samt Umgriff soll als Einzeldenkmal geschützt bleiben, auch mit Zustimmung des Eigentümers. Damit ist die Stadt Sulzbach-Rosenberg den ersten Schritt gegangen. Nunmehr obliegt es dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, über die weitere Entwicklung des Geländes und die notwendigen Maßnahmen zum Schutz der Umwelt zu entscheiden." (oy)
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