Fusion bei der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten
Auf Oberpfalzebene agieren

Die bisheriger Kreis- und nun Bezirksvorsitzende Luise Gutmann (links) gab ihren Rechenschaftsbericht bei der Gründungsversammlung. Bild: hfz
Vermischtes
Sulzbach-Rosenberg
16.02.2016
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69 Jahre gibt es nun die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten (VVN-BdA). Nun traf sich die Kreisvereinigung Regensburg zur Jahresversammlung im Gasthaus Zum Bartl. Es galt, die Fusion mit dem Kreis Amberg zu besiegeln. Die neuen Verhältnisse machten es sinnvoll, dass die Vereinigung nun auf Oberpfalzebene agiert.

Die Amberger Kreisvereinigung hatte bereits auf ihrer Versammlung im September der Fusion zugestimmt. Jetzt schlossen sich die Regensburger an. In ihrem Tätigkeitsbericht blickte die bisherige Regensburger Kreisvorsitzende Luise Gutmann deshalb auch auf einen längeren Zeitraum zurück.

Eigener Gedenktag


Das Gedenken an die Opfer des Faschismus habe eine lange Geschichte und einen eigenen Gedenktag in Regensburg: den 23. April. An diesem Tag forderte 1945 die berühmte Frauendemonstration die kampflose Übergabe der Stadt an die amerikanischen Truppen.

Domprediger Dr. Johann Maier, Michael Lottner und Josef Zirkl wurden die letzten Regensburger Opfer des Naziterrors. An diese Ereignisse erinnert die VVN mit vielen anderen auf einem jährlichen Gedenkweg zu Ehren der Opfer. An die selbe Geschichte knüpfte die katholische Kirche mit einer eigenen Veranstaltung zu Ehren des Dompredigers an.

Erstmals 2015 gingen alle Beteiligten zusammen den traditionsreichen Gedenkweg, ergänzt durch eine Station am Dom - voran der neugewählte Regensburger Oberbürgermeister Joachim Wolbergs. Ein Meilenstein in der über 40-jährigen Geschichte der Regensburger Erinnerungskultur.

Zeitzeugin kommt


Lange Jahre prägten Überlebende des Naziterrors die Tätigkeit der VVN-BdA in der Öffentlichkeit, erklärte Luise Gutmann. Aktuell habe die DGB-Jugend Esther Bejarano, eine der letzten Überlebenden des Mädchenorchesters von Auschwitz, eingeladen. Sie wird im März zusammen mit der Microphone Mafia in Regensburg ein Konzert geben und als Zeitzeugin auftreten.

Während nur noch wenige Zeitzeugen lebten, trügen die qualifizierten Referenten der VVN-BdA das jahrzehntelang gesammelte antifaschistische Wissen in die Bündnisse gegen Rechts. "Wo immer sich engagierte Bürger einem Naziaufmarsch entgegenstellten, war die antifaschistische Vereinigung die erste Anlaufstelle für Zeitzeugen und andere Referenten."

Lange Zeit allein


Auch bei anderen Themen sei die VVN noch vor wenigen Jahren im Exotenstatus gewesen. Mit Zwangsarbeitern, Stolpersteinen und der Verfolgungsgeschichte von Sinti und Roma beschäftigte sich vor 20 Jahren nur ein kleiner, überschaubarer Kreis. Jetzt würden auch ohne Mithilfe der VVN Gedenksteine für ermordete Zwangsarbeiter gesetzt, die Stolpersteine in Regensburg geputzt und der Dokumentarfilm "Dui Rroma" in Schulen aufgeführt.

"Leider wird das langjährige Engagement unserer Mitglieder für Frieden und Demokratie staatlicherseits bei weitem nicht so honoriert wie von der Bevölkerung", beklagte Luise Gutmann. Der bayrische Verfassungsschutz, dessen Arbeit die VVN nicht nur bei den NSU-Morden scharf kritisierte, rücke mit seinen Berichten die VVN seit jeher in die Nähe von Extremisten.

Dagegen wehrt sich die Vereinigung vor Gericht - zuletzt mit einem Erfolg. Der Verfassungsschutz habe eine falsche Behauptung über die Regensburger Vorsitzende Luise Gutmann schwärzen und löschen müssen. "Aber die von Verfassungsschutz aus der Luft gegriffene, falsche und durch nichts belegte Behauptung wird erst mal im Verfassungsschutzbericht veröffentlicht und dient als Beleg für die angebliche verfassungsfeindliche Bestrebungen von Nazigegnern!", kritisierte sie.

In die SynagogeSulzbach-Rosenberg wird die VVN bald wiedersehen. Nach dem jährlichen Gedenkmarsch am 23. April in Regensburg steht im Frühsommer eine Gedenkstättenfahrt auf dem Programm, bei der unter anderem die ehemalige Synagoge in der Herzogstadt besucht wird.


NeuwahlenLuise Gutmann wurde einstimmig zur Vorsitzenden des Bezirks Oberpfalz gewählt. Ihr zur Seite steht wieder der bisherige Stellvertreter Martin Merkl (Bad Abbach). Zu Regionalbeauftragten wurden Wolfgang Berndt (Sulzbach-Rosenberg), Willi Rester (Maxhütte-Haidhof) und Marian Janka (Cham) bestimmt.
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