Hilfsinitiative und Polizei Hand in Hand
Keine elementaren Vorfälle

Einigkeit herrscht bei Polizei und Hilfsinitiative über die Einschätzung der Flüchtlingssituation. Von links Klaus Erras, Peter Geiger, Michael Kernl und Michael Kernebeck.
Vermischtes
Sulzbach-Rosenberg
21.01.2016
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Sie verstehen sich gut, die Flüchtlinge und die Security in der Turnhalle. Deswegen gibt es auch sehr wenig Probleme dort. Bilder: Gebhardt (2)

"Unsere Präsenz und Strategie rund um die Flüchtlinge werden sich nicht verändern", erklärt der Polizeichef. Klaus Erras sieht derzeit keine nennenswerten Probleme durch die Neuankömmlinge, und eines will er auf gar keinen Fall: dass eventuelle gravierende Vorkommnisse verschwiegen werden. "Das gibt es bei uns nicht!" Die Hilfsinitiative stimmt zu.

Die polizeiliche Betrachtungsweise der Flüchtlingsproblematik diskutierten "Sulzbach-Rosenberg hilft" und die örtliche Polizei auf Anregung der SRZ - und es zeichneten sich in der Tat viele Gemeinsamkeiten in der Sicht der Dinge ab.

Streifen angewiesen


"Wir haben uns der Thematik offensiv angenommen", schilderte Erster Hauptkommissar Klaus Erras die ersten Tage mit der Notaufnahmeeinrichtung in der Realschulturnhalle. Er selber war fast täglich in der Notaufnahmeunterkunft. Seine Streifen waren angewiesen, dort umgehend vorbeizuschauen, um sich ein persönliches Bild machen zu können. Dieser direkte Kontakt der Beamten zu den Flüchtlingen habe sich bewährt. "Die Auswertung der Präsidialzahlen hat gezeigt, dass in Sulzbach-Rosenberg auffallend wenig Einsätze gefahren wurden", ergänzte stellvertretender Inspektionsleiter. Hauptkommissar Michael Kernebeck. Genauer gesagt waren es bisher drei. Meist habe es sich um Streitereien aufgrund der räumlichen Nähe gehandelt, trotzdem seien die Parteien dann durch Verlegung räumlich getrennt worden.

Für die Initiative sprachen Hans Lauterbach, Michael Kernl und Peter Geiger. Sie legten dar, was für die Flüchtlinge in der Halle getan werde: Von Sprachkursen über Sportangebote, Kinderbetreuung, Antragshilfe reiche die Palette bis zum Kleiderlager. Froh sei man über Flüchtlinge, die hier bereits eine Wohnung hätten und sich dann ehrenamtlich, etwa als Dolmetscher, zur Verfügung stellten.

Jederzeit im Griff


Großes Lob bekamen die Männer der vom Landkreis eingesetzten Security: Sie wirkten deeskalierend, hätten die Lage jederzeit im Griff und seien beliebt bei den Hallen-Bewohnern, erklärte Michael Kernebeck. "Auch deswegen werden wir weder Strategie noch Präsenz großartig verändern", kündigte Klaus Erras an.

Kein Patentrezept


"Über elementare Vorfälle muss auch korrekt berichtet werden", meinte Lauterbach zu immer wiederkehrenden Gerüchten, vor allem in Netzwerken, dass Straftaten in den Medien verschwiegen würden. Aber bisher habe es eben noch keinen Anlass gegeben. Er bemängelte auch, dass es zu wenige Begleitangebote gebe, etwa zur Kinderbetreuung, während die Eltern im Deutschkurs seien.

Ob Kindergarten, Arbeitsagentur, Verwaltung, Schulen - wir machen nur positive Erfahrungen!Michael Kernl

Einig waren sich die drei Aktivisten, dass die Unterstützung durch die Bevölkerung "wesentlich besser sei als erhofft". Die Einrichtung der Notaufnahmeeinrichtung habe der Initiative gehörigen Auftrieb gegeben, immerhin seien jetzt an die 80 Ehrenamtliche in der Flüchtlingsbetreuung tätig. Die Arbeit selbst sei fast täglich anders, ständig im Wandel, es gebe kein Patentrezept: "Aber wenn etwas nichts bringt, dann lassen wir es auch sofort sein", beschreibt Michael Kernl den Lerneffekt. Kritische Rückmeldungen zu Aktionen oder Ereignissen seien sehr wichtig für die Initiatoren. "In unserer Aktion ist die Zusammenarbeit von Kirche, Parteien, Vereinen, Verbänden, sozialen Gliederungen und Einzelpersonen ungemein positiv und wichtig", freute sich Peter Geiger. Auch gebe es viele Bürger, die schon Patenschaften übernommen hätten und einige Stunden pro Woche in ihre Schützlinge investierten.

Behörden kooperativ


Kernl lobte vor allem die Behörden und Ämter, die sich sehr aufgeschlossen zeigten bei der Lösung von Problemen: "Ob Kindergarten, Arbeitsagentur, Verwaltung, Schulen - wir machen nur positive Erfahrungen!"

Großes Lob für die Helfer gab es zum Schluss noch von Polizeichef Klaus Erras: "Dass wir so wenige Probleme mit den Flüchtlingen haben, ist vor allem das Verdienst dieser ehrenamtlichen Betreuung!" Und das könne nicht hoch genug geschätzt werden.
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