Heimat- und Trachtenverein Stamm 1921 feiert 95 Jahre mit einem bunten Abend und einem Festzug
Mit 95 immer noch jung und aktiv

Der Sulzbacher Zwiegesang mit Erika Haberberger und Konrad Stauber (links stehend) sowie die Sulzbacher Stubenmusi in der Besetzung (von links) Gerlinde Pilhofer, Sabine Stumpf, Lydia Zagel, Susanne Zagel und Christian Pruy gaben Kostproben überlieferter Stücke, wie sie im Heimat- und Trachtenverein Stamm gepflegt werden.
 
Trachtenvereine aus nah und fern reihten sich in den Festzug ein.

Zwei "begnadete" und leidenschaftliche Tänzer sah Christian Steger, oberster Trachtler beim Stamm, am Samstagabend unter den Gästen im Kettelerhaus. Landrat Richard Reisinger und Bürgermeister Michael Göth erwarte er schon länger bei den Tanzproben des Trachtenvereins - bisher allerdings vergeblich.

Mit einem bunten Abend, einem Festzug zum Dultplatz und Auftritten im Zelt des Frühlingsfests feierte der Heimat- und Trachtenverein Stamm 1921 am Wochenende sein 95. Gründungsfest.

Das Kettelerhaus war am Samstag fest in der Hand der Trachtler. "Mi g'freits g'scheit, dass'ts alle dou seits", begrüßte Vorsitzender Christian Steger politische Mandatsträger, Vorplattler und Vortänzerinnen. Sein Vize Stefan Fuchs blendete ins Jahr 1921 zurück: Einstein bekam den Nobelpreis, der letzte bayerische König starb und viele Vereine zur "Leibesertüchtigung" entstanden, die später den Namen DJK gaben.

Einst Enzian und Edelweiß


Christian Steger erwähnte die Grundsteinlegung für die alte Jahnturnhalle in Rosenberg. "Aber wichtig ist der 19. Januar 1921 gewesen", fügte er hinzu. An diesem Tag sei im Gasthof Zur Post ein Verein zum "Erhalt alter Sitten und Gebräuche", der Gebirgs- und Trachtenverein Enzian und Edelweiß, gegründet worden. Heute heißt er Heimat- und Trachtenverein Stamm 1921.

Die lange Rede später


Die lange Rede werde er zum 100. Geburtstag halten, kündigte Landrat Richard Reisinger an. Dieses Mal beschränkte er sich auf das Lob für das über Sulzbach-Rosenberg hinaus bekannten Engagement des Trachtenvereins. Bürgermeister Michael Göth zählte auf, dass es in Deutschland gut eine Million Trachtler gebe; ein Viertel davon in Bayern und gut 700 in Sulzbach-Rosenberg. Das Motto "Treu der Sitt, treu der Tracht und treu der Heimat" spiegle ihre Lebenseinstellung wider.

Gauvorsitzender Peter Kurzwart wertete 95 Jahre als stolzes Alter. Trotzdem sei der Heimat- und Trachtenverein Stamm 1921 aktiv und jung geblieben. "Möge den Sulzbacher Trachtlern alles gelingen, was sie sich für die Zukunft vorgenommen haben", wünschte der Gebietsvorsitzende Eckehard Pappenfuß.

Locker und witzig führten Christian Steger und Stefan Fuchs durch den Abend. Gesangs- und Tanzbeiträge boten neben den eigenen Gruppen der Heimatverein Birgland, die Erz- und Eisenwalzerboum, die Trachtenvereine aus Sennfeld und Auerbach sowie die Vereins-Kapelle, die Sulzbacher Blasmusik mit ihrem Leiter Hans Loos.

Fortsetzung am Sonntag


Bereits am Samstagnachmittag hatte der Heimat- und Trachtenverein Stamm 1921 seiner verstorbenen Mitglieder gedacht. Nach dem Gottesdienst am Sonntagmorgen zogen die Trachtler in einem Festzug durch Rosenberg zum Dultplatz.

Im Bierzelt bot der Einzug der Fahnenabordnungen ein imposantes Bild, fand Bürgermeister Michael Göth. Landrat Richard Reisinger betonte, in den Trachtenvereinen seien alle Generationen eingebunden, von Jung bis Alt. Das Brauchtum zu pflegen bedeute, ein Stück Heimat zu bewahren. Gauvorstand Peter Kurzwart nannte den Heimat- und Trachtenverein Stamm 1921 "ein leuchtendes Beispiel für das Trachtenwesen".

EhrungenSeit 25 Jahren halten Rita Pruy, Kunigunde Krippa und Gerd Sperber treu zum Stamm. 40 Jahre gehören Maria Bittner, Günther Stauber und Konrad Stauber dem Verein an, 60 Jahre Ingrid Fenk und 65 Jahre Helmut Zimmermann. Zu Ehrenmitgliedern wurden Georg Leugner-Gradl und Hans Loos ernannt.

Bei der Ehrung langjähriger Trachtenträger sprach Gauvorsitzender Peter Kurzwart von wertvollen Vereinsmitgliedern, die über Jahre hinweg unbezahlbare Leistungen erbracht hätten. Die Silberdistel in Silber (40 Jahre) erhielten Konrad Stauber, Georg Leugner-Gradl und Hans Loos. Ingrid Fenk bekam die Silberdistel in Gold für 60 Jahre. Mit dem Gau-Ehrenzeichen in Silber wurde Helmut Zimmermann für 65 Jahre als Trachtenträger geehrt. (gfr)
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