Haus- und Grundbesitzerverein informiert seine Mitglieder
Mietnomaden bereiten Sorgen

In Zeiten von zunehmend komplexen rechtlichen Sachverhalten ist Service mehr denn je gefragt. Der Verein der Haus- und Grundbesitzer versucht dem mit seinen Angeboten Rechnung zu tragen.

Bei der Mitgliederversammlung zeichnete Vorsitzender Lothar Köstler ein positives Bild über die Entwicklung. "Die Mitgliederzahlen konnten konstant gehalten werden, die Finanzen unseres Vereins sind solide, und unsere Leistungen werden breit angenommen", betonte Köstler.

Seit der Jahreshauptversammlung 2015 habe der Verein neue oder aktualisierte Vordrucke in sein Angebot an die Mitglieder aufgenommen. Neben Mustern für Mietverträge, Hausordnungen, Übergabeprotokolle oder Hausmeisterverträge seien jetzt auch Vermieterbescheinigungen, Übergabeprotokolle für den Energieausweis oder Installationsprotokolle für Rauchwarnmelder verfügbar.

Im inhaltlichen Teil der Versammlung schilderte zunächst das Vereinsmitglied Günter Zagel die Problematik rund um Mietnomaden und Räumungsklagen. "Es ist leider immens schwierig, säumige oder gänzlich nichtzahlende Mieter aus der Wohnung heraus zu bekommen, wie ich aus eigener Erfahrung weiß. Hier sehe ich dringend Handlungsbedarf beim Gesetzgeber, der nicht seine schützende Hand über derartige Mietnomaden halten sollte", legte Zagel unter breiter Zustimmung der Versammlung dar.

Rechtsanwalt Andreas Taubmann ging auf juristische Fragen nach dem Tod eines Mieters ein. "Falls kein Erbe das Erbe antritt oder das Risiko einer Erbausschlagung vorliegt, sollte der Vermieter sicherheitshalber allen vorläufigen Erben gegenüber die Kündigung aussprechen. Diese muss immer im Rahmen der Kündigungsfrist und schriftlich erfolgen", empfahl der Rechtsanwalt.

Zum Abschluss der Versammlung ging Vorsitzender Lothar Köstler noch auf aktuelle Veränderungen im Steuerrecht ein. "Zunächst ist im Gesetz zur steuerlichen Förderung des Mietwohnungsneubaus eine erhöhte Sonderabschreibung in der Planung, die in den ersten drei Jahren eine Abschreibung von insgesamt 35 Prozent möglich machen soll", erklärte Steuerberater Köstler.

Darüber hinaus legte er noch dar, dass unter bestimmten Voraussetzungen die Kosten für kommunale Straßensanierungen steuerlich ansetzbar sein können und dass Fahrtkosten bei Vermietungen regelmäßig in voller Höhe steuerlich berücksichtigt werden können.

Es ist leider immens schwierig, säumige oder gänzlich nichtzahlende Mieter aus der Wohnung heraus zu bekommen (...). Hier sehe ich dringend Handlungsbedarf beim Gesetzgeber.Günter Zagel
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